Heimatverein Schweringen veranstaltet historischen Feld- und Erntetag

Mähen und dreschen wie zu Omas Zeiten

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Nach getaner Arbeit (von links): Christa Stumpenhusen, Lisa Stuve, Marit Gilster, Karin Schulz und Elisabeth Kurowski mit ihrer fertigen Hocke. 

Schweringen - Von Horst Friedrichs. Es gibt sie noch, die Fachleute für Erntetechniken vergangener Zeiten. Einige von ihnen hat Elisabeth Kurowski, Vorsitzende des Heimatvereins Schweringen, am Dienstagnachmittag zusammengetrommelt. Die Frauen banden Strohgarben, wie es früher ihr Job war. Die Männer taten, was Männer tun mussten, nämlich mit dem hinter den Trecker gespannten Pflug eine gerade Furche pflügen. Das Ziel der Aktion auf dem Acker hinter dem Sportplatz: einen kleinen Vorgeschmack auf das bevorstehende große Ereignis, den Feld- und Erntetag, geben. Den veranstaltet der Heimatverein am Sonntag, 14. August, ab 11 Uhr. Die Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Programm, gewürzt mit einem Blick in historische Zeitfenster bäuerlichen Lebens.

„Wir möchten zeigen, wie Ernte und Feldbestellung zu Beginn der Mechanisierung aussahen“, sagt Elisabeth Kurowski. In die Vorbereitung des Veranstaltungsprogramms haben die Mitglieder des Heimatvereins viel Arbeit und zündende Ideen gesteckt. Zahlreiche jugendliche Mitglieder machen im Erntetag-Team mit und werden auch am Sonntag zum Gelingen des Gebotenen beitragen. Um 11, 13 und 15 Uhr gibt es auf dem Acker hinter dem Sportplatz Vorführungen mit historischen landwirtschaftlichen Maschinen. Manuell geht es zu, wenn das gemähte Getreide zu Garben gebunden und zu Hocken aufgerichtet wird.

„Früher waren die Halme des Getreides länger“, erläutert Elisabeth Kurowski und deutet auf die etwa einen Morgen große, noch ungemähte Fläche mit Triticale, einer Weizen-Roggen-Kreuzung. Ackerbesitzer Jürgen Wahlert hat es eigens für die Veranstaltung des Heimatvereins stehen lassen. Wegen der kurzen Halme des Triticale müssen Lisa Stuve, Expertin fürs Garbenbinden, und ihre Mitstreiterinnen Christa Stumpenhusen, Elisabeth Kurowski, Karin Schulz und Marit Gilster improvisieren. Um einen ausreichend langen Strohstrang zum Umwickeln des Getreidebündels zu formen, benötigen sie zwei Halmlängen, die miteinander verflochten werden. Lisa Stuves „Kolleginnen“ haben die alte Technik rasch drauf, und so entsteht aus mehreren Garben eine jener Hocken, wie sie früher zu Hunderten und Tausenden auf den Stoppelfeldern standen.

Unterdessen bedient Werner Ellerbruch einen Pflug aus der Nachkriegszeit, den er – unterstützt von Günter Gilster – hinter den von Arno Heinrichs gesteuerten Trecker aus eben jener Epoche gespannt hat. Beide – Fahrzeug und Gerät – wirken unscheinbar im Vergleich zu den Technikriesen von heute. Nichtsdestoweniger zeigt das Arbeitsergebnis, eine schnurgerade Furche, dass gelernt eben gelernt ist. Für das Trio gibt es dann gleich noch eine Aufgabe: Am Rand des Ackers muss die halb knietiefe Furche, die bei der Arbeit mit modernem Gerät entsteht, planiert werden, damit unter den am Sonntag erwarteten Besucherscharen niemand zu Schaden kommt.

Alte Gerätschaften und Maschinen werden das Bild bestimmen, wenn im Winkel zwischen Sportplatz und Weserdeich das Veranstaltungsprogramm abläuft. „Wir zeigen den Ablauf der Getreideernte, wie sie früher war“, kündigt Elisabeth Kurowski an. Dazu werden unter anderem eine Dreschmaschine und einer der ersten Mähdrescher im Einsatz zu sehen sein. Auch der Treckerclub Haßbergen wird mit seinen Oldies vertreten sein. Nebenan, auf dem Sportplatz, soll eine Marktstraße den Besuchern Abwechslung bieten. Es können sich noch Hobbykünstler oder Kleingewerbetreibende, die ihre Waren anbieten möchten, bei Elisabeth Kurowski unter Telefon 04257/652 oder per E-Mail an Kurowski.Schweringen@ gmx.de anmelden.

Außerdem stellt der Milchhof Grimmelmann aus Schweringen seine Produkte vor. Es gibt frisch geräucherte Forellen, und der Heimatverein bietet Kaffee und selbstgebackenen Kuchen an. Ebenso wenig fehlen kalte Getränke und Bratwurst im Angebot.

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