Filmhof Hoya fordert Kinoöffnung

Logische Erklärung für unbestimmten Starttermin fehlt

Elke Brümmer und Beate Möller-Dumschat halten es für falsch, Kinosäle noch nicht für Besucher öffnen zu dürfen. Deswegen schrieben sie dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Foto: Jannick Ripking

Hoya - Von Jannick Ripking. Der Filmhof Hoya muss weiter darauf warten, den Kinosaal zu öffnen. „Wir werden immer nur vertröstet“, klagt Elke Brümmer über das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

Bereits Anfang Mai habe das Filmhof-Team um die Inhaberinnen Beate Möller-Dumschat und Elke Brümmer dem Ministerium ein Konzept zur Öffnung ihres Kinos unter verschärften Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen vorgelegt. Bislang sind alle Bemühungen vergeblich gewesen.

„Als Antwort haben wir nur ein ,Schön, dass sie uns ein Konzept geschickt haben‘ bekommen“, erinnert sich Elke Brümmer an das erste Schreiben aus Hannover. Mehr Brauchbares habe es nicht gegeben. Am meisten stört die Betreiberinnen, dass es noch immer keinen genauen Starttermin für Kinos in Niedersachsen gibt. „Was ist in Niedersachsen anders als in anderen Ländern?“, fragt Beate Möller-Dumschat. Niedersachsen ist neben Bremen und Berlin das einzige Bundesland, für das es noch keinen feststehenden Öffnungstag gibt. Alle anderen dürfen ab spätestens dem 15. Juni wieder Filme in den Kinosälen zeigen.

Es sei besonders für kleine Kinos schlichtweg ungerecht, keinen Starttermin zu haben, sagt Möller-Dumschat. „Es könnte also noch ein ganzer Monat sein, der uns wegfällt“, beklagt sie. Dann zieht sie einen Vergleich zu anderen Betrieben und Geschäften, die in Niedersachsen wieder öffnen dürfen: „Wir verstehen einfach nicht, warum wir noch nicht dran sind.“ Eine logische behördliche Begründung dieser Umstände gebe es in ihren Augen nicht. Kinos seien eine der ungefährlichsten Freizeitmöglichkeiten, die es gibt. „Wenn man irgendwo Abstand halten kann, dann ja wohl in einem großen Kinosaal“, meint Möller-Dumschat.

Wenig Verständnis für geschlossene Kinos

Wenig Verständnis zeigen die beiden dafür, dass Spielhallen und Fitnessstudios einen Termin für die Öffnung bekommen haben, Kinos aber nicht. Die Filmexpertinnen betonen dabei, dass sie für Lockerungen der Corona-Beschränkungen sind und sich auch für die Betreiber von Spielhallen und Sportstudios freuen. „Sport ist wichtig. Ich kann verstehen, dass man das braucht“, beteuert Möller-Dumschat. Jedoch kritisiert sie die in ihren Augen falsche Einschätzung des Ansteckungsrisikos in Kinos im Vergleich zu anderen Betrieben, die wieder öffnen dürfen: „Dass man die Kinos noch hinter Spielhallen einreiht und auf eine Stufe mit Bordellen stellt, verstehe ich einfach nicht.“

Dass auch Kinos in Niedersachsen ohne Bedenken wieder Filme zeigen könnten, zeige das Konzept, das der Filmhof zur Öffnung erarbeitet hat. „Wir würden nur den größten Saal für Besucher öffnen“, sagt Elke Brümmer. Die 180 Plätze würden auf 60 reduziert werden. Die restlichen Plätze sind deutlich sichtbar mit Flatterband abgesperrt „Bei uns ist es möglich, den nötigen Abstand von mindestens 1,5 Meter einzuhalten“, meint Beate Möller-Dumschat und verweist dabei auch auf die Ausgänge, die vom Eingang getrennt sind.

Filmhof hat ein Konzept für Öffnung erarbeitet

Die Tickets würden Besucher nur online bestellen können. Dabei wären nur vier Plätze nebeneinander buchbar. „Die Klimaanlage unseres Kinos arbeitet mit 100 Prozent Frischluft“, erklärt Möller-Dumschat. Dass das Konzept auch für die Mitarbeiter des Kinos funktioniert, habe ein Praxistest gezeigt. Elke Brümmer: „Den Ablauf haben wir mit zwei Mitarbeitern geprobt.“

Das Filmhof-Team hat einen Vorschlag an das zuständige Ministerium in Hannover: Kleine inhabergeführte Kinos könnten als Prototypen für die Wiedereröffnung fungieren. Wenn das funktioniert, könnten die großen Kinoketten nachziehen.

Der Filmhof hat bereits alle Vorkehrungen des eigenen Konzeptes umgesetzt. „Wir könnten sofort loslegen“, sagt Beate Möller-Dumschat entschlossen. Darüber würden sich die Menschen aus Hoya wohl auch freuen. Die Anfragen nach der Öffnung des Filmhofs werden nach Angaben von Elke Brümmer immer mehr. Die Lust ins Kino zu gehen, wachse von Tag zu Tag. Wann es aber endlich für Beate Möller-Dumschat und Elke Brümmer losgehen kann, das liegt nicht in ihren Händen.

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