„Wie ein weiterer Lockdown“

Betreiber von Kino und Lindenhof machen sich wegen 2G+-Regel Sorgen

Der Lindenhof Hoya setzt in der aktuellen Situation wieder verstärkt auf den Außer-Haus-Verkauf. Natürlich ist ein Besuch im Restaurant der Gaststätte aber auch weiterhin unter den aktuellen Corona-Bedingungen möglich. archiv
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Der Lindenhof Hoya setzt in der aktuellen Situation wieder verstärkt auf den Außer-Haus-Verkauf. Natürlich ist ein Besuch im Restaurant der Gaststätte aber auch weiterhin unter den aktuellen Corona-Bedingungen möglich. archiv

Hoya – Die Situation ist annähernd die gleiche, wie noch vor wenigen Monaten. Die 2G+-Regel macht es dem Lindenhof in Hoya und auch dem Filmhof nicht leichter. 

Die Situation ist annähernd wieder die gleiche, wie noch vor wenigen Monaten. Die Einführung der 2G+-Regel macht es Gastronomen, wie dem Lindenhof in Hoya, und auch dem Filmhof nicht leichter. „Es fühlt sich an wie ein weiterer Lockdown“, meint Anna-Lena Duske, die das Restaurant des Lindenhofs (Deichstraße 27) gemeinsam mit ihrem Vater leitet.

Denn durch die verschärften Maßnahmen blieben die Kunden aus. Besonders die ältere Klientel sei nicht bereit, sich bei einem Testzentrum in die Schlange zu stellen, um einen Abstrich nehmen zu lassen.

Ähnlich sieht es im Filmhof (Deichstraße 80 bis 82) in der Grafenstadt aus. „Die meisten Besucher finden 2G+ unsinnig. Schließlich haben sie ja bereits alles getan, was von ihnen verlangt wurde und sind dementsprechend vollständig geimpft“, berichtet Betreiberin Elke Brümmer aus Gesprächen mit Gästen. Aus diesem Grund riefen bereits viele an, um beispielsweise ihre Teilnahme an der Frühstücksveranstaltung am kommenden Sonntag abzusagen. „Die war vorher komplett ausverkauft“, meint Brümmer etwas niedergeschlagen.

Schon Anfang der Woche habe sie gemerkt, dass die Menschen bezüglich der Corona-Regeln immer unsicherer wurden und dann lieber ganz zu Hause blieben. „Momentan ist so gut wie nichts los“, sagt sie. Nachmittags kämen zwar noch ein paar Kinder, vermutlich da diese von der 2G+-Regel ausgenommen sind, doch ansonsten sei tote Hose. Hier und da gebe es auch mal einen erwachsenen Besucher. „Das sind aber meist diejenigen, die durch ihren Betrieb einen offiziellen Testnachweis erhalten haben.“

Ein Besuch im Filmhof sei jedoch eigentlich relativ unkompliziert möglich, denn dort gebe es die Möglichkeit, sich unter Aufsicht selbst einen Abstrich zu entnehmen, erklärt die Kinobetreiberin. Der entsprechende Test müsse nur mitgebracht werden.

Die Plätze bleiben leer: Wegen der 2G+-Regel kommen nur wenige Gäste in den Filmhof. archiv

Angesichts der aktuellen Situation seien aber auch schon Filme, die eigentlich zu Weihnachten starten sollten, verschoben worden. Wenn die 2G+-Regel längere Zeit gelte, rechnet die Filmhof-Betreiberin mit Blick auf die Zukunft mit einer Umsatzeinbuße von knapp 80 Prozent. Glücklicherweise gebe es noch die staatlichen Überbrückungshilfen, worin Brümmer einen Hoffnungsschimmer sieht.

„In der kommenden Woche schließe ich das Kino aber am Montag sowie am Mittwoch. Je nachdem, wie es weitergeht vielleicht dann auch donnerstags“, kündigt sie die anstehenden Veränderungen an. Viele ihrer Kollegen hätten sich bereits nur auf den Freitag sowie das Wochenende fokussiert und alle anderen Tage dichtgemacht.

Je länger sich das Ganze hinziehe, desto stärker sei die Kinobetreiberin dazu gezwungen, ihre Öffnungszeiten ebenfalls massiv zu verringern. „2G+ ist einfach eine extreme Einschränkung“, findet sie. Am besten fahre man im Filmhof mit der 2G-Regel, „dann kämen sicherlich die meisten Leute“, vermutet Brümmer.

Auch das Team vom Lindenhof in Hoya ist mit der 2G-Regel nach eigenen Angaben am besten zurechtgekommen. „Das war super und ein sehr schönes Arbeiten“, erklärt Anna-Lena Duske. Mit der Verschärfung der Coronamaßnahmen fühlt es sich für sie jedoch „wie ein weiterer Lockdown“ an. „Da so gut wie keine Leute mehr kommen, ist unser Umsatz futsch. Das bedeutet für unser Restaurant einen Umsatzverlust von knapp 90 Prozent“, fasst sie das Drama in einer konkreten Zahl zusammen. Falls sich die 2G+-Regel aber über weitere vier oder fünf Monate hinziehe, fürchte das Team von Lindenhof sogar um seine Existenz. Doch auch wenn es im Restaurant aktuell ziemlich düster aussieht, wenigstens haben die Kooperationen mit den umliegenden Schulen und Kitas, die die Gaststätte mit Menüs beliefert, weiter Bestand.

Darüber hinaus setzt das Team nun – wie in den Lockdowns zuvor – wieder verstärkt auf den Außer-Haus-Verkauf. Und dieses Mal gibt es auch ein Angebot in den Abendstunden. Ein Besuch des Lindenhofs sei jedoch auch weiterhin unter den aktuellen Corona-Bedingungen möglich und man freue sich über jeden Gast, der ins Restaurant komme.

„Für den Außer-Haus-Verkauf haben wir unsere Speisekarte etwas verkleinert. Die soll ab der kommenden Woche auch auf unserer Webseite zu finden sein. In diesem Zuge bieten wir unseren Kunden mittags von 12 bis 14 Uhr sowie abends von 18 bis 20 Uhr ein Menü an, aus dem sie sich etwas auswählen können“, erklärt Anna-Lena Duske. Die Gäste könnten sich ihr Essen entweder vor Ort an der Deichstraße in Hoya abholen oder das Team liefere es ihnen direkt bis vor die Haustür.

Ein ähnliches Konzept hat das Lindenhof-Team bereits für die Weihnachtszeit ausgearbeitet. Das habe schon 2020 gut funktioniert. Dann werde das Menü jedoch ausschließlich geliefert und könne nicht mehr abgeholt werden. Wer Interesse daran hat und an den Weihnachtsfeiertagen nicht selbst hinterm Herd stehen möchte, kann sich noch bis zum 13. Dezember beim Lindenhof unter Telefon 04251/7000 melden.

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