Samtgemeinderat beschließt Wirtschaftspläne für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung / Reinwasserkeller in Hoya soll saniert werden

Liquide Mittel im Haushalt schrumpfen auf 213 000 Euro

BÜCKEN - Von Horst Friedrichs. Wasser war ein Thema der jüngsten öffentlichen Sitzung des Rats der Samtgemeinde Grafschaft Hoya im Gasthaus Thöle in Bücken. Es ging um zwei Beschlüsse und eine Anfrage dazu. Beschlossen wurden die Wirtschaftspläne der Eigenbetriebe Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung für das Jahr 2019. Eine Anfrage zur Verfügbarkeit von Grundwasser richtete Ratsmitglied Ehler Harms (Bündnis 90/Die Grünen) an die Samtgemeindeverwaltung. „Bei uns ist genügend Wasser vorhanden, aber nach dem heißen Sommer brauchen wir auch eine Neubildung von Grundwasser“, antwortete Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer.

Bereits Ende November dieses Jahres hatte der Betriebsausschuss des Samtgemeinderats den Wirtschaftsplan 2019 für den Eigenbetrieb Wasserversorgung verabschiedet (wir berichteten). Der Arbeitspreis von 1,15 Euro pro Kubikmeter Wasser aus dem Hoyaer Wasserwerk bleibe nächstes Jahr konstant, berichtete Detlef Meyer. Das habe eine im Oktober dieses Jahres vorgenommene Tarifüberprüfung ergeben. Der Wirtschaftsplan sei daher auf der Basis der aktuellen Tarife aufgestellt worden. Bedeutende Projekte der Wasserversorgung seien die Sanierung des Reinwasserkellers im Wasserwerk Hoya, die Sanierung von Leitungsnetzbereichen in Hoya und Bücken sowie die Erschließung von Baugebieten.

Die ursprünglich für 2018 geplante Sanierung des Reinwasserkellers solle nunmehr ab Herbst 2019 stattfinden und voraussichtlich im Frühjahr 2020 abgeschlossen sein. Die entstehenden Kosten seien mit 350 000 Euro für 2019 und weiteren 300 000 Euro für 2020 berücksichtigt worden. Dies führe zu Jahresverlusten von 324 4 00 Euro (2019) und 289 600 Euro (2020). Durch den für Ende 2018 erwarteten Gewinnvortrag (Rest des Bilanzgewinns) von rund 462 000 Euro könne der Verlust des kommenden Jahres ausgeglichen werden. Betrug der Bestand an liquiden Mitteln Anfang 2018 noch rund 1,4 Millionen Euro, so werde für 2018 eine Reduzierung um 215 000 Euro und für 2019 ein Abbau um 933 000 Euro erwartet. Demzufolge werde per Ende 2019 der Bestand an liquiden Mitteln noch auf 213 000 Euro geschätzt. In den darauffolgenden Jahren bis 2022 seien dann Kreditaufnahmen erforderlich, um die Liquidität zu sichern.

Ständige Überprüfung der Geschäftsabläufe

Die Verlustvorträge ab 2020, schilderte der Samtgemeindebürgermeister weiter, seien jedoch abhängig von der tatsächlichen Entwicklung der jeweiligen Geschäftsverläufe. Dies werde bei den ständigen Überprüfungen der Geschäftsabläufe berücksichtigt. Sobald sich dabei ein Handlungsbedarf zur Anpassung der Arbeitspreise abzeichne, werde die Verwaltung den zuständigen Gremien entsprechende Vorschläge zur Beschlussfassung vorlegen. Ratsmitglied Fritz Groß (CDU) befürwortete den sowohl im Betriebsausschuss als auch im Samtgemeindeausschuss bereits einstimmig verabschiedeten Wirtschaftsplan im Namen seiner Fraktion.

In den beiden Ausschüssen war auch der Wirtschaftsplan 2019 des Eigenbetriebs Wasserversorgung bereits einstimmig verabschiedet worden (wir berichteten). Als herausragende Positionen auf der Ausgabenseite nannte Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer jetzt im Samtgemeinderat das Eystruper Kanalsanierungsprojekt Alexanderweg-Strubenstraße mit einem Kostenaufwand von 950 000 Euro und das neue Pumpwerk der alten Kläranlage mit 650 000 Euro Kosten.

Der Arbeitspreis für die Einleitung von durchschnittlich verschmutztem häuslichem Abwasser betrage im laufenden Jahr 2,12 Euro pro Kubikmeter in Eystrup und 2,53 Euro pro Kubikmeter in Hoya. Vorgesehen sei indes, die Kalkulation der Abwasserentgelte künftig jährlich vorzunehmen, das gelte auch bereits für die Vorauskalkulation für 2019. CDU-Fraktionssprecher Fritz Groß betonte, die Abwasserbeseitigung in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya sei gut aufgestellt. Er dankte den Mitarbeitern und der Führungsspitze für die geleistete hervorragende Arbeit.

Ratsmitglied Ehler Harms eröffnete seine Anfrage, dass es ihm nicht um etwaige Rückstände im Trinkwasser gehe, sondern um die Menge des verfügbaren Grundwassers nach der „Heißzeit“ dieses Jahres. Harms äußerte seine Sorge wegen der geringen Niederschläge, den Auswirkungen der landwirtschaftlichen Beregnungen, der Höhe der Grundwasserentnahmen und dem ständigen Abfließen des Wassers durch Gräben. Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer erwiderte: „In der Dürreperiode dieses Jahres mussten die Pumpen unseres Wasserwerks durchgehend laufen. In der Summe ist bei uns noch genügend Grundwasser vorhanden.“ Die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft, sagte Meyer, sei optimal geregelt.

Zuhörer Alexander Sporleder richtete Kritik an die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, indem er ihr empfahl, sich gründlicher zu informieren, bevor sie die Behauptung aufstelle, nur die Landwirtschaft entnehme Grundwasser.

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