Letzter Jahrgang in Eystrup macht mit guten Abschlüssen auf sich aufmerksam

Das Ende der Hauptschul-Ära

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Die Abgänger: (vorne von links) Katrin Wilhelm, Jasmin Preikschat, Conny Hoppelshäuser und Jody Intschert sowie (Mitte) Julian-Pascal Beier, Patricia Meier, Michelle Oberländer, Christopher-René Fratta und Anton Sidor sowie (hinten) Georgi Aslanishvili, Max Klaus, Vincent Ohlmeyer, Chris Toefflinger und Christoph Bramborg. Es fehlt: Jörn Giesen.

Von Michael Wendt. Mit dem Abgang der letzten 15 Jugendlichen endete heute nach mehr als 40 Jahren die Hauptschul-Ära in Eystrup. Der Jahrgang hatte nochmal alles gegeben: Elf Schüler schafften den Realschulabschluss, drei sogar den erweiterten Realschulabschluss.

Christopher-René Fratta (links) und Chris Toefflinger hielten kurz und prägnant die Rede der Schulabgänger.

Die überdurchschnittlich guten Noten seien auch durch die geringe Klassengröße und die dadurch guten Fördermöglichkeiten zu erklären sowie durch das besondere Engagement der Lehrer, sagte Schulleiterin Cornelia Kehlbeck-Raupach. Sie zeichnete kurz die Entwicklung der Hauptschule nach und hob besonders „den unermüdlichen Einsatz meines Vorgängers Jörg Rokitta“ hervor. Unter anderem auf ihn zurück gehen die Berufsorientierung, der Ganztagsbetrieb, die Auseinandersetzung mit Rassismus und die sportliche Ausrichtung der Schule. Vieles sei nur mit der Unterstützung des Schulsozialarbeiters möglich gewesen. Seit sieben Jahren war dies Thorsten Kühn. Der Eystruper verlässt die Schule mit den letzten Hauptschülern und arbeitet künftig für die Jugendhilfe-Einrichtung „JaZZ 2010“ in Drakenburg und Dörverden.

Die Schüler verabschiedeten sich von Thorsten Kühn mit einem auf ihn gemünzten „Märchen vom letzten Riesen“ und schenkten ihm ein Fußballtrikot seines Lieblingsklubs Arminia Bielefeld. „Ihr seid tolle Jungs und Mädels. Ich hoffe, ihr macht das weiter so“, sagte der sichtlich ergriffene Thorsten Kühn.

Christopher-René Fratta (links) und Chris Toefflinger hielten kurz und prägnant die Rede der Schulabgänger.

Aber zurück zu den Abgängern, die sich selbst „Chaos-Gang“ nennen. „Ihr könnt zusammenhalten und seid keineswegs als Chaos-Gang aufgetreten“, widersprach Cornelia Kehlbeck-Raupach. In der Rede der Schulabgänger nahmen sich Christopher-René Fratta und Chris Toefflinger dann selbst auf die Schippe („Chrissi, wir sind pünktlich zur Rede hier!“) und stellten fest: Man lernt in der Schule tatsächlich fürs Leben, und zwar lernt man Freunde kennen.

Schülersprecher Max Klaus überreicht dem Sozialarbeiter Thorsten Kühn ein Trikot.

„Was einem die Schule mitgegeben hat, wird einem manchmal erst im Nachhinein bewusst. Ich finde es toll, dass das in der Schülerrede schon anklang“, sagte Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer. Viel Applaus erhielten die Gesangseinlagen der Viertklässler, ein Video, in dem Lehrerin Maike Thalmann mit vielen Fotos die Entwicklung der Schüler von kleinen Kindern zu jungen Erwachsenen nachzeichnete, sowie eine Lehrer-Aufführung. Sechs Lehrerinnen und Thorsten Kühn zeigten als Blues Brothers verkleidet einen nicht ganz ernst gemeinten Tanz mit angedeutetem Strip.

Schließlich belohnte Detlef Meyer die beiden erfolgreichsten Schüler mit Preisen der Hans-Lühmann-Stiftung: Jasmin Preikschat erhielt 500 Euro, Michelle Oberländer 300 Euro.

Schulentlassung an der Grund- und Hauptschule Eystrup

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