Ausstellung „Miniphänomenta"

Lernen durch Ausprobieren

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Redas (links) und Hoa lassen eine auf Stangen liegende Kugel aufwärts rollen, indem sie an einer Seite den Abstand der Stangen verändern.

Eystrup - Von Michael Wendt. Die Schüler einfach nur ausprobieren lassen, ohne ihnen etwas zu erklären, ohne Arbeitsblätter, ohne Auswertung – „das ist ganz komisch für uns Lehrer“, gibt Eystrups Grundschulleiterin Cornelia Kehlbeck-Raupach zu. Und dennoch gehört genau dieses In-Ruhe-lassen der Schüler zum Konzept der „Miniphänomenta“. Die Ausstellung vermittelt ihnen spielerisch naturwissenschaftliche Grundlagen und ist am Freitag, 11. November, auch für Erwachsene zugänglich.

Knapp 20 Stationen sind seit einigen Tagen in der Aula der Eystruper Schule aufgebaut. In ihnen geht es hauptsächlich um Bewegung, um Optik und Akustik. Spielerisch ergründen die Schüler Fragen wie:

– Kann ein Quader rollen?

– Verstärkt ein ans Ohr gehaltener Trichter die Geräusche?

– Wie scheint Licht durch ein Glas Wasser, wie durch eine farbige Scheibe?

Von allen Stationen gefällt Larissa und Kimi die Kugelbahn am besten. Die beiden Mädchen überlegten am Mittwoch, wie es sein kann, dass eine schwere, auf zwei abschüssigen Kupferrohren liegende Kugel nach oben rollt, wenn man den Abstand der Rohre am höher gelegenen Ende immer wieder vergrößert und verkleinert. Ganz von alleine haben sie sich erschlossen, dass die Kugel dadurch stets ein Stück nach unten sackt und Schwung aufnimmt.

„Die Kinder sehen einfach nur das Exponat, und dann machen sie schon was“, sagt Cornelia Kehlbeck-Raupach. „Sie sollen elementare Erfahrungen machen. An diese erinnern sie sich dann später im Unterricht.“

Henriette (links) und Tamara erkunden, wie ein Glas Wasser das Licht einer Lampe bricht.

Gemeinsam mit Sachkunde-Lehrerin Zsuzsanna Blaufelder hatte die Schulleiterin eine zweitägige Fortbildung besucht. Die ist nötig, um die an der Universität Flensburg entwickelte Ausstellung überhaupt ausleihen zu dürfen. An einem Tag bauten die Lehrerinnen dabei eins der Exponate nach. Denn ein Ziel der „Miniphänomenta“ ist es, dass Kinder mit ihren Eltern die Experimente nachbauen und so dauerhafte Ausstellungsstücke für die Schulen schaffen. Die Ausleihe der Exponate ist kostenlos. Die „Miniphänomenta“ wird von der Nordmetall-Stiftung (Hamburg) finanziert.

Tag der offenen Tür am Freitag, 11. November

Auch die Mädchen und Jungen der benachbarten Grundschulen sind eingeladen, in der Eystruper Aula zu experimentieren. Die örtlichen Schüler tun dies abwechselnd mindestens zwei Stunden lang im Rahmen des Sachunterrichts. Außerdem können sie vor Schulbeginn und in der Mittagspause die Exponate nutzen. „Es wird bislang gut angenommen“, freut sich Cornelia Kehlbeck-Raupach.

Am Tag der offenen Tür (Freitag, 11. November, 15 bis 18 Uhr) können Erwachsene beweisen, dass sie das Ausprobieren und das Sich-begeistern-lassen nicht verlernt haben.

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