Mordkommission ermittelt

Frauenleiche identifiziert: Polizei vermutet Gewaltverbrechen – möglicher Kontakt zum Rotlichtmilieu

Nach dem Fund einer Frauenleiche in der Weser in Balge bei Nienburg ermittelt die Mordkommission. Die Polizei vermutet ein Gewaltverbrechen, die Identität der Frau konnte mittlerweile geklärt werden.

  • Binnenschiffer entdecken im Landkreis Nienburg eine Frauenleiche
  • Mordkommission ermittelt nach Leichenfund
  • Die Identität der Toten ist geklärt

Update, 14. Mai: Bei der Frauenleiche, die in der Weser bei Nienburg gefunden worden ist, handelt es sich um die 19-jährige Andrea Korzen aus Schöningen im Landkreis Helmstedt. Das teilen Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Die Behörden gehen nach ersten Ermittlungen von einem Gewaltverbrechen aus. Die Polizei hat inzwischen eine 25-köpfige Mordkommission eingerichtet und bittet die Bevölkerung nun um Mithilfe:

Wer kennt die 19-jährige Andrea Korzen?

„Wer hat Beobachtungen im Zeitraum von Ende März bis Mitte April im Bereich der Schleuse in Balge gemacht, möglicherweise Personen beobachtet, die sich im Bereich der Brücke an der Schleuse aufhielten beziehungsweise dort ein Fahrzeug in der Nähe parkten? Wer kann Angaben Aufenthaltsort von Andrea Korzen ab Mitte März machen?“

Leichenfund in der Weser: Polizei bittet um Zeugenhinweise

Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass sich die 19-Jährige in diesem Zeitraum zeitweise in Nordenham und auch Nienburg beziehungsweise Drakenburg aufgehalten hat. Weiterhin fehlen die persönlichen Gegenstände des Opfers. Die Polizei fragt: „Wer hat weibliche Bekleidung zwischen Ende März bis Mitte April aufgefunden, die augenscheinlich entsorgt oder achtlos weggeworfen wurde und die sich nicht zweifelsfrei einer Spende zuordnen lässt?“

Frauenleiche in Balge: Wer kennt Andrea Korzen?

Es gibt Hinweise darauf, dass Andrea Korzen möglicherweise Kontakte zum Rotlichtmilieu in Hannover sowie ins Bremer Umland hatte. Des Weiteren trug das Opfer eine Tätowierung am Hals, es symbolisiert ein circa 5x5 Zentimeter großes religiöses Kreuz, daneben in Schreibschrift der Buchstabe „P“. Die Polizei fragt, wem dieses Tattoo bekannt oder wem die Tätowierung im Zeitraum Ende März bis Mitte April aufgefallen ist.

Wer hat dieses Tattoo schon mal gesehen? Foto: Polizei

Personen, die in den zurückliegenden Monaten Kontakt zu Andrea Korzen hatten oder Angaben zu ihren konkreten Aufenthaltsorten und auch Kontaktpersonen machen können, werden gebeten, sich mit der Mordkommission in Nienburg/Schaumburg oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen. Bei der Mordkommission wurde dafür ein Hinweistelefon eingerichtet: 04917/22628714. Hinweise können vertraulich angenommen werden.

Originalmeldung, 6. Mai: Balge - „Die Identität der Frauenleiche ist geklärt“, sagte Martin Schanz, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Verden, auf Nachfrage der Kreiszeitung. Mehr Informationen zu der Person wollte er aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nicht preisgeben.

Ein Taucher sowie Beamte in einem motorisierten Schlauchboot suchen den Fundort nach weiteren Hinweisen zu der Gewalttat ab.

Unter Verweis auf die noch laufenden Ermittlungen „und aus Rücksicht auf die Angehörigen der Toten“ wollte er keine weiteren Angaben machen. Die rechtsmedizinischen Untersuchungen würden noch andauern. Nach Medienangaben zufolge soll es sich bei der Toten um eine 19 Jahre alte Frau handeln.

Leichenfund im Kreis Nienburg: Polizei schließt Fremdverschulden nicht aus

Vor gut einer Woche wurde aus dem Schleusenkanal in Balge (Landkreis Nienburg) ein lebloser Körper geborgen. Binnenschiffer hatten diesen entdeckt und die Polizei informiert. Die Leiche soll laut Presseberichten beschwert und gefesselt gewesen sein. Inwieweit diese Informationen der Wahrheit entsprechen, ließ die Staatsanwaltschaft unkommentiert. Fest steht aber: Sowohl Polizei als auch Staatsanwaltschaft sprachen relativ schnell von einem möglichen Gewaltverbrechen und Fremdverschulden. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf, eine Mordkommission wurde eingerichtet.

Was ist zu tun? Die Beamten sprechen sich vor dem Einsatz mit dem Taucher ab.

Auch am Mittwoch waren Polizeibeamte am Fundort der Leiche im Einsatz. Sie suchten in einem motorisierten Schlauchboot den Schleusenkanal nahe der Überführung der Kreisstraße 2 zwischen Balge und Drakenburg ab. Ebenso soll ein Sonarboot angefordert gewesen sein.

Polizei sucht nach Leichenfund in Balge nach weiteren Hinweisen

An Leinen gesichert, geht der Taucher in das Wasser des Schleusenkanals.

Den Grund des Gewässers direkt unter der Brücke kontrollierte ein Taucher. Er erhielt Unterstützung von seinen uniformierten Kollegen, die Leinen hielten, an denen sich der Taucher unter Wasser orientieren konnte. Rund 15 Beamten waren vor Ort. Ziel der Aktion war es laut Martin Schanz, weitere Hin- und Beweise zur Tat zu finden. Ob die Ermittler bereits einen konkreten Verdacht haben, wer für die Tat verantwortlich ist, blieb offen.

Rubriklistenbild: © Polizei

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