Vier offene Stellen in Hoya

Lehrermangel: Vierte Klassen in Wechold werden zusammengelegt

Hoya/Wechold - Von Michael Wendt. Nein, es soll kein Vorwurf sein, kein Aufstand, den die Eltern der künftigen Viertklässler an der Grundschule Wechold nun proben. Sie wollen aber deutlich machen, dass sie die schulische Situation, die ihre Kinder nach den Sommerferien erwartet, bedauern: die Zusammenlegung der bisherigen zwei dritten Klassen zu einer vierten Klasse. Grund dafür ist eine Lehrerabordnung nach Hoya. Dort wird es ab August aufgrund der hohen Zahl an Erstklässlern drei erste Klasse geben.

Des einen Freud, des anderen Leid also? Nicht ganz, denn allerorten kritisieren Schulen und Eltern, dass es zu wenig Lehrer gibt. „Selbst wenn Stellen für unsere Schule bewilligt sind, wir bekommen keine Lehrer, der Markt ist leer“, sagte bereits vor Monaten ein Schulleiter aus der Region im Gespräch mit unserer Zeitung.

Keine Bewerber auf Stellen an der Grundschule Hoya

Zu der aktuellen Situation äußern sich die Schulleiterinnen aus Hoya und Wechold nicht – das ist Sache der Landesschulbehörde. Auf Nachfrage dort reagiert deren Pressesprecherin Bianca Schöneich prompt und erklärt die Situation. „Der Grund für die Abordnung von Lehrern nach Hoya ist die Sicherung der Unterrichtsversorgung“, sagt sie. „An der Grundschule in Hoya sind vier Stellen ausgeschrieben. Bislang haben wir dafür keine Bewerber. Wir suchen aber weiterhin noch Interessenten.“

Insgesamt sollen Lehrer von drei Schulen aus dem Landkreis nach Hoya abgeordnet werden, sagt Bianca Schöneich, ohne die Schulen konkret zu benennen. Das dürfte ganz im Sinne der Eltern der Wecholder Grundschüler sein, denn ihnen geht es nicht um eine Neiddebatte unter einzelnen Schulen. „Wir haben einen Brief an die Landesschulbehörde geschrieben, in dem wir unser Bedauern über die Klassen-Zusammenlegung ausdrücken und schildern, wie schlecht wir das finden“, erklärt die stellvertretende Elternsprecherin der Klasse 3 b, Imke Mühlsteph (Magelsen).

Lehrerwechsel für die Hälfte der Schüler

Die künftigen Wecholder Viertklässler waren im ersten und zweiten Jahrgang in einer Klasse und erst im dritten Jahrgang getrennt unterrichtet worden. Bislang hatten sie zu Beginn jedes Jahrgangs einen Lehrerwechsel und in der zweiten Klasse aufgrund der Erkrankung einer Lehrkraft monatelang Vertretungsunterricht, schildert eine Mutter. Die Eltern hätten deshalb gehofft, dass ihre Kinder das letzte Jahr an der Grundschule ohne erneute Umgewöhnung erleben können. Nun steht aber für die Hälfte ein weiterer Lehrerwechsel an.

Wobei sich bereits ein Kompromiss abzeichnet: „Die Wecholder Schule versucht, in Deutsch und Mathe teilweise getrennten Unterricht anzubieten“, sagt Bianca Schöneich. „Wir verstehen, dass die Eltern nicht begeistert sind. Aber um die Unterrichtversorgung an beiden Schulen zu sichern, ist das derzeit aus unserer Sicht die beste Lösung.“

In Wechold sind ab August 24 Kinder in Jahrgang vier, davon drei Integrationskinder, die für die Berechnung der Klassengröße doppelt zählen – macht 27. Ab 26 Schüler soll eine Grundschulklasse laut Kultusministerium geteilt werden. Dies ist aber nur eine Richtzahl, kein fester Grenzwert. In Hoya wären die künftigen ersten Klassen noch größer, wenn ohne Lehrerzuweisungen nur zwei Klassen eingerichtet werden könnten.

Rubriklistenbild: © dpa

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