Landwirt Helmut Lütjemeyer befürchtet, dass das Raubtier seine Schafe reißt

Er hat Angst vorm bösen Wolf

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Der Heesener Landwirt Helmut Lütjemeyer hat Angst um seine Lämmer.

Von Anne Schmidtke. Alles wirkt friedlich, ja geradezu idyllisch. Doch die Ruhe täuscht. Denn der Wolf ist in der Gegend unterwegs (wir berichteten) – und das beunruhigt vor allem die Landwirte. Einer von ihnen ist Helmut Lütjemeyer aus Heesen.

„Bisher habe ich glücklicherweise noch keine Erfahrungen mit dem Wolf gemacht“, erklärt der 65-jährige Rentner, der jahrelang als Industriemechaniker in einem Eystruper Unternehmen arbeitete. Seit fast 30 Jahren ist er als Nebenerwerbslandwirt tätig. Er hält zurzeit sieben Kühe, 30 Hühner und 45 Schafe. Bei Letztgenannten kommen täglich welche dazu, da die Mutterschafe gerade Lämmer gebären.

Noch leben die Tiere aufgrund der kalten Witterung im Stall. Doch sobald die Temperaturen steigen, lässt Lütjemeyer seine Kühe tagsüber und seine Schafe rund um die Uhr auf die Weide – normalerweise. „Ich weiß nicht, ob das dieses Jahr klappt“, sagt er. Denn jetzt, wo der Wolf in der Region unterwegs sei, könne er seine Schafe nachts eigentlich nicht mehr draußen weiden lassen.

Das niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz schreibe zwar einen elektrischen Schutzzaun von mindestens 90 Zentimeter Höhe für die Weiden vor. Doch der nütze nichts. Der Wolf könne da immer noch herüber springen, wie einige Fälle zum Beispiel im Landkreis Vechta gezeigt hätten. Lütjemeyer ist sich sicher, dass seine Schafe durchgehen würden, wenn das Raubtier versuchte, sie zu reißen. „Die, die den Wolfsangriff überleben, muss ich am nächsten Tag dann in der Umgebung einsammeln.“ Er habe schon überlegt, sich einen Hütehund anzuschaffen. Doch der sei sehr teuer. Lütjemeyer wisse nicht, ob er den Hund nachts alleine bei den Schafen lassen würde. Schließlich müsste dieser dann mit dem Wolf kämpfen. Und er glaube auch nicht daran, dass ein wie oft behauptet furchtloser Esel seine Herde beschützen könnte. „Falls es tatsächlich zu einem Übergriff kommen sollte, müsste ich mir überlegen, ob ich die Zucht verkleinere.“ Denn die Entschädigungszahlungen, die das Land für vom Wolf gerissene Tiere zahlt, reichen seiner Ansicht nach nicht aus.

Im Gegensatz zu den Schafen, deren Weiden nicht alle an seinen Hof grenzen, weiden die Kühe direkt nebenan. Daher könne er sie auch abends ohne Aufwand schnell in den Stall holen. Aber „es ist nicht ausgeschlossen, dass der Wolf die Kühe tagsüber angreift. Doch die Gefahr ist nicht so groß. Schließlich herrscht hier dann immer Betrieb, und ich glaube nicht, dass das Raubtier das gern hat.“

Laut Lütjemeyer darf der Wolf nicht frei herumlaufen. „Er hat in Deutschland nichts zu suchen. Die Flächen sind hier viel zu klein.“ Die Bundesregierung sollte den Wolf daher zum Abschuss freigeben.

Nach Angaben des „Wolfbüros“ des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Hannover hat es seit November 2008 rund 120 Fälle mit zum Teil mehr als zehn gerissenen Tieren in Niedersachsen gegeben. Um ihr Vieh zu schützen, könnten Landwirte laut Pressesprecher Achim Stolz die Fördermöglichkeiten für den sogenannten wolfsabweisenden Grundschutz in Anspruch nehmen. Zudem gebe es Entschädigungen bei Nutztierrissen.

www.nlwkn.niedersachsen.de

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