Infoabend am 19. Juli

Landkreis veranstaltet Sommerfest für Pflegefamilien

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Kümmern sich um Pflegekinder: Yvonne Hilker und Birgit Stumpenhausen (von links).

Holtrup - Wenn Kinder nicht mehr in ihren Herkunftsfamilien leben können, sucht der Pflegekinderdienst der Landkreisverwaltung Nienburg Pflegeeltern für sie. Wer sich dort engagiert, auf den wartet eine verantwortungsvolle pädagogische Aufgabe. Zum Sommerfest der Pflegekindereltern im Landkreis sind mit anderen Eltern zusammen auch Birgit Stumpenhausen und Yvonne Hilker nach Holtrup gekommen.

Um den Kontakt der Pflegeeltern und Pflegekinder untereinander zu fördern, hat der Pflegekinderdienst in diesem Jahr neben dem alljährlichen Weihnachtsfest auch das Sommerfest initiiert. Es fand in idyllischer Atmosphäre in Holtrup statt. Mitarbeitende des Fachdienstes hatten für die Räumlichkeit und Getränke gesorgt, die Pflegefamilien ein üppiges Büfett zusammengestellt. Während Lukas Werner-Etienne die Kinder und Erwachsenen mit seinem Baum-Kletterangebot in den Bann zog, konnten die Gäste beim Essen in der alten Scheune Kontakte knüpfen, Bekanntschaften neu beleben und sich gegenseitige Unterstützung anbieten.

In der Zwischenzeit vergnügten sich die Kinder auf dem großzügigen Spielplatz oder probierten sich zusammen mit Erwachsenen im Boule-Spiel aus. Auch der Inhalt des Spielemobils mit Pedalos, Bällen, Rollern und vielem mehr wurde intensiv genutzt und forderte Geschicklichkeit und gegenseitige Unterstützung.

„Für uns war das ein wunderschöner, harmonischer Nachmittag. Wir haben Gleichgesinnte getroffen und uns miteinander verbunden gefühlt“, sagt Birgit Stumpenhausen über diesen Nachmittag. Sie ist Bereitschaftspflegemutter und bietet eine Art „erste Hilfe“ für kleine Kinder in Not.

Ein professionelles Baum-Kletterangebot hat die Kinder weit über sich hinauswachsen lassen. 

Zwischen dem Anruf des Pflegekinderdienstes und der Ankunft bei ihr Zuhause liegen oft nur wenige Stunden. Zum Sommerfest ist Birgit Stumpenhausen mit ihrem derzeitigen Pflegekind gekommen. Drei Monate ist der Junge alt. Er liegt im Kinderwagen und schläft. „Kleine Kinder, kleine Sorgen“, hatte Birgit Stumpenhausen sich gedacht, als sie zusammen mit ihrem Mann beschloss, am liebsten sehr kleine Kinder bei sich in der Bereitschaftspflege aufzunehmen. Als Birgit Stumpenhausen in der Zeitung las, dass Pflegeeltern gesucht werden, sagte sie zu ihrem Mann „Da müssen wir hin.“ Sie besuchte einen Qualifizierungskurs für Pflegeeltern und seit April vergangenen Jahres hat sie bereits fünf Kinder in Bereitschaftspflege bei sich aufgenommen. Immer nur für kurze Zeit, denn sobald das Jugendamt eine Regelung für die Kinder gefunden hat, kommt der Abschied.

„Sich in so ein Kind zu verlieben und nicht mehr hergeben zu wollen? – Diese Angst habe ich zum Glück weniger. Wir sind ja schon älter und hatten unsere Zeit mit unseren Kindern“, sagt sie. Ihre eigenen Kinder sind heute erwachsen und finden gut, was ihre Mutter macht. Beide Töchter sind schließlich Erzieherinnen.

151 Pflegefamilien im Kreis

Eigentlich sollten alle Kinder spätestens nach einem halben Jahr in eine dauerhafte Pflegefamilie vermittelt werden oder zurück zu den Eltern kommen. Doch das funktioniert nicht immer. Auch damals nicht, als Yvonne Hilker vor sechs Jahren ihre beiden ersten Pflegekinder schließlich ganz in ihre Familie aufnahm. Zu dieser Zeit hatte sie selbst zwei Kinder. Heute sind es drei eigene Sprösslinge und ein Pflegekind, und es gibt Platz für weitere Kinder in Entlastungs- und Bereitschaftspflege. Die gelernte Altenpflegekraft und Heilerziehungspflegerin und ihr Mann haben ihr Zuhause entsprechend gestaltet, um neben der Vollzeitpflege von einem dauerhaften Pflegekind auch diese beiden temporären Pflegeformen anzubieten. „Ich sehe mich dabei als Wegbegleiterin für die Kinder, die ich bisher als sehr dankbar erlebt habe. Das Jugendamt hat immer eine gute Begleitung geleistet und wenn man das weiß, kann man so eine Verantwortung leichter eingehen.“

Im Landkreis Nienburg gibt es aktuell 151 Pflegefamilien, die sich um insgesamt 221 Vollzeitpflegekinder kümmern. 19 Kinder befinden sich zurzeit in Bereitschaftspflege. Pflegeeltern sollten über ausreichend Wohnraum, zeitliche Ressourcen und finanzielle Stabilität verfügen und dazu in der Lage sein, sich in die Situation der Kinder einzufühlen.

Für Menschen, die sich dafür interessieren, ein Pflegekind aufzunehmen, bietet der Pflegekinderdienst am 19. Juli um 18.30 Uhr im kleinen Sitzungszimmer des Landkreises, Schloßplatz 1, einen Informationsabend an.

Weitere Auskünfte gibt es bei Silke Eckert unter Telefon 05021/967343 und im Internet unter www.lk-nienburg.de, Politik und Verwaltung/Jugend/Pflegekinder und Adoptionen.

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