Ehrenamtlicher Verein übernimmt Werkstattgelände an der Nienburger Straße

ASN lässt sich in Bücken nieder

Sie sehen aus wie Rettungswagen, kommen aber nur für Sternfahrten zum Einsatz. Der Fuhrpark des ASN ist auf dem Gelände untergebracht. Fotos: Rebecca Göllner-Martin

Bücken - Von Rebecca Göllner-martin. Ein großes Schild an der Ortsdurchfahrt in Bücken weist schon von Weitem darauf hin, dass sich auf dem ehemaligen Werkstattgelände Porsch an der Nienburger Straße etwas tut. Die Aufschrift verrät, dass sich der Ambulance Service Nord (ASN) dort niederlässt. Allerdings handelt es sich dabei um keinen Rettungsdienst, wie die gelben Einsatzwagen auf dem Hof möglicherweise vermuten lassen. Denn der ASN hat es sich zur Aufgabe gemacht, Sterbenden einen letzten großen Wunsch zu erfüllen, und bietet dafür sogenannte Sternfahrten an.

Seit 20 Jahren besteht dieser Verein, dessen Hauptsitz sich in Engeln in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen befindet. 26 ehrenamtliche Helfer engagieren sich regelmäßig, um todkranken Menschen noch einmal Freude zu schenken. Sternfahrten ermöglicht der ASN seit fünf Jahren. Des Weiteren bietet der Verein Erste-Hilfe-Kurse und Sanitätsdienste an. „Ganz wichtig ist zu erwähnen, dass wir kein Rettungsdienst sind und keine Krankentransporte machen“, klärt ASN-Vorsitzender Frank Hupe auf.

Auch künftig bleibe das Hauptgeschäft in Engeln beheimatet. Der Standort in Bücke diene in erster Linie als Unterstand für den Fuhrpark des Vereins. Einige Sozialräume für die Mitglieder sind dort ebenfalls vorhanden. Wer möchte, kann sich vor Ort außerdem über das Angebot der Sternfahrten informieren, dafür sei laut Hupe ein Empfangsraum im rechten Gebäudeteil eingerichtet worden.

Gut ein Jahr lang stand die Werkstatt leer. Der vorherige Besitzer sei in ein Insolvenzverfahren gekommen, schildert Hupe. Quasi von einem auf den anderen Tag sei die Werkstatt geschlossen worden. Auch deshalb würden sich dort noch viele „Altlasten“ befinden, die der ASN jetzt nach und nach entsorgt. Einen Teil der Werkstatteinrichtung verkauft der Verein, um so ausbleibende Einnahmen während der Corona-Krise zumindest ansatzweise deckeln zu können. „Im Monat verlieren wir derzeit etwa 8 000 bis 10 000 Euro“, beschreibt Hupe. Die Einnahmen würden in erster Linie durch Erste-Hilfe-Kurse generiert, die der ASN momentan nicht anbieten dürfe. Zweite Einnahmenquelle seien Spenden, aber auch diese würde derzeit weniger eingehen, da viele Menschen aufgrund der Pandemie selber in finanzielle Not geraten seien. Die Sternfahrten selbst sind kostenlos, das ist dem Verein wichtig. Während also die Einnahmen fehlen, bleiben die Ausgaben unverändert. Die drei Rettungswagen, ein Mannschaftsbus sowie ein spezieller Anhänger für das Wattmobil müssten auch weiterhin unterhalten werden.

Die Entscheidung, das Gebäude in Bücken zu kaufen, sei im Dezember per Vereinsbeschluss gefallen. Anfang September vergangenen Jahres hätten sich einige Mitglieder das Gebäude zunächst angesehen. Seit dem 5. Mai hat der Verein die Schlüssel und räumt seitdem dort täglich auf. „Es ist noch sehr viel zu tun“, sagt Hupe und gibt unverblümt zu: „Wäre die Corona-Pandemie früher ausgebrochen, dann wüsste ich nicht, ob wir das Gebäude trotzdem gekauft hätten.“ Ihm sei aber bewusst, dass die Investition dringend notwendig gewesen sei. Der Platz habe zuvor hinten und vorne nicht gereicht, teilweise mussten die Fahrzeuge bei den ASN-Mitgliedern privat geparkt werden.

In den kommenden Wochen räumen die Mitglieder in Bücken weiter auf, auch einige Renovierungsarbeiten stehen noch an. Der Einzug sei für etwa Ende Juni geplant. „Nach Corona soll es dann auch noch einen Tag der offenen Tür geben“, erklärt Frank Hupe. Ihm sei es wichtig, dass auch die Bücker Bürger sowie alle Interessierten erfahren, was dort passiert.

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