Kunstaktion „95 Thesen-Bilder“ beginnt in Eitzendorf mit Gottesdienst

Alte Worte in neuen Farben

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Pastorin Friederike Werber interviewt Henning Diers vor dem ersten Thesen-Bild.

Eitzendorf - Von Anette Steuer. Festlich geschmückt präsentierte sich die Eitzendorfer Kirche den Besuchern zum Eröffnungsgottesdienst der Kunstaktion „95 Thesen-Bilder“. Der große Weihnachtsbaum strahlte mit den Kerzen am Altar um die Wette, und von der Empore erschallte das berühmte „Halleluja“ aus Georg Friedrich Händels „Messias“, stimmgewaltig gesungen vom Asendorfer St.-Marcellus-Chor – ein prächtiger Auftakt der mehrjährigen Aktion.

Pastorin Friederike Werber begrüßte die zahlreichen Besucher, die einen sehr festlichen Gottesdienst erlebten. Im Mittelpunkt stand die Eröffnung von „95 Thesen Bilder“ (wir berichteten). In der Eitzendorfer Kirche nahm dieses einzigartige Projekt seinen Anfang. Der Hasseler Künstler Henning Diers malt in den kommenden 95 Wochen jeweils ein Bild zu den 95 Thesen Luthers, die dieser 1517 verfasste. Wenn die evangelische Kirche 2017 500 Jahre Reformation feiert, will Henning Diers zu jeder These ein Bild fertiggestellt haben.

Die erste These war Teil der Predigt in Eitzendorf. Sie lautet:

Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht ,Tut Buße‘ und so weiter (Matthäus 4,17), hat er gewollt, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll.

Pastorin Friederike Werber nahm die Gottesdienstbesucher mit auf einen spannenden Weg, der bei der Weihnachtsgeschichte begann und bis in die Gegenwart zum ersten Thesen-Bild führte. Passende musikalische Unterstützung erfuhr sie vom St.-Marcellus-Chor unter der Leitung von Charlotte Jacobi.

„Welche Bedeutung haben die Thesen und damit Luther für Sie, für uns heute?“, fragte Werber den Künstler Henning Diers. „Luther machte sehr stark deutlich, dass wir uns Gott nicht beweisen können und es auch nicht müssen. Wir können ihm nichts bieten außer uns selbst“, antwortete Diers. „Wenn diese Erkenntnis vorher nicht da war, so wurde sie damit und durch Luther ganz wichtig.“

In seinem ersten Bild, das goldene Treppen, ein Gesicht und Teile eines Gewands zeigt, widmet sich Henning Diers auch dem Begriff „Buße“. Zum aktuellen Bezug des Worts sagte er: „Zum einen möchte ich nicht die alten, sperrigen Begriffe malen, sondern die möglichen Bedeutungen dahinter finden. Zum anderen birgt wahre Buße auch die Chance zur Veränderung, die im echten Leben in kleinen Schritten vonstatten geht. Für die kleinen Schritte, die Lebenswege, stehen die Treppen im Bild. Dabei geht es auf- und abwärts.“

Pastorin Werber griff diesen Gedanken in ihrer Predigt auf: „Eigentlich vermeiden wir ja am liebsten Stufen. Wir nehmen eher den Fahrstuhl und nicht die Treppe. Doch unser Lebensweg ist nicht barrierefrei. Er besteht aus vielen Stufen: Grundstufe, Mittelstufe Oberstufe und Pflegestufe. Wir kommen nicht um die Stufen drumherum. Wir wollen in unserem Leben Stufen, unbequeme Wege vermeiden, aber das geht gar nicht. Auch die unbequemen Stufen führen zu Gott.“

Die nächsten beiden Bilder werden am Sonntag, 10. Januar, in Hoyerhagen bei einem Abendgottesdienst um 19 Uhr sowie am Sonnabend, 16. Januar, um 18 Uhr in der Hasseler Kirche vorgestellt.

https://bilder95thesen.wir-e.de

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