Bassumer Musiker krönen Bücker „Orgelherbst“

Der Kultur-Glanzpunkt strahlte nur zwei Konzerte lang

Réka-Zsuzsánna Fülöp (Alt) und Ralf Wosch an der Orgel der Stiftskirche Bücken. Im zweiten Teil des Konzerts verließen sie die Orgelempore und begaben sich auf Augenhöhe mit dem Publikum, wo Wosch E-Piano spielte. - Foto: Horst Friedrichs

Bücken - Von Horst Friedrichs. Der Kalenderherbst hat gerade erst begonnen, da hört der „Orgelherbst“ schon wieder auf: Die beliebte Veranstaltungsreihe der Kirchengemeinde Bücken umfasste diesmal nur zwei Konzerte, eines Anfang September und das zweite Ende des Monats. Zahlreiche Zuhörer kamen am Sonntag in die Stiftskirche am Marktplatz, um Réka-Zsuzsánna Fülöp (Alt) und Ralf Wosch (Orgel und Klavier) zu hören. Das Ehepaar aus Bassum bewies schon mit dem ersten gemeinsamen Stück, Johann Sebastian Bachs Arie „Ich will dich all mein Leben lang“, dass es einen krönenderen Abschluss für den diesjährigen Bücker Kultur-Glanzpunkt „Orgelherbst“ kaum hätte geben können.

„Unser Terminkalender war schon frühzeitig prallvoll“, nennt Karin Sporleder vom Kirchenvorstand den Grund für die diesjährige Kürze des „Orgelherbsts“. „Es gab einfach keinen freien Wochenend-Termin mehr für ein weiteres Orgelkonzert in der Stiftskirche.“ Am späten Sonntagnachmittag begrüßte Karin Sporleder die Zuhörer, schilderte die musikalischen Werdegänge des Musiker-Ehepaars aus Bassum und lud zum Konzert-Ausklang mit Wein und Käse ein.

Ralf Wosch eröffnete das Konzert als Solist an der Orgel. Mit „Primi Toni“ von Arnold Schlick lieferte er einen Auftakt, der die Klangvielfalt der „Königin der Instrumente“ auf frappierende Weise darstellte. Seiner Begrüßungsansprache ließ Ralf Wosch ein weiteres Solostück für Orgel folgen, die Variationen über „Ei, du feiner Reuter“ von Samuel Scheidt.

Nachdem Réka-Zsuzsánna Fülöps warme und zugleich fein nuancierte Altstimme zum ersten Mal in diesem Konzertprogramm gemeinsam mit der Orgel erklungen war, präsentierte Ralf Wosch wiederum solo eine Choralbearbeitung von Heinrich Scheidemanns „Dies sind die Heiligen zehn Gebot“ und „Vater unser im Himmelreich“.

Alt und Orgel erklangen mit „Dir, dir, Jehova, will ich singen“ von Johann Sebastian Bach als vorletztes Stück der ersten Konzerthälfte, die danach mit Orgel-Variationen über „Was Gott tut, das ist wohlgetan“, ebenfalls von Bach, endete.

Nach der Pause, im zweiten Teil des Konzerts, verließen Sängerin und Organist die Orgelempore und begaben sich auf Augenhöhe mit dem Publikum. Dort, vor dem Altarraum, stand ein E-Piano mit Verstärkeranlage – bereit für Antonín Dvoráks „Biblische Lieder“ opus 99 für Alt und Klavier. Réka-Zsuzsánna Fülöp und Ralf Wosch boten damit ein musikalisches Kleinod, das bei den Zuhörern für Begeisterung sorgte.

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