Star-Pianist Jorge Luis Pacheco erntet Jubel in Bücken

Kubanische Klavierkunst

Überraschungsgast des Bücker Konzertabends mit dem Starpianisten Jorge Luis Pacheco war dessen Ehefrau Anna-Rabea Pacheco als Sängerin. Foto: Horst Friedrichs

Bücken - Von Horst Friedrichs. Familiär ging es zu – am Freitag bei einem herausragenden Konzertabend in der Kleinkunstdiele Bücken. „Ihr seid meine Familie!“, rief Starpianist Jorge Luis Pacheco seinem Publikum zu und erntete dafür Jubel und lautstarken Applaus. Als Überraschungsgast hatte Pacheco eine wirkliche Familienangehörige mitgebracht, seine Ehefrau Anna-Rabea als Sängerin. Die Konzertbesucher erlebten schwindelerregende Höhenflüge der Klavier-Virtuosität, als der Meister der weißen und schwarzen Tasten erneut seinen Ruf als Vorreiter der jungen Generation des modernen kubanischen Jazz unter Beweis stellte.

Vor acht Jahren gastierte der Aufsehen erregende junge Pianist aus Havanna erstmals mit einem kubanischen Chor in der Hoyaer Martinskirche. Daran erinnerte Peter Klein, Betreiber der Kleinkunstdiele, in seiner Begrüßung am Freitagabend. Nach dem Kennenlernen, damals, sei Jorge Luis Pacheco mindestens einmal pro Jahr in der „Diele“ aufgetreten. Und: „Seine Konzerte waren immer eine Überraschung“, sagte Peter Klein, „denn oftmals kam er zusammen mit Musikern, die er vorher nicht angekündigt hatte“. Dass es sich bei den unerwarteten Gastmusikern stets um hochtalentierte Begleiter handelte, stand außer Frage.

Aktueller Überraschungsgast war Anna-Rabea Pacheco, die Ehefrau des Weltklasse-Pianisten. Die Gesangsstücke, die die beiden gemeinsam oder auch solo vortrugen, hatten die Qualität zur Erzeugung von Gänsehautgefühlen. Für ihre Vokalbeiträge wurde Anna-Rabea Pacheco mit tosendem Beifall belohnt. Regelrechte Beifallsstürme galten „El Pache“ – so der Spitzname ihres Ehemanns – vom Anfang bis zum Ende des Konzerts. Von unbändigem musikalischem Ideenreichtum geprägt, stellte er in Bücken neue Beispiele seiner Arbeit als Klaviervirtuose, Komponist, Arrangeur und Sänger vor.

Im Vordergrund stand dabei sein neuestes Album mit dem Titel, der zugleich Motto der Konzerttournee ist: „Con el Pache Me Voy“ (Ich gehe mit Pache). „Anna“ heißen gleich zwei Lieder – auf Englisch und auf Spanisch – auf der CD, und auch weitere Stücke aus dem Album gehörten zum Konzertprogramm. So etwa „Alfonsina y el Mar“, „Estas en Mi Corazon“ oder „Balada Sin Nombre“. Komponenten unendlich scheinender rhythmischer Vielfalt bestimmten die geradezu artistischen Leistungen der „flying hands“ (deutsch: fliegenden Hände), derer Jorge Luis Pacheco weltweit gerühmt wird.

Für seinen eigenen, einzigartigen Stil, den er von Jahr zu Jahr weiterentwickelt und perfektioniert, lieferte Pacheco in Bücken ein erneutes furioses Beispiel. Dabei wird der Flecken als Veranstaltungsort in internationalen Kritiken in einem Atemzug genannt mit so klangvollen und berühmten Namen wie dem Lincoln Center in New York, der Jazzhauptstadt der Welt, dem Kennedy Center in Washington D.C. und dem internationalen Piano-Wettbewerb in Montreux, Schweiz. Auftritte beim „Blue Note Jazz Festival“ oder im legendären Apollo Theatre in New York waren Meilensteine in der Weltkarriere Pachecos.

Dazu gehörte auch eine Begegnung mit Cab Calloways Tochter Cabella Calloway. Sie hörte ihn, war begeistert und wurde seine Produzentin. Als Sponsorin trug sie zur Verwirklichung seiner CD „Con el Pache Me Voy“ bei, die, in Kuba aufgenommen, am Rand des Bücker Konzerts auch reißenden Absatz fand.

Auch ein neues technisches „Baby“ stellte Pacheco in der Kleinkunstdiele vor, ein Looper-Pedal, mit dessen digitaler Hilfe er raffinierte rhythmisch-melodische Untermalungen zu seinen perlenden Tonfolgen und harmonischen Kaskaden erzeugte, die seine Zuhörer in einen wahren Begeisterungstaumel versetzte. Überdies war es für Jorge Luis Pacheco die persönliche Premiere am neuen Konzertflügel der Kleinkunstdiele.

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