Das A-cappella-Quintett „Aquabella“ begeistert bei Premierenkonzert im „Tokunft Hus“

Kristallklarer Klang

Erstmals in neuen Räumen im Herzen Bückens: Im „Tokunft Hus“ an der Marktstraße, unter den Türmen der Stiftskirche, begrüßt Peter Klein ein zahlenstarkes Publikum zum Premierenkonzert der A-cappella-Gruppe „Aquabella“ aus Berlin. Foto: Horst Friedrichs

Bücken - Von Horst Friedrichs. Kristallene Klänge im neuen Kreativzentrum. Klar waren die Stimmen des A-cappella-Quintetts „Aquabella“, neu der Konzertsaal und die angrenzenden Räume: Am Samstag erlebten Gäste im „Tokunft Hus“ in Bücken als Premiere ein abendliches Musikereignis von höchstem Niveau. Als international renommierte Formation der Weltmusik boten die fünf Sängerinnen aus Berlin ein Programm, das die Zuhörer im ausverkauften „Hus“ zu wahren Begeisterungsstürmen hinriss.

Als Veranstaltung der Kleinkunstdiele präsentierte deren Betreiber, Peter Klein, das Auftakt-Event im neu eröffneten „Tokunft Hus“ (Marktstraße 27) in Bücken und schilderte in seiner Begrüßungsansprache dessen Entstehung und Funktion als Coworking Space (wir berichteten). Die Hausnummer 27 befindet sich an der Einmündung der Marktstraße in die Bruchstraße und die Straße Am Markt, nur einen Steinwurf von der Stiftskirche entfernt. Das schmucke Fachwerkgebäude beherbergte zuvor die Bücker Sparkassenfiliale.

Neben seiner eigentlichen Funktion soll das „Tokunft Hus“ unter der Regie der Kleinkunstdiele auch als deren kulturelle „Zweigstelle“ ein Hort kreativen Geschehens werden – und das an zentraler Stelle im Flecken. Dass sich diese Funktion mit Brillanz erfüllen lässt, zeigte sich bereits bei der Premiere. Die Musikliebhaber aus der näheren und der weiteren Umgebung würdigten das toprangige Konzertangebot, indem sie in großer Zahl zur ersten Veranstaltung an bislang ungewohntem Ort kamen.

Musikalisch dauerte die Eingewöhnungsphase bestenfalls ein paar Minuten – so lange, wie das erste Stück des Quintetts zu hören war. „Ayadooeh!“ hieß der Titel, mit dem „Aquabella“ das Bücker Konzert eröffneten und damit zugleich eine ihrer CDs mit „Hits der Weltmusik“ vorstellten. Geschliffene Harmonien, feinfühlige und fast unauffällige Modulationen bis hin zu temperamentvollen stimmlichen Ausbrüchen prägten die Lieder der fünf Sängerinnen von Anfang an und vermittelten einen Eindruck davon, worauf ihr Erfolg auf den Bühnen der Welt beruht.

Stürmischer Applaus, ja regelrechter Jubel, vermischt mit freudig gellenden Beifallspfiffen, brach los, kaum dass die letzten wohlgesetzten Harmonietöne des ersten Stücks verklungen waren. Und dabei sollte es während der ganzen zweistündigen Konzertdauer bleiben. Das Publikum wurde nicht müde, die Ausnahme-Leistungen der Sängerinnen mit lautstarker und nicht enden wollender Begeisterung zu belohnen. Und am eigentlichen Ende, nach dem programmgemäßen Schluss mit dem Vaterunser auf Kisuaheli, wollte der Beifall erst recht kein Ende nehmen. Erst nach zwei Zugaben konnte Peter Klein noch einmal die Bühne betreten und den Sängerinnen für einen außergewöhnlichen Klanggenuss danken.

Aus den vielen Ländern der Welt, die sie in musikalischer Mission bereist haben, brachten die Sängerinnen von „Aquabella“ stets Lieder mit, die ihnen ins Ohr stachen oder von Einheimischen mit auf den Weg gegeben wurden. In 20 Sprachen stellten sie im „Tokunft Hus“ einen ausdrucksstarken Querschnitt dieser Lieder vor, und in jedem Fall brillierten sie mit traumhafter Textsicherheit, so exotisch das jeweilige Idiom auch sein mochte. Das reichte vom Kinderlied auf Mandarin über Hebräisch mit arabischem Akzent bis hin zu den feinen Unterschieden zwischen ostfinnischen und westfinnischen Gesängen.

Die Stimmen der „Aquabella“-Sängerinnen füllten das weite Feld vom zartesten Sopran bis zum fundamentalen Alt aus, und bei den Erläuterungen, die sie zu jedem Stück gaben, half eine ausgefeilte Choreografie mit tänzerischen sowie gestischen und mimischen Begleitungen in höchster Vollendung zum letztendlichen Verständnis. Bettina Stäbert, die nicht nur als Sängerin, sondern auch als Managerin fungiert, stellte dem Publikum ihre Mitstreiterinnen vor: Anett Levander, Maria Tomaschke, Nadja Dehn und Elisabeth Sutterlüty. Für einen bänkelsängerischen Titel brauchten sie einen starken Mann, wie sie sagten. Ihre Auswahl aus den Publikumsreihen fiel auf Jonas Kühnling, dem die Aufgabe zufiel, eine Bilderrolle zu halten.

Der nächste Termin:

Der Pianist Jorge Luis Pacheco gibt am Freitag um 20 Uhr ein Konzert in der Kleinkunstdiele Bücken (Unter den Eichen 9).

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