Bis zum 22. Juni wird die Pflanze gesammelt

Kreuzkraut den Kampf angesagt

Insbesondere das Jakobskreuzkraut ist in der Samtgemeinde verbreitet. - Foto: imago

Samtgemeinde - Die Auftaktveranstaltung zum Kreuzkraut-Projekt in Hoya im März fand große Resonanz. In der Landesreitschule waren neben Vertretern von Reitvereinen auch weitere Privatpersonen und Imker sowie Lüder Cordes von der Bezirksstelle Nienburg der Landwirtschaftskammer, der über die Problematik und den Umgang mit der Pflanze sprach. Das starke Engagement sowie die rege Teilnahme an der Diskussion haben gezeigt, dass Handlungsbedarf besteht.

Ziel des Projekts von Naturschutzverein, Samtgemeinde und Landwirtschaftskammer ist es, das Kreuzkraut-Vorkommen in der Region zu erfassen sowie die Pflanzen gegebenenfalls von Pferdewiesen und Flächen zur Heugewinnung und angrenzenden Bereichen zu entfernen. Insbesondere handele es sich dabei um das Jakobskreuzkraut.

Gefahr für Pferde und Rinder

Die Pflanze bereitet vor allem Pferdehaltern, aber auch Imkern Sorge, schreibt der Naturschutzverein Weseraue in einer Pressenotiz. Der Grund: Kreuzkräuter enthalten bitter schmeckende Inhaltsstoffe, mit denen sich die Pflanzen gegen Fressfeinde schützen. Diese Stoffe „wirken stark leberschädigend, krebserregend, embryonen- und erbgutschädigend“, schreibt der Verein. Besonders Rinder und Pferde seien gefährdet, wenn Heu gefüttert wird, das Kreuzkraut enthält oder auf der Weide selbst Kreuzkraut steht und die Tiere dieses in größeren Mengen verzehren. Extrem geringe Spuren des Stoffs können außerdem laut Pressenotiz in manchen Honigsorten vorkommen, da die Bienen das Kraut anfliegen. „Ob das für den Menschen gefährlich ist, wird aktuell untersucht“, heißt es weiter. Eine unmittelbare Gefahr für den Menschen gehe von der reinen Pflanze nicht aus.

Das Ergebnis der Auftaktveranstaltung im März: Eine samtgemeindeweite Aktion für die Eindämmung des Krauts ist sinnvoll. Ähnlich wie die bewährten Müllsammelaktionen soll die Pflanze entfernt, in Säcke gefüllt und zu einem Container gebracht werden. Morgen fällt der Startschuss, bis zum 22. Juni ist die Sammelaktion angelegt.

Aufklärungsarbeit leisten

Alle, die mithelfen wollen, die Samtgemeinde vom Kreuzkraut zu befreien, sollen dem Naturschutzverein mitteilen, in welchem Bereich sie tätig werden wollen und ob dabei Unterstützung notwendig ist. Zudem rufen die Naturschützer dazu auf, Aufklärungsarbeit zu leisten und Interessierten zu erläutern, wie das Kraut korrekt entfernt wird. Besonders wichtig sei das Tragen von Handschuhen, erklärt der Vorsitzende des Vereins, Dr. Arne Röhrs. Dann solle die Pflanze mitsamt Wurzel entfernt werden. Dabei kann beispielsweise eine Forke helfen.

Die Abgabestelle für in sorgfältig geschlossenen Müllsäcken gesammeltes Kraut ist der Wertstoffhof in Hoya an der Von-dem-Bussche-Straße. Dort steht während der Öffnungszeiten, also montags bis freitags von 9 bis 17.30 Uhr sowie samstags von 9 bis 14 Uhr, ein Container bereit. Die Kosten für die Entsorgung des Kreuzkrauts trägt die Samtgemeinde.

Eine weitere Möglichkeit zur Abgabe ist bei der Spedition Jülke Ecke Kiebitzmark. Aufgrund der Sperrung des Hasseler Steinwegs richtet der Betrieb Abfallwirtschaft Nienburg (BAWN) dort eine mobile Grüngutannahmestelle ein. Die Abnahme erfolgt dort sonnabends von 9 bis 12 Uhr, erstmalig am 10. Juni.

Weitere Informationen zum Projekt beim Verein unter Telefon 04256/982324 oder per E-Mail an info@naturschutzverein-weseraue.de sowie im Internet:

www.naturschutzverein-weseraue.de

www.ak-kreuzkraut.de

www.kreuzkraut.de

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