Kreiszeitungsarchivar Wilhelm Meyer ist tot

Seine Fröhlichkeit wird uns fehlen

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Wenn es Probleme gab, war Wilhelm Meyer stets zur Stelle. Wo er helfen konnte, bot er seine Hilfe auch an. Auf dem Bild weist er gerade einen Lkw-Fahrer ein.

Hassel - Wilhelm Meyer ist tot. Unser Mitarbeiter starb nach kurzer, schwerer Krankheit am Sonnabend, wenige Tage vor seinem 80. Geburtstag. Seit mehr als 30 Jahren hat er das Archiv der Kreiszeitung betreut und das Team der Hoyaer Geschäftsstelle unterstützt.

Wilhelm Meyer wurde 1935 in Hilgermissen geboren und wuchs mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder Henry auf. 1943 zog die Familie, nachdem ihr Wohnhaus von einer Brandbombe getroffen worden war, zu einem Verwandten nach Hoya. Dort musste Wilhelm in der Schule seine erste Fremdsprache lernen, wie er gerne erzählte: Hochdeutsch. Später zog er nach Hassel und arbeitete lange als Tischler für die Firma Möbel Müller in Hoya.

Nicht erst in seinem Ruhestand widmete sich „Willem“, wie ihn viele nannten, der Heimatkunde und engagierte sich auch im Hoyaer Heimatmuseum.

Außerdem liebte Wilhelm Meyer den Fußball. Er hat für Hoya und Hassel gekickt und war Schiedsrichter. Bis vor Kurzem betreute er bei den Spielen der SG Hoya die Schiris – eine Tätigkeit, die ihm sehr viel Freude bereitete und die vor allem bei den älteren Schiedsrichtern gut ankam.

Kontaktfreudig und zuvorkommend wie er war, kam er schnell mit anderen ins Gespräch. Wilhelm Meyer hatte nicht nur meist ein Lächeln auf den Lippen, sondern oft auch ein Liedchen. Und die dazu passenden Tanzschritte gab er nicht selten ebenfalls zum Besten – bevorzugt, wenn Damen anwesend waren. Seine Frau Hannelore starb 2005. Das Paar war 43 Jahre verheiratet gewesen und hat einen Sohn.

Obwohl ihm das Alter in den vergangenen Jahren zunehmend zu schaffen machte, so klagte er nie. Nur wenn ihm mal etwas misslang und er darauf angesprochen wurde, gab er manchmal den Beleidigten – ehe sein fröhliches Gemüt wieder die Oberhand gewann. Bis zu seiner Erkrankung vor wenigen Wochen half er jeden Vormittag im Archiv der Kreiszeitung, klönte gern, las bei einer Tasse Kaffee ausgiebig Zeitung und teilte mit einem verschmitzten Lächeln stets mit, wenn er gedachte, sich nun dem Sportteil des Konkurrenzblatts zu widmen. Am Nachmittag brauste er dann in seinem Golf 2 davon, zum Beispiel um sich mit Freundinnen auf einen weiteren Kaffee zu treffen.

Als Tischler waren ihm Beerdigungen nicht fremd, und viele Jahre half er einem Bestatter als Sargträger. Morgen wird Wilhelm Meyer nun selbst auf dem Friedhof in Hassel beigesetzt. Die Trauerfeier beginnt um 14 Uhr.

mwe

Wilhelm, wir vermissen dich. Du warst ein so hilfsbereiter, fröhlicher und liebenswürdiger Kollege, wie man ihn sich nur wünschen kann.

Deine Kollegen derKreiszeitung in Hoya

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