Kraftvolles Gesamtkunstwerk

Kirchenkunstaktion „Bilder95Thesen“: Fulminanter Abschlussgottesdienst

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Künstler Henning Diers vor dem Gesamtkunstwerk, das in der St.-Marien-Kirche enthüllt wurde. 

Wechold - Von Anette Steuer. Mit einem fulminanten Abschlussgottesdienst in Wechold ging nun die Kirchenkunstaktion „Bilder95Thesen“ zu Ende. Etwa 750 Besucher füllten die St.-Marien-Kirche bis auf den wirklich allerletzten Quadratmeter. Mehr als 50 Blechbläser aus der Region sorgten für die passende musikalische Begleitung des knapp zweistündigen Events. Zahlreiche Helfer vom Kirchenvorstand bis zur Freiwilligen Feuerwehr waren im Einsatz, um diesem Tag einen feierlichen Rahmen zu geben und für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Der Gottesdienst wurde ein großes Fest, ein gemeindeübergreifendes Reformationsfest.

Rückblick: Ende Dezember 2015 lagen 95 weiße Leinwände bereit, jede einzelne 90  mal 30 Zentimeter groß. Zusammen ergeben sie eine Fläche von 25,65 Quadratmetern, die aus fünf Reihen Leinwänden mit jeweils 19 Bildern besteht. Aus dieser riesigen, weißen Fläche kreierte der Hasseler Künstler Henning Diers in den vergangenen 95 Wochen ein bundesweit einmaliges Gesamtkunstwerk. Jede Woche bemalte er eine Leinwand zu einer der 95 Thesen Martin Luthers.

Von dem Gesamtkunstwerk war Diers zu Beginn der Kirchenkunstaktion „Bilder95Thesen“ im Januar 2016 noch weit entfernt. Und dass es jemals dieses Werk in voller Größe zu bestaunen geben würde, konnte sich mancher nicht vorstellen. Auch der Künstler verriet jetzt, dass es Momente gab, in denen er sich nicht sicher war, ob er es denn wirklich schaffen würde. Doch er schaffte es.

Neun Kirchengemeinden aus der Region – Bücken, Eitzendorf, Eystrup, Hassel, Haßbergen, Hoya, Hoyerhagen, Magelsen und Wechold – trugen mit ihren jeweiligen Pastoren dieses Kirchenkunstprojekt maßgeblich mit.

Gesamtbild erstmalig in einem Gottesdienst präsentiert

Und am Wochenende war es so weit: Das bis dato nicht bekannte und noch nicht gezeigte Gesamtbild sollte erstmalig in einem Gottesdienst präsentiert werden. Der Sonntag war gut durch den Trägerkreis geplant: Von Kinderbetreuung und Speisenangebot bis hin zu ausgewiesenen Parkplätzen mit Shuttleservice fehlte es an nichts. Alle beteiligten Kirchengemeinden hatten im Vorfeld die bei ihnen präsentierten Bilder nach Wechold gebracht, wo diese ihren Platz in einem extra angefertigten Gestell fanden. Bis auf das Bild aus der Patengemeinde in Georgsmarienhütte. Erst kurz vor Gottesdienstbeginn erschien eine freundliche Dame von dort mit dem Bild unter dem Arm in der Wecholder Kirche. Damit war das große Thesenbild vollständig.

Der Gottesdienst begann. Im Laufe der Abschlussveranstaltung standen insgesamt neun Kleriker, ein Diakon, ein Politiker und zwei Laien auf der Kanzel. Dann kam der große Moment: Musik erfüllte die St.-Marien-Kirche. Henning Diers stand neben seinem noch verhüllten Kunstwerk. Alle Augen starrten gebannt nach vorne. Bis auf eine sanfte Klavier- und Flötenmelodie herrschte atemloses Schweigen. Und dann, dann fiel das große Tuch herab. Es glitt über die einzelnen Bildreihen. Gab langsam das Bild frei, das Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer später als „kraftvolles, reformatorisches Gesamtkunstwerk“ bezeichnen würde. Nachdem das Tuch den Boden erreicht hatte und der nunmehr freigegebene Blick auf das Bild möglich war, brandete, nach kurzem kollektiven Atemholen der Gemeinde, Applaus auf. Es war geschafft!

„Bilder95Thesen“: Abschlussgottesdienst in Wechold

Bei einigen Ansprachen unter anderem von Detlef Meyer, Superintendent Dr. Jörn-Michael Schröder und Pastor Achim Kunze (Referent für Kunst und Kultur im Haus kirchlicher Dienste in Hannover) und bei einem Glas Sekt oder O-Saft war reichlich Zeit für alle Anwesenden, das Bild zu würdigen, zu bestaunen und zu bewundern.

Aus 95 Bildern zu 95 Thesen ist in 95 Wochen ein 25,65 Quadratmeter großes Bild entstanden. Die Leinwände sind nicht mehr weiß.

bilder95thesen.wir-e.de

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