Wählen unter Corona-Bedingungen

Kommunalwahl: Viel mehr Briefwähler in der Samtgemeinde Hoya als noch 2016

Erst Rot, dann Gelb, dann Blau: Wahlvorsteherin Gabriela Wegehöft (links) und ihre Stellvertreterin Renate Paul zählen gemeinsam mit ihrem Team, bestehend aus zwei Schriftführern und vier Wahlhelfern, in der Hoyaer Grundschule die Stimmen für die Wahl des Kreistags, der Gemeinderäte und der Samtgemeinde aus.
+
Erst Rot, dann Gelb, dann Blau: Wahlvorsteherin Gabriela Wegehöft (links) und ihre Stellvertreterin Renate Paul zählen gemeinsam mit ihrem Team, bestehend aus zwei Schriftführern und vier Wahlhelfern, in der Hoyaer Grundschule die Stimmen für die Wahl des Kreistags, der Gemeinderäte und der Samtgemeinde aus.

Hoya – Um 18.03 Uhr ging es am Sonntag in Hoyas Grundschule ans Auszählen. Das sind die neuen Gemeinderäte in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya.

Um 18.03 Uhr war die Wahl in der Grundschule Hoya – einem der 17 Wahllokale in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya – offiziell beendet. Es folgte eine Umräumaktion: Die Wahlkabinen wurden abgebaut und einige Tische in der Mitte des Raumes zusammengeschoben. „Wir brauchen Platz“, wies Renate Paul, stellvertretende Wahlvorsteherin, ihre sieben Mitstreiter an.

Gemeinsam mit Wahlvorsteherin Gabriela Wegehöft hievte sie die erste Wahlurne auf den Tisch, sodass die vielen gefalteten Zettel sich darauf verteilten. Los ging es mit Rot, also der Auszählung der Stimmen für die Kreistagswahl. Danach sollten Gelb (Gemeindewahl) und Blau (Samtgemeindewahl) folgen. Gleiches Prozedere spielte sich in den Nebenräumen ab. Dort hatten sich die fünf Briefwahlvorstände – aufgeteilt in die Regionen Stadt Hoya; Eystrup und Hämelhausen; Flecken Bücken und Hassel; Hoyerhagen, Schweringen und Gandesbergen sowie Hilgermissen und Warpe – zum Auszählen versammelt.

Und die hatten dieses Jahr besonders viel zu tun: „2021 gibt es mehr als doppelt so viele Briefwähler wie noch 2016“, sagte Uwe Back, Wahlleiter der Samtgemeinde Grafschaft Hoya. Als Grund für diesen Anstieg nennt er die Pandemie. „Viele wollen coronabedingt nicht in die Wahllokale, obwohl wir dort mit Spuckschutzen für Sicherheit gesorgt haben.“

Vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung bei 55,39 Prozent (2021: 57,85 Prozent), 8,47 Prozent davon und damit 1 198 Personen waren Briefwähler. „2021 haben sich 2 593 Personen für die Wahl per Brief entschieden“, weiß Uwe Back, der im Vorfeld sogar mit rund 3 000 Briefwählern gerechnet hatte, und daher statt der zwei Briefwahlvorstände von 2016 auf fünf in diesem Jahr aufstockte. Doch die vermehrten Briefwahlen sorgten bei der Auszählung für deutlichen Mehraufwand. „Das ist viel komplizierter und dauert daher natürlich auch etwas länger“, erklärt er.

Dementsprechend lang mussten auch die einzelnen Gemeinden auf ihre Ergebnisse warten. Die Kreiszeitung hat sich bei einigen Kandidaten umgehört. Petra Ahnemann (WGH), die sich erneut in Hämelhausen aufstellen ließ, versammelte sich gestern Abend mit anderen Kandidaten, Freunden und Familie vorm örtlichen Wahllokal. Mit Blick auf die Zahlen war die Freude bei ihr groß, denn sie sicherte sich 121 der 855 gültigen Stimmen. Vor ihr positionierte sich Gisela Achmus mit 171 Stimmen. „Wir hatten dieses Jahr viele neue Kandidaten in der WGH dabei.

Den Wählern wurde also eine große Bandbreite an Entscheidungsmöglichkeiten geboten, beispielsweise hätte der Rat auch komplett ausgetauscht werden können“, meinte Petra Ahnemann. Doch so kam es nicht: Die Hämelhauser wünschten sich eine Mischung aus bereits erfahrenen und neuen Mitgliedern. Die Frage, ob aus diesen Ergebnissen bereits abzulesen sei, wer neuer Bürgermeister der Gemeinde werde, verneinte Petra Ahnemann. Sie selbst habe in Gesprächen verdeutlicht, dass sie sich vorstellen könne, diesen Job zu übernehmen. „Aber ich bin nicht auf eine Kampfkandidatur aus.“

Mit der neuen Mischung im Stadtrat in Hoya ist auch Anne Sophie Wasner (SPD) sehr zufrieden. Ihre Partei holte 55,44 Prozent der Stimmen und positionierte sich damit weit vor der CDU (38,78 Prozent) und der Basis (5,77 Prozent). Letztere ist nun mit Einzelkandidatin Brigitte Stöver neu in das Gremium eingezogen. „Es wäre mein größter Wunsch, dass wir die angestoßenen Projekte aus den vergangenen Jahren gemeinsam weiterführen“, sagte Anne Sophie Wasner. Weniger glücklich war sie hingegen über die Wahlbeteiligung, die in Hoya bei 52,02 Prozent lag. „Das ist schon enttäuschend, schließlich können die Bürger gerade bei der Kommunalwahl mitentscheiden.“

Heiko Lange (UWGH) hingegen freute sich über die Wahlbeteiligung in seiner Heimatgemeinde Hassel. Dort liegt diese nämlich bei 59,2 Prozent. Im Vergleich zu 2016 sei das ein Anstieg von rund sieben Prozent, meinte er. Der Grund für den Anstieg liege womöglich darin, dass die UWGH dieses Mal explizit auf junge Medien wie Instagram und Co. gesetzt und damit auch viele junge Menschen angesprochen habe.

Zudem sei ein weiteres seiner persönlichen Ziele erfüllt worden, nämlich die weibliche Beteiligung im Gremium zu erhöhen. Über sein persönliches Abschneiden kann Heiko Lange ebenfalls nicht meckern. Mit 905 der 2 505 gültigen Stimmen zog er an allen anderen Kandidaten vorbei. „Ich bedanke mich bei allen Wählern, die auf diese Weise meine Arbeit in den vergangenen fünf Jahren honoriert haben, und ich hoffe, jetzt darauf aufbauen zu können“, sagte er voller Freude.

Zwei Sitze im Gemeinderat Eystrup und damit einen mehr als noch im Jahr 2016 holten sich dieses Jahr die Grünen. „Das Ergebnis ist sehr zufriedenstellend“, meinte Dr. Ingo Schönfelder gestern Abend. Auch der Anteil der Stimmen sei „eine ganze Menge mehr“ als bei der vorangegangenen Wahl. Die Grünen liegen 2021 bei 11,74 Prozent, 2016 waren es noch 8,51 Prozent. Gegen die SPD (43,07 Prozent) und die CDU (37,72 Prozent) kamen sie 2021 dennoch nicht an. Nur die FDP konnten sie mit 7,47 Prozent hinter sich lassen. Die Wahlbeteiligung in Eystrup lasse laut Ingo Schönfelder jedoch zu wünschen übrig. „Um die 50 Prozent sind leider die Regel. Es wäre schön, wenn es mehr wäre, denn jede Stimme, die nicht zur Auszählung kommt, ist eine verlorene.“

Zwar standen die Ergebnisse in Hilgermissen zu Redaktionsschluss noch nicht komplett fest, doch Johann Hustedt (WGH) nahm Stellung zum Zwischenstand. „So wie es aussieht, hat die Wählergemeinschaft Hilgermissen keine absolute Mehrheit mehr – anders als in den vergangenen Jahren. Mal sehen, was wir daraus machen werden.“ Trotzdem zog die WGH mit 48,85 an den Grünen (8,44 Prozent) und der WfH (42,71 Prozent) vorbei.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

Schlemmen im Sommer: Entdecken Sie kreative Rezepte im Magazin „Küchengeheimnisse“

Schlemmen im Sommer: Entdecken Sie kreative Rezepte im Magazin „Küchengeheimnisse“

Der STERNGLAS Topseller im exklusiven Deal - 50 Euro sparen!

Der STERNGLAS Topseller im exklusiven Deal - 50 Euro sparen!

Meistgelesene Artikel

AfD und „Basis“: Zwei neue Parteien im Samtgemeinderat der Grafschaft Hoya

AfD und „Basis“: Zwei neue Parteien im Samtgemeinderat der Grafschaft Hoya

AfD und „Basis“: Zwei neue Parteien im Samtgemeinderat der Grafschaft Hoya
Motorradmuseum in Eystrup offiziell eröffnet: „Im 2-Takt“ atmet Geschichte

Motorradmuseum in Eystrup offiziell eröffnet: „Im 2-Takt“ atmet Geschichte

Motorradmuseum in Eystrup offiziell eröffnet: „Im 2-Takt“ atmet Geschichte
Wer bekommt den Nienburger Chefsessel?

Wer bekommt den Nienburger Chefsessel?

Wer bekommt den Nienburger Chefsessel?
Uchte: Autos stoßen frontal zusammen

Uchte: Autos stoßen frontal zusammen

Uchte: Autos stoßen frontal zusammen

Kommentare