„Tanz-Kaffee“ im Hoyaer Lindenhof knüpft an vergangene Zeiten an

„Kolkmusikanten“ lassen Tradition wieder aufleben

Die Tanzfläche im Saal des Lindenhofs war stets gefüllt, als die „Hilgermisser Kolkmusikanten“ (im Hintergrund auf der Bühne) zum „Tanz-Kaffee“ eingeladen hatten. Foto: Horst Friedrichs

Hoya – Duft von aufgebrühtem Kaffee und frisch gebackenem Kuchen liegt in der Luft. Im Saal des Lindenhofs breitet sich erwartungsvolle Behaglichkeit aus. Menschen strömen in heiteren Scharen aus der spätsommerlichen Nachmittagssonne herein und nehmen die Plätze rund um die Tanzfläche ein.

Auf der Bühne funkelt golden poliertes Messing von Blasinstrumenten, die in den Händen der Musiker schon gleich zu volltönendem Leben erwachen werden. Vorn, am Podium, bereiten sich die „Plattsnackers“ darauf vor, dem Publikum heitere Geschichten zu erzählen. Fleißige Servicekräfte versorgen die Gäste in versiertem Handumdrehen mit Torte, Butterkuchen und Kaffee, und dann legen sie los, die „Hilgermisser Kolkmusikanten“. 

Schwungvoll mitreißend und mit vollem Bläserklang stimmen sie ihr Publikum auf einen Nachmittag voller Musik und Heiterkeit ein. So begann im festlich eingerichteten Hoyaer Lindenhof ein Programm, das an frühere beliebte Konzert- und Tanzveranstaltungen anknüpfte. „Tanz-Kaffee – wie es früher einmal war“ hatten die „Kolkmusikanten“ ihre Einladung überschrieben, und viele Musik- und Tanzbegeisterte aus Hoya und Umgebung ließen sich nicht zweimal dazu auffordern.

Schon sehr bald nach dem Einlass um 14 Uhr wurden freie Plätze an den blütenweiß eingedeckten Kaffeetafeln zur Mangelware. „Wir freuen uns, dass so viele gekommen sind“, begrüßte Bernd Wiesner, Leiter der „Kolkmusikanten“, die Gäste im vollbesetzen Saal. Aus der Freude wurde Begeisterung, sprang doch der „Zündfunke“ schon nach den ersten Takten der 13 Mann starken Blaskapelle auf das Publikum über – und augenblicklich zurück. Die wahrhaft anfeuernde Wechselwirkung zwischen Musikern und Zuhörern beflügelte mit Gegenseitigkeitseffekt.

„Wir tanzen mit Freude“, übersetzte Bernd Wiesner den lateinischen Eröffnungstitel der Veranstaltung, und davon ließen sich die Gäste für den Rest des Konzert- und Tanznachmittags nur zu gern leiten. Ob Walzer, Polka, Tango oder Marsch, die „Kolkmusikanten“ servierten die Vielfalt der Rhythmen mit geradezu magischer Anziehungskraft, sodass es die Tanzbegeisterten schon nach den ersten Takten nicht mehr auf den Plätzen hielt – was dazu führte, dass auf dem Parkett dauerhaft Hochbetrieb herrschte.

Humorvoll bereicherten die „Plattsnackers“ aus Rohrsen das Programm: Renate und Manfred Dopieralski lasen aus dem breiten Repertoire ihrer selbstverfassten Geschichten, die zum Lachen und auch zum Nachdenken anregten.

„Das war ein Volltreffer“, bewertete ein Zuhörer die Veranstaltung, mit der „Kolkmusikanten“ und Lindenhof eine Tradition wieder aufleben ließen, die schon vor 20 Jahren großen Anklang gefunden hat.  hfr

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