Sozialausschuss berät über zehntägige Pause während des Sommers

Kitas sollen in den Ferien schließen

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Hoya - Mehrheitlich stimmten die Mitglieder des Sozialausschusses der Samtgemeinde Grafschaft Hoya am Mittwochabend dafür, die Schließzeiten der Kindergärten „Kleine bunte Welt“ in Eystrup sowie „Sterntaler“ in Bücken während der Sommerferien wieder einzuführen. Damit gaben sie den Startschuss für die erste Änderung der Satzung über den Betrieb und die Benutzung der Kindertagesstätten in der Samtgemeinde. Diese Empfehlung des Gremiums geht nun in den Samtgemeinderat, der abschließend darüber berät.

Erstmals in Kraft trat die zurzeit gültige Satzung im August 2011. Nach der Fusion der Samtgemeinden Eystrup und Hoya zur Grafschaft Hoya beschloss die Kommunalpolitik, den Betrieb in den drei samtgemeindeeigenen Einrichtungen einheitlich zu organisieren. Festhalten wurde darin, dass die Kindertagesstätten nur während der Weihnachtsferien geschlossen sind. Auf die Sommerschließzeiten in Eystrup und Bücken wurde damals verzichtet, um berufstätigen Eltern einen familienfreundlichen Service zu bieten. Lediglich der Kindergarten „Waldwichtel“ in Hoyerhagen ist seitdem drei Wochen im Sommer geschlossen, was laut Britta Grohs, Fachdienstleiterin Familie, Bildung, Kultur und Tourismus bei der Samtgemeindeverwaltung, an der geringeren Gruppenstärke liege.

Entlastung für Mitarbeiter und Kinder

Nun aber hätten die Mitarbeiter der „Kleinen bunten Welt“ den Anstoß gegeben, auch dort wieder Schließzeiten im Sommer einführen zu wollen. Die Vorteile würden den Nachteilen überwiegen. So sei ein Teil des Jahresurlaubs für die Mitarbeiter festgelegt, wodurch kein weiterer Vertretungsbedarf bestünde. Des Weiteren versprechen sich die Eystruper durch die Schließzeiten weniger Krankheitstage, da eine Entlastung eintreten würde. Außerdem sei es möglich, während der Pause Grundreinigungen und kleine Baumaßnahmen durchzuführen, ohne den laufenden Betrieb zu stören. Aus pädagogischer Hinsicht sei es zudem wichtig, dass auch die Mädchen und Jungen Urlaub von der Kindertagesstätte machen. Die Anstrengung für diese jungen Menschen dürfe nicht unterschätzt werden.

Die „Sterntaler“-Fachkräfte aus Bücken plädieren hingegen weiterhin für durchgängige Öffnungszeiten. Als Gründe nannten sie mehr Flexibilität für Berufstätige sowie für die Urlaubsplanung der Mitarbeiter. Sollten Schließzeiten eingeführt werden, so müssten eventuell auch diejenigen Kollegen Urlaub während der Ferien nehmen, die keine schulpflichtigen Kinder haben. Zudem nutze die Einrichtung die Sommerferien, um mit den Kindern besondere Aktionen durchzuführen.

Marita Prox, Leiterin der Kindertagesstätte, berichtete während der Sozialausschuss-Sitzung davon, dass die Belegung der Bücker Kindertagesstätte auch während des Sommers bei mehr als 50 Prozent liegen würde, auch dieser Punkt spreche aus ihrer Sicht für eine weiterhin durchgängige Öffnung. „Aber ich sehe natürlich auch die Kosten“, meinte Prox und ging damit auf die Bedenken seitens der Samtgemeinde als Trägerin ein.

Vetretungsbedarf nicht mehr zu leisten

Britta Grohs hatte im Vorfeld die aktuelle Situation in den Einrichtungen geschildert. So hätten die letzten Jahre gezeigt, dass es immer weniger möglich ist, insbesondere die Vertretung für die abwesenden pädagogischen Kräfte sicherzustellen. Derzeit seien 38 Mitarbeiter in den drei Kindertagesstätten eingestellt – 24 in Eystrup, zwölf in Bücken sowie zwei in Hoyerhagen. Bei 30 Urlaubs- und 13 Fehltagen (Krankheit und Fortbildungen) würde sich ein Vertretungsbedarf von 1 634 Tagen ergeben. „Davon sind aber nur 627 Tage durch die drei Stammvertretungskräfte der Samtgemeinde rechnerisch gedeckt“, erklärte Grohs. Der Vertretungsaufwand sei deshalb laut Aussage der Fachdienstleiterin nicht mehr zu leisten. Der laufende Betrieb lasse sich nur aufrechterhalten durch den Einsatz von FSJ-Kräften (Freiwilliges Soziales Jahr) sowie dadurch, dass auch die Einrichtungsleiterinnen, die eigentlich davon freigestellt sind, mit in die Gruppen gehen. Weitere Vertretungskräfte einzustellen, gestalte sich eher schwierig, da diese Stellen für die meisten pädagogischen Kräfte unattraktiv seien. Durch die Einrichtung einer zweiwöchigen Schließzeit in den Sommerferien würde sich der Vertretungsbedarf rein rechnerisch um 380 Tage verringern, bei einer ebensolchen Schließzeit mit Bedarfsgruppen im Krippen- und Regelbereich noch um etwa 280 Tage.

Das Gremium entschied sich aus genannten Gründen für die Einführung von zehntägigen Schließungen in den Sommerferien. Allerdings soll es Notdienst- beziehungsweise Bedarfsgruppen geben für berufstätige Eltern. Diese müssen den Anspruch mit einer Bescheinigung vom Arbeitgeber nachweisen.

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