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Erweiterung des Betreuungsangebots: Weitere Kita- und Krippenplätze in Eystrup und Bücken geplant

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Von: Nala Harries

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Die neue Container-Kita in Eystrup soll auf der Freifläche des ehemaligen Jugendzentrums „Chilly“ errichtet werden.
Die neue Container-Kita in Eystrup soll auf der Freifläche des ehemaligen Jugendzentrums „Chilly“ errichtet werden. © nala harries

Samtgemeinde – Sowohl im Kita- als auch im Krippenbereich liegen in der Samtgemeinde mehr Anmeldungen für das kommende Jahr vor, als Plätze zur Verfügung stehen (wir berichteten). „Einige Eltern, denen wir absagen mussten, haben bereits ein Verfahren eingeleitet, um ihren Rechtsanspruch geltend zu machen“, erzählte Britta Grohs, die sich mit ihrem Team in der Grafschaft um die Kindertagesstätten kümmert, nun im Rahmen der Sitzung des Sozialausschusses der Samtgemeinde.

Es sei also höchste Zeit, zu handeln. Das Gremium stimmte demnach am Donnerstag geschlossen für die Schaffung weiterer Betreuungsplätze in Bücken und Eystrup.

Dafür soll zum einen in der Kindertagesstätte „Sterntaler“ in Bücken eine neue Krippengruppe mit 15 Plätzen geschaffen werden. „Das ist eine relativ unkomplizierte Lösung“, meinte Grohs dazu. Derzeit baue die Einrichtung einen Ruheraum für die Krippenkinder sowie einen für die über Dreijährigen an. Der Raum für die Älteren sei jedoch auch für Gruppen nutzbar. Somit bestehe die Möglichkeit, eine Regelgruppe im neuen Raum unterzubringen und im Gruppenraum 1 eine Krippengruppe einzurichten. In diesem Zuge müssten noch weitere Toiletten gebaut, ein Wickeltisch installiert sowie altersgerechtes Mobiliar beschafft werden. „Das größte Problem stellt aber die Suche nach Fachkräften dar“, verdeutlichte Britta Grohs. Drei würden dafür benötigt werden.

Obwohl das Land finanzielle Hilfen bereitstelle, bleibe ein Defizit bei den Personalkosten von 5 000 Euro zuzüglich der Sachkosten übrig. Hinzu kämen einmalige Kosten von knapp 20 000 Euro für die Ausstattung und die Ergänzung der Sanitäranlagen. Sofern das entsprechende Personal gefunden werde, könnte die Gruppe zum 1. Oktober den Betrieb aufnehmen.

Um auch das Betreuungsangebot im Regelbereich zu erweitern, bot die Kirchengemeinde Hassel bereits an, ihr Pfarrhaus für eine weitere Gruppe zur Verfügung zu stellen. „Das Gebäude ist baulich jedoch ungünstig“, sagte Britta Grohs zu diesen Überlegungen. Daher schlägt die Verwaltung neben der Erweiterung der Bücker Kita die Errichtung einer neuen Kita in Containerbauweise auf der Freifläche am ehemaligen Jugendzentrum „Chilly“ in Eystrup beziehungsweise in dem Gebäude vor, wofür sich auch der Ausschuss aussprach.

„,Die ,Kleine bunte Welt‘ kann nicht vergrößert werden, da dort bereits sechs Gruppen untergebracht sind. Laut dem Kita-Gesetz sind jedoch nur noch fünf erlaubt, weswegen eine eigenständige Einrichtung errichtet werden muss“, erläuterte Grohs die Pläne. In der neuen Kita könnten 25 weitere Plätze geschaffen werden. Vorteil der Containerbauweise sei die kurze Bauzeit. „Die Firma, mit der wir gesprochen haben, ging von knapp zwölf Wochen aus“, berichtete Grohs von dem Angebot. Die Container-Kita biete zudem die Möglichkeit, den Bedarf an Plätzen weiter zu beobachten und noch eine zweite Gruppe zu ergänzen. Man solle von vornherein mit einer zweiten Gruppe planen, forderten sowohl die Gruppe der CDU/UWGSH/FDP als auch die SPD. „Mit einer Gruppe ist es nicht getan“, sagte Steffen Lühring (SPD) dazu und betonte in diesem Zusammenhang die „sehr angespannte Situation“ sowohl für das Kita-Personal als auch für die abgewiesenen Eltern in Eystrup.

Der prekären Lage war sich auch Britta Grohs bewusst. Laut ihr wolle man die Container erst einmal für zwei Jahre mieten, wobei monatliche Kosten von knapp 4 200 Euro zu decken seien. „Damit verschaffen wir uns Zeit, eine geeignete Dauerlösung beziehungsweise ein Gebäude zu finden“, meinte sie. Sie gehe davon aus, dass die Einrichtung Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres den Betrieb aufnehmen könne.

Aber für die Container-Kita werden ebenfalls zwei pädagogische Fachkräfte benötigt. Das verbleibende Defizit für die Personalkosten beläuft sich dabei auf knapp 40 000 Euro zuzüglich der Sachkosten. Der Gruppenraum müsste zudem entsprechend ausgestattet und Spielgeräte angeschafft werden (Kosten: einmalig rund 35 000 Euro).

Ohne Personal können beide Vorhaben aber nicht umgesetzt werden, weswegen das Gremium ebenfalls dafür stimmte, sofort mit den Ausschreibungen zu beginnen. Interessierte, egal ob männlich oder weiblich, können sich bei Britta Grohs (04254/931015, b.grohs@hoya- weser.de) melden.

Da es in diesem Bereich deutlich an Fachkräften mangele, sah Steffen Lühring (SPD) diesbezüglich auch das Land in der Pflicht, zu handeln. „Die Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher verläuft rein schulisch. Die Azubis erhalten in dieser Zeit kein Geld. Das Land muss Anreize schaffen und die Menschen angemessen bezahlen“, forderte er.

Darüber hinaus äußerte Ausschussmitglied Heiko Lange (CDU/UWGSH/FDP) die Hoffnung, dass der Betreuungsschlüssel angepasst werde. Nach seinen Informationen solle in der kommenden Woche dazu der Kita-Gipfel tagen.

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