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Kampf gegen den Fachkräftemangel: Kita-Neubau in Eystrup ohne weiteres Personal nicht realisierbar

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Von: Nala Harries

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In der Kita „Kleine bunte Welt“ in Eystrup gibt es derzeit 33 Plätze zu wenig. Um diesen Überhang langfristig zu beseitigen, soll eine neue Einrichtung gebaut werden. Doch dafür ist weiteres Personal nötig.
In der Kita „Kleine bunte Welt“ in Eystrup gibt es derzeit 33 Plätze zu wenig. Um diesen Überhang langfristig zu beseitigen, soll eine neue Einrichtung gebaut werden. Doch dafür ist weiteres Personal nötig. © nala harries

Hoya – Die Samtgemeinde Grafschaft Hoya hat aktuell immer noch mit Personalmangel in ihren Kindertagesstätten zu kämpfen. „Uns fehlen derzeit acht bis neun Fachkräfte“, sagt Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer. Aus diesem Grund komme es in den Einrichtungen zu Schwierigkeiten. So konnten beispielsweise die „Waldwichtel“ aus Hoyerhagen erst verspätet ihren Betrieb wieder aufnehmen (wir berichteten).

Glücklicherweise erklärte sich daraufhin Tanja Fischer von der Kita „Kleine bunte Welt“ aus Eystrup bereit, die dortige Leitung kommissarisch zu übernehmen. Wie lange sie dies noch leisten könne, sei bis vor Kurzem noch nicht klar gewesen. „Sie wird aber auch weiterhin bis zu einer Nachbesetzung Ansprechpartnerin bleiben“, berichtet Meyer erfreut von dem Ergebnis einer Konferenz der Kita-Leitungen.

Dennoch gebe es große Probleme in der Eystruper Regelkita. Dort würden derzeit nämlich 33 Plätze fehlen. Der Krippenbereich sei hingegen „safe“. Die Reaktionen der Eltern, die sich demnach erst- einmal mit einem Platz auf der Warteliste zufriedengeben mussten, seien unterschiedlich, so Meyer. Ihm sei bewusst, dass sie einen Rechtsanspruch auf einen Platz für ihr Kind haben. „In manchen Einrichtungen sind auch noch Plätze frei. Allerdings wollen viele Eltern ihre Kinder in einer wohnortnahen Kindertagesstätte unterbringen. Das ist derzeit jedoch nicht immer möglich“, berichtet Meyer und verweist darauf, dass die Samtgemeinde stets anstrebe, Eltern einen Platz in ihrer Wunsch-Kita anbieten zu können.

Um den Überhang in Eystrup in den Griff zu kriegen und ausreichend Plätze zur Verfügung stellen zu können, gab es Überlegungen, eine mobile Einrichtung in Containerbauweise zu errichten (wir berichteten). „Doch das ist aktuell nicht realisierbar. Dafür gibt es einfach kein Personal“, bedauert der Samtgemeindebürgermeister.

Langfristig gesehen, solle voraussichtlich sowieso eine ganz neue Einrichtung entstehen. Dafür müsse aber noch ein Grundstück gefunden sowie das Vorhaben geplant und schließlich der Bau durchgeführt werden. „Das wären mindestens noch zwei Jahre hin“, so Meyer über den zeitlichen Rahmen. Gelingen könne dies aber nur, wenn sich auch Personal finde. „Dreh- und Angelpunkt sind die Fachkräfte“, unterstreicht er das Problem.

Neben den regelmäßigen Ausschreibungen der Stellen geht die Samtgemeinde aktuell noch einen anderen Weg, um den Bau einer Kita zu ermöglichen. „Wir machen uns am Markt schlau und wollen Träger ausfindig machen, die eine neue Einrichtung übernehmen würden. Diesbezüglich sieht es momentan ganz gut aus“, kündigt Detlef Meyer an.

Im Gegensatz zu Eystrup gibt es in der Bücker Kindertagesstätte „Sterntaler“ derzeit keine Warteliste. Vorteil sei der zusätzliche Raum durch den geplanten Anbau, der gerade errichtet werde. „In einem Teil davon kann eine weitere Regelgruppe untergebracht werden“, sagt Meyer. Er hofft, dass die Fertigstellung des Anbaus bis zum Jahresende gelingt, betont in diesem Zuge aber ebenfalls: „Jede zusätzliche Gruppe braucht dann auch zwei Kräfte.“

Die sind allerdings derzeit einfach nicht zu finden. Zwar seien die Stellen auf allen möglichen Portalen ausgeschrieben worden, doch bisher ohne großen Erfolg. „Es ist nicht einfach. Wir sind eben nicht die einzigen, die suchen.“

Doch es gibt einen kleinen Hoffnungsschimmer: Laut Meyer hätte sich eine Handvoll Bewerber gemeldet. „Wir befinden uns diesbezüglich noch im Auswahlverfahren. Die Vorstellungsgespräche finden in der kommenden beziehungsweise in der darauffolgenden Woche statt“, kündigt er an und hofft seinen bestehenden Personalstamm dadurch bald auffüllen zu können.

Denn auch die vorhandenen Mitarbeiter könnten womöglich bald an ihre Grenzen stoßen. „Bei Krankheit müssen sie das Ausbleiben der Kollegen schließlich auch irgendwie auffangen“, meint Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer und spricht in diesem Zuge noch einmal seinen ausdrücklichen Dank für das große Engagement der Kita-Mitarbeiter in den Einrichtungen der Grafschaft aus.

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