Kindergarten Bücken präsentiert sein neues Konzept / Fünf Säulen nach Kneipp

Kneippen doppelt cool

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Erzieherin Claudia Schröder (rechts) erklärt Ika und Emma die verschiedenen Pflanzen.

Von Julia Kreykenbohm. Claudia Schröder schraubt das Glasgefäß auf und hält es Ike und Emma hin. „Riecht das gut?“, fragt die Erzieherin des Kindergartens Bücken, und die beiden kleinen Mädchen nicken. „Das ist Fenchel“, erklärt Schröder. Davon kommt etwas in ihren kleinen Stoffbeutel, entscheiden die Mädchen. Der Baldrian findet keinen großen Anklang, dafür gefällt ihnen der Geruch der Ringelblume. So entsteht am Sonnabend beim Tag der offenen Tür im Bücker Kindergarten ein Duftsäckchen aus verschiedenen Heilpflanzen, das Ike und Emma mit nach Hause nehmen dürfen.

„Das könnt ihr auf euer Kopfkissen legen, und wenn ihr es knautscht, entfaltet es nochmal seine ganze Geruchskraft“, erläutert Schröder. „Dann kann man nachts toll schlafen.“

Wissen über die Wirkung von Heilpflanzen an die Jüngsten weitergeben, ist nur eins der Ziele, die sich der Kindergarten Bücken gesetzt hat. Auch Kenntnisse über Wasseranwendungen, Bewegung, richtige Ernährung und über die Ordnung im Leben gehören dazu. Diese fünf Dinge werden als Säulen der Gesundheit bezeichnet. Aufgestellt hat sie der Priester Sebastian Kneipp (1821-1897).

„Jeder Kindergarten sucht sein Profil“, sagt Leiterin Marita Prox. „Wir wollen Kneipp-Kindergarten werden, weil es die Möglichkeit bietet, die Kinder in verschiedenen Bereichen gleichzeitig zu fördern“, erklärt Leiterin Marita Prox.

Das Wassertreten im Kneipp-Becken fand bei den Kinder großen Anklang.

Bis sich der Kindergarten jedoch „Kneipp-Kindergarten“ nennen darf, wird noch etwas Zeit ins Land gehen. „Die Erzieher müssen sich fortbilden lassen, dann müssen wir unser Konzept verschriftlichen, und eine Kommission wird es prüfen“, sagt Prox. Beim Tag der offenen Tür konnten sich Eltern und Besucher schon jetzt anhand von verschiedenen Stationen ein Bild von dem neuen Konzept machen. Die Kinder sind bereits Feuer und Flamme dafür, sagt Marita Prox. Besonders beliebt seien die Wasseranwendungen. Den Beweis liefern die kleinen Gäste selbst. Im Garten hat der Kneipp-Verein ein Becken aufgestellt, in dem die Kinder unter den Augen von Erzieher David Töpfer, der die erforderliche Fortbildung bereits hinter sich hat, Wassertreten können. „Das macht Spaß“, findet die vierjährige Gesa, die sich redlich bemüht, den „Storchengang“, den Töpfer ihr vormacht, nachzuahmen. „Ich will am liebsten drin bleiben.“

Auch ihre Mutter Claudia Harms ist von der Idee angetan. „Ich finde es gut, dass den Kindern etwas über Gesundheit vermittelt wird. Man merkt, wie sehr es ihnen gefällt, denn sie erzählen auch zu Hause davon.“

Ganz im Geiste des künftigen Kneipp-Kindergartens werden beim Tag der offenen Tür selbst gebackenes Brot, Salate und Kräuterdips serviert. In einem Raum berichtet ein Film über das Leben des Sebastian Kneipp. Und während einige Eltern bei einer Nackenmassage entspannen, steigen viele der Kinder immer wieder in das Wasserbecken. „Das war cool“, sagt Fiete Rengstorf, der zusammen mit seinem Bruder Michel das Wassertreten ausprobiert hat, und damit meint er nicht die Wassertemperatur. Ein Urteil, das die Erzieher freut – und das sich Sebastian Kneipp, über 100 Jahre nach seinem Tod, wohl niemals erträumt hätte.

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