In der Reihe „Tiere erzählen“ lernen sie, dass er nicht böse ist – aber auch kein Kuscheltier

Kinder jetzt per du mit dem Wolf

Den Pappwolf tauften sie „Wolfi“, und „Paul“, den Labradormischling, brachte Julia Grimpe-Nagel (rechts) mit in den Wald des Geißblatthofs Warpe. Dort gingen sie und ihre Kollegin Julia Wältring gemeinsam mit Mädchen und Jungen im Alter von acht bis zwölf Jahren der Verbindung von Wolf und Mensch auf die Spur. Foto: Horst Friedrichs

Warpe - Von Horst Friedrichs. Wolfi und Paul sind Verwandte. Beide haben die gleichen Urahnen. Doch während die einen dem wilden Zweig der Familie treu blieben, wurden die anderen beste Freunde des Menschen. Davon „erzählten“ Wolfi, der Pappwolf, und Paul, der Labradormischling, am Sonnabend tief im Wald in Warpe. Ihre wissbegierigen „Zuhörer“ waren Mädchen und Jungen im Alter von acht bis zwölf Jahren. Alle zusammen nahmen an einer Veranstaltung des Vereins Naturtalent auf dem Tier- und Umweltschutzhof Geißblatt teil.

„Wolfsspuren“ lautete das Motto des Nachmittagsprogramms, an dem zehn Kinder teilnahmen. Julia Grimpe-Nagel ist Diplom-Umweltwissenschaftlerin und Umweltpädagogin. Julia Wältring ist Diplom-Sozialpädagogin und Fachkraft für tiergestützte Pädagogik und Therapie. Beide gehören dem Verein Naturtalent an. Zu dessen Team, das auf dem Geißblatthof für die Reihe „Tiere erzählen … und zeigen, was sie können“ verantwortlich ist, gehört als Dritte im Bunde Christina Alonso, Sozialtherapeutin und Inklusionscoach.

Der Sonnabendnachmittag war der sechste Veranstaltungstag im Rahmen der Reihe, mit der es sich der Verein Naturtalent zur Aufgabe macht, Kinder in die faszinierende Welt der Tiere mitzunehmen. Als Begleiter auf diesem Weg im Wald des Geißblatthofs dienten der lebensgroße Pappwolf und Labrador Paul als sein lebendiger Verwandter. Der Hund gehört Julia Grimpe-Nagel. Sie brachte ihn mit in den Warper Wald, wo er bereitwillig und eifrig als Anschauungsobjekt fungierte. Etwas weniger auskunftsfreudig, weil Papp-bedingt stumm, war Wolfi.

Doch seine bildlich-naturgetreue Erscheinung, noch dazu im Wald, war Anschauung genug – ging es doch darum, Wölfe von Hunden im Allgemeinen und von wolfsähnlichen Hunden im Besonderen unterscheiden zu lernen. Denn immerhin qualifizierten sich die zehn Mädchen und Jungen durch die Teilnahme am Naturtalent-Nachmittag als „Junior-Wolfsberater“ für Kinder ab fünfter Schulklasse und jünger. Als Nachweis dafür erhielt jeder der zehn Teilnehmer zum Abschluss eine Urkunde. Damit wird dokumentiert, dass sie qualifiziert und in der Lage sind, Wölfe zu erkennen.

Zum Vergleich von Wölfen und Hunden gab es neben Wolfi und Paul weiteres Anschauungsmaterial, so etwa zwei Schädel-Nachbildungen – anhand derer die Kinder beispielsweise Gebiss-Ähnlichkeiten von Wolf und Hund feststellen konnten. Aber auch spielerisch vertieften sich die Mädchen und Jungen im Geißblattwald in das Thema – mithilfe von Wolfsgeheul beispielsweise: Ein Welpe, der sich verirrt hatte, fand zu seinem Rudel zurück, weil er dessen Geheul erkennen und sich dadurch orientieren konnte. Das Märchen „Rotkäppchen“ fehlte ebenfalls nicht als Beispiel; eine Aufgabe für die Kinder lautete, die Geschichte umzuschreiben. Als Lösungsmöglichkeit ergab sich, dass der Wolf am Ende nicht etwa die Großmutter fraß, sondern zum friedlichen Haus- und Hofhund wurde oder sich ganz einfach in seine Welt im Wald zurückzog.

„Der Wolf ist nicht per se böse“, sagte Julia Grimpe-Nagel im Gespräch mit der Kreiszeitung. „Dass er jagt und beileibe kein Kuscheltier ist, darüber sollten die Kinder sich ihre eigene Meinung bilden.“ Das geschah während des Sonnabendnachmittags auf dem Geißblatthof mit Spaß und Spiel, wie bereits in drei vorherigen Veranstaltungen, in denen es um Schafe, Insekten und Hunde ging.

Weitere Termine

Es folgen im Rahmen der insgesamt sechs Termine der „Tiere erzählen“-Reihe noch die Veranstaltungen „Hühnerei und -feder“ am Sonnabend, 14. September, und „Ziegenzeit“ am Sonnabend, 19. Oktober. Anmeldungen bei Julia Grimpe-Nagel, Schöne Reihe 18, 27305 Bruchhausen-Vilsen, Telefon 0179/8983999, E-Mail naturtalent.ev@ posteo.de.

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