Die Firma Wika hat einen neuen Antrag beim Landkreis Nienburg eingereicht

Kieswerk-Projekt kommt wieder ins Rollen

Die rot umrandete Fläche zeigt den Bereich, der für den Abbau von Kies vorgesehen ist. GRAFIK: Samtgemeinde

Bücken/Schweringen/Stendern - Von Nala Harries. Um den Plan zwischen Bücken, Stendern und Schweringen ein Kieswerk zu errichten, ist es ruhig geworden. Nun scheint das Kieswerk-Projekt aber wieder ins Rollen zu kommen. Der Antragsteller, die zur Heidelberg-Zement-Gruppe gehörende Firma Wika Sand und Kies aus Stade, hat einen neuen Antrag für eine Abbaugenehmigung von Kies beim Landkreis Nienburg, der zuständigen Genehmigungsbehörde, eingereicht. Das bestätigt Cord Steinbrecher, Pressesprecher des Landkreises, auf Nachfrage der Kreiszeitung.

Zum Hintergrund: Das Unternehmen hatte bereits im März 2018 einen ersten Antrag gestellt, diesen aber zurückgezogen. Grund dafür war, dass nicht ausreichend Landeigentümer ihre Flächen verkaufen wollten. Im Juni war daraufhin seitens Wika ein neues Verfahren beantragt worden. Nun umfasste die Fläche nur noch 65 Hektar, statt der geplanten 120 Hektar. Die weiteren Pläne stellten Vertreter der Firma dann im August während einer Bürgerversammlung vor (wir berichteten). Unter anderem die Belastung durch den entstehenden An- und Ablieferungsverkehr sowie die Verringerung der landwirtschaftlichen Flächen und der Hochwasserschutz sorgten damals für Unmut. „Kernthema ist, wie sich das Kieswerk auf den Hochwasserschutz auswirkt. Und an dieser Stelle hakt es noch besonders“, erklärte Steinbrecher zu diesem Zeitpunkt.

Das Unternehmen musste daraufhin Nachbesserungen vornehmen. Ende 2019 ging der neue Antrag beim Landkreis ein. Dieser hat Anfang 2020 alle Träger öffentlicher Belange sowie Privatpersonen, die bei dem ersten Versuch der Firma bereits Einwände geäußert hatten, über die Änderungen des Antrags informiert, sagt der Pressesprecher. Anschließend hatten diese 14 Tage Zeit, um dazu erneut Stellung zu nehmen. „Die Frist ist gestern ausgelaufen. Allerdings ist das Verfahren nicht öffentlich, weshalb ich auch nichts darüber sagen darf, ob erneut Kritik genannt wurde“, erläutert Steinbrecher.

In rund fünf bis acht Wochen findet ein Erörterungstermin statt, zu dem die betroffenen Träger öffentlicher Belange sowie einige Bürger geladen sind. Dann werden auch Vertreter der Firma Wika vor Ort sein, um über ihr weiteres Vorhaben zu informieren. „Ziel dieses Treffens ist es, eine gemeinsame Lösung zu finden“, sagt Steinbrecher. Danach folge die zeitintensivste Phase, in der der zuständige Fachbereich Umwelt des Landkreises seine Abwägungen zum Antrag trifft. „Dabei werden die genannten Einwände miteingebunden“, sagt Steinbrecher.

Am Ende dieses Prozesses soll der Planfeststellungsbeschluss stehen. „Wenn dieser nicht beklagt wird, sind für die Firma Wika die Weichen für den Abbau gestellt und sie können loslegen“, erklärt der Pressesprecher. Wie lange es bis dahin noch dauert, konnte Cord Steinbrecher jedoch nicht sagen.

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