Keine konkreten Aussagen über mögliche Abrisspläne / „Kein Sparkassen-Neubau“

Stadt Hoya kauft Schandfleck an der Langen Straße

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Die großen Blumentöpfe machen das leer stehende ehemalige Heemann-Geschäft an der Langen Straße in Hoya nicht wirklich schöner. Nun hat die Stadt Gebäude und Grundstück gekauft und plant gemeinsam mit der Nienburger Entwicklungsgesellschaft, einer Tochter der Sparkasse, künftige Nutzungsmöglichkeiten.

Von Michael Wendt. Es ist einer der Schandflecke in Hoya und könnte in nächster Zeit verschwinden: das seit Jahren leer stehende Ladengeschäft an der Langen Straße 22. Jetzt hat die Stadt das Gebäude gekauft, in dem lange der Elektrohändler von Ahsen ansässig war, später das Schuhhaus Heemann. Und nun? Der stellvertretende Stadtdirektor Rolf Walnsch drückt sich wage aus: „Wir wollen sehen, dass wir in dieser exponierten Lage eine Verbesserung hinbekommen.“

Es kursiert das Gerücht, dass die Sparkasse dort, direkt neben ihrer Hoyaer Geschäftsstelle neu baut. „Das ist nicht so ganz richtig“, sagt Sparkassen-Vorstand Wolfgang Wilke auf Nachfrage unserer Zeitung. „Wir verändern am bestehenden Gebäude was, aber wir bauen keine größere Sparkasse.“

Die Sparkasse hat 2015 ihre Filialen in Hassel und Wechold geschlossen und den Mietvertrag für die Räume über dem Rewe-Markt in Hoya gekündigt. Dort ist bislang das Vermögensmanagement untergebracht. Dadurch benötigen einige Mitarbeiter neue Büros.

„Wir suchen Möglichkeiten, die Dinge zusammenzuziehen“, sagt Wolfgang Wilke. Dies ginge im Sparkassengebäude in der Innenstadt. Wilke: „Wir planen dort weitere Büros. Die oberen beiden Geschosse sind derzeit ungenutzt.“

Und nebenan? Was wird aus dem Schandfleck? „Da spricht die Stadt mit der NEW“, antwortet Wilke. Die NEW, das ist die Nienburger Entwicklungsgesellschaft, ein Tochterunternehmen der Sparkasse, das zum Beispiel Baugebiete entwickelt, aber auch Einzellösungen für Problemfälle wie das leer stehende, marode Ladengeschäft an der Langen Straße 22. „Es gibt verschiedene Nutzungsmöglichkeiten“, sagt Wolfgang Wilke, „es hat Gespräche gegeben, aber es gibt noch keine konkreten Planungen“.

Während der früher als Geschäftsraum genutzte Vorbau seit Jahren leer steht, sind derzeit im mehrstöckigen Haus dahinter zwei von sechs Wohnungen vermietet. „Mit einer Mietpartei haben wir eine Regelung getroffen“, sagt Rolf Walnsch, im Klartext: Für sie ist eine neue Wohnung gefunden.

Rolf Walnsch spricht offiziell nicht von einem Abriss des augenscheinlich maroden Gebäudes mit seinem Dach aus gewellten Eternit-Platten. Der stellvertretende Stadtdirektor erklärt aber vielsagend: „Eine Vorbaubeseitigung wäre wohl nicht nachhaltig.“

Bis zum Kauf des Gebäudes hatte die Stadt seit Längerem erfolglos Gespräche mit dem bisherigen Eigentümer, einem Privatmann aus der Region, geführt. Der sollte zumindest den Vorbau beseitigen, der immer mehr verfällt. „Er steht seit Jahren leer und war uns immer ein Dorn im Auge“, sagt Rolf Walnsch. Nun wird es wohl ein Bagger sein, der diesen Dorn herauszieht.

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