Zu wenig Vakzin für dezentrales Angebot

Kein Impfzentrum für Hoya

Ein Schild weist den Weg zur THW-Bundesschule am Hasseler Steinweg in Hoya.
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Hier geht es zur Corona-Schutzimpfung – aber nur in der Theorie. Aus den Plänen von Samtgemeinde und Landkreis wird zunächst nichts.

Ein Impfzentrum in Hoya? Und die Termine vergibt das Rathaus? Das war mehr als nur ein Traum. Doch das ausgereifte Konzept von Landkreis und Samtgemeinde verschwindet wieder in der Schublade.

Hoya – Mehrere neue Impfzentren, eines davon in Hoya: Es klang vielversprechend, was der Landkreis Nienburg vergangene Woche verkündete. Doch aus diesem Plan wird wohl vorerst nichts. Es gibt einfach nicht genug Corona-Impfstoff.

„Ich bedauere das sehr“, sagt Uwe Back, Fachdienstleiter Bürgerservice der Samtgemeinde Grafschaft Hoya. Ihm zufolge waren die Vorbereitungen in der Grafenstadt so weit fortgeschritten, dass die Einrichtung bereits am kommenden Montag hätte in Betrieb gehen können.

Dass es nun anders kommt, dämmerte den Beteiligten im Nienburger Kreishaus offenbar am Freitag. An diesem Tag habe das Land verkündet, dass aktuell nicht mehr mit einer kurzfristigen Aufstockung der Kapazitäten der niedersächsischen Impfzentren zu rechnen sei, teilt ein Sprecher des Landkreises mit. „Mit den aktuell angekündigten Impfdosen wäre ein dezentrales Impfangebot nicht erforderlich und ineffektiv.“ Wann und wie mehr geimpft werden soll, sei momentan noch nicht ersichtlich.

Hintergrund der spätestens seit Anfang März intensiven Planungen war der Auftrag des Landes Niedersachsen, „eine Impf-Infrastruktur für bis zu 8 000 Impfungen pro Woche zu planen“, heißt es in einer schriftlichen Erklärung des Landkreises. „Das haben wir getan und kurzfristig ein Konzept erarbeitet, das sofort umsetzbar gewesen wäre und kaum weitere Investitionen bedeutet hätte. Das Impfzentrum in Drakenburg könnte mit seinen Dependancen in Nienburg, Stolzenau, Lavelsloh und Hoya bis zu 8 000 Impfdosen pro Woche verimpfen.“

Als Standort für das Hoyaer Impfzentrum war nach Informationen der Redaktion das Gelände des Technischen Hilfswerks (THW) am Hasseler Steinweg vorgesehen. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) sollte das Personal für die Einrichtung stellen. „Der ASB hat sich hierzu grundsätzlich bereit erklärt und ein entsprechendes Betriebskonzept in enger Abstimmung mit dem Landkreis Nienburg erstellt“, erklärt Jens Sewohl, Geschäftsführer des ASB-Nienburg.

Die beiden Partner vor Ort sind eine logische Wahl: Das THW-Ausbildungszentrum bietet genug Flächen zum Parken sowie zum Aufstellen von Zelten oder Containern. Außerdem ist technische Hilfe nun mal die zentrale Aufgabe der Organisation. Der ASB auf der anderen Seite ist seit Errichtung des Impfzentrums in Drakenburg ein aktiver Partner. Er stellt nach eigenen Angaben mobile Impfteams, den Sanitätsdienst am Impfzentrum und leistet zusammen mit anderen Hilfsorganisationen auch direkte Unterstützung am Impfzentrum.

Auch die Samtgemeinde Grafschaft Hoya wollte sich einbringen: Nach Angaben von Back hatte das Rathaus angeboten, die Terminvergabe für den Standort Hoya zu übernehmen und damit die zentrale Hotline des Landes zu entlasten. Gerade für Menschen, die nicht mehr so mobil sind, wäre das Impfzentrum vor Ort eine Erleichterung gewesen, sagt Back.

Eine kleine Chance haben der Landkreis Nienburg und die Samtgemeinde Hoya noch: Stand gestern liegt noch keine Stellungnahme des Landes zu dem eingereichten Konzept des Landkreises vor, also auch noch keine Absage. „Wir hoffen, dass sich das Land doch noch dazu durchringen kann, den Landkreisen mehr Impfstoff zur Verfügung zu stellen und damit die dezentralen Impfungen zu ermöglichen“, teilt der Kreis mit.

Doch im Moment sprechen die Zahlen für sich: Nach Angaben des Landkreises hat das Land derzeit 2 800 Impfdosen pro Woche angekündigt. Es scheint fraglich, ob mit dieser Menge überhaupt das Impfzentrum in Drakenburg ausgelastet sein wird. Dort waren beispielsweise am 6. März nach offiziellen Angaben 660 Mitarbeiter aus Arzt- und Physiotherapiepraxen geimpft worden. Bei konstanter Auslastung über sechs Tage wären das 3 960 Impfungen pro Woche – rund 1 200 Dosen mehr als künftig zur Verfügung stehen. ASB-Chef Sewohl spricht sogar von verminderten Liefermengen.

Die Nachricht vom bundesweiten Impfstopp mit dem Vakzin des Herstellers Astrazeneca wegen möglicher Nebenwirkungen macht die Situation noch schwieriger. Für heute geplante Termine für Lehrer, Erzieher und Polizisten seien bereits abgesagt, sagt ein Kreissprecher. Wie es dann weitergehen soll, kann er nicht sagen. „Das müssen wir sehen.“ Einmal mehr meint die Kommunalverwaltung: Jetzt sind Bund und Land am Zug.

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