Einwohner verhalten sich vorbildlich

Kaum Verstöße gegen Corona-Auflagen

Harry Kraft und Thomas Oppermann (von links) vom Polizeikommissariat Hoya kontrollieren, ob sich die Wochenmarktbesucher an die Maskenpflicht halten.
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Harry Kraft und Thomas Oppermann (von links) vom Polizeikommissariat Hoya kontrollieren, ob sich die Wochenmarktbesucher an die Maskenpflicht halten.

Samtgemeinde – Jugendliche, die sich auf lange Diskussionen mit den Ordnungshütern einlassen, warum sie rund um die größte Schule im Landkreis Diepholz keine Masken tragen, lautstarke Protestler, die das alles für Humbug halten, Familien, die bar jeder Vernunft im großen Kreis zusammen feiern – Die Schlagzeilen sind voll davon. In der Grafschaft Hoya allerdings ist das kein Thema. „Die Menschen verhalten sich vorbildlich.“ Dieses Zeugnis stellt Detlev Frenzel, Leiter des Einsatz- und Streifendiensts der Polizei Hoya, auf Nachfrage der Kreiszeitung aus.

Nahezu täglich kontrollieren seine Kollegen in der Samtgemeinde, ob sich die Bevölkerung an die Vorgaben zu Abstand und Hygiene halten, die die Bundesregierung gerade wieder in verschärfter Form gegen die Ausweitung des Corona-Virus verordnet hat. Ein besonderes Augenmerk richten sie dabei auf Orte, an denen sich Menschen per se in größeren Gruppen treffen müssen. Vor den weiterführenden Schulen in Hoya, an den Bushaltestellen, am Bahnhof in Eystrup.

„Die meisten halten sich an die Regeln“, stellen die Beamten fest. Treffen sie auf jemanden, der die Maske nicht oder nicht richtig trägt, sprechen sie ihn an, beschreibt Detlev Frenzel die Praxis. Der Großteil der wenigen, die diese Nachhilfe benötigen, reagiere positiv und verständnisvoll. „Es ist die Ausnahme, dass wir eine Anzeige schreiben müssen“, sagt er zur Situation in der Samtgemeinde. Der Landkreis Nienburg sei dann für die Verhängung der Bußgelder zuständig.

Größere Zusammentreffen im privaten Rahmen seien ebenfalls eher Ausnahmen. „Nicht in jedem Haus, vor dem drei oder vier Autos parken, findet eine ausgelassene Party statt“, erklärt er denjenigen, die derzeit besonders sensibel sind. Hinweise aus der Bevölkerung auf nachbarschaftliches Fehlverhalten seien selten. „Das alles zeugt von einer hohen Akzeptanz der jetzt geltenden Verordnungen“, zeigt sich Frenzel zufrieden.

Dennoch gilt der Grundsatz: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Die Streifenbesatzungen haben dieser Tage Menschen im öffentlichen Raum besonders im Blick, in der Regel vom Einsatzwagen aus. Einen Kontaktpolizisten wie beispielsweise in Nienburg gebe es in Hoya nicht. Aus der Kreisstadt berichtet Polizei-Pressesprecher Axel Bergmann ähnlich positiv wie die Kollegen aus der Grafschaft. Dort werde täglich gezielt kontrolliert. „Zum großen Teil, zu weit über 90 Prozent, sind wir mit der Disziplin der Menschen hier sehr zufrieden“, berichtet er im Gespräch mit der Kreiszeitung. In der Samtgemeinde Grafschaft Hoya seien es seit Anfang November gerade einmal ein halbes Dutzend Verfahren, die an den Landkreis Nienburg weitergeleitet worden seien. In Nienburg selbst rund 20 Verfahren.

Bergmann spricht sogar davon, dass „keine Verweigerer“ auffallen. Wer die notwendige Maske nicht oder nicht richtig trage, seien einige Schüler. „Die meisten haben sie sogar schon an, sie hängt dann unterm Kinn. Früh am Morgen sind einige wohl einfach zu schläfrig“, zeigt er Verständnis. Die Ansprache bleibe dennoch nicht aus. „Aber wir gehen da mit dem nötigen Fingerspitzengefühl ran“, meint der Polizeipressesprecher.

In Hoya ist der Wochenmarkt donnerstags an der Langen Straße ein Ort, an dem sich durchaus viele Menschen treffen und sich nahekommen könnten. „Dort laufen wir gelegentlich auch Streife“, erläutert Detlev Frenzel.

Auch in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt habe die Polizei in Hoya und Eystrup in den vergangenen Wochen Kontrollen durchgeführt. Beamte der Bereitschaftspolizei unterstützten die Kollegen des Kommissariats Hoya bereits bei Sonderkontrollen. „In Hoya läuft das alles sehr gut, ich bin zufrieden“, erklärt Ordnungsamtsleiter Uwe Back. Beim Wochenmarkt und in den Geschäften würden sich die Menschen an die Verordnungen halten.

Auch an diesem Donnerstag waren Thomas Oppermann und sein Kollege Harry Kraft vom Polizeikommissariat Hoya unterwegs. Sie finden nur lobende Worte. „Es halten sich eigentlich alle an die Maskenpflicht, hier brauchen wir nicht viel machen“, sagt Oppermann. Verwarnungen hätten er und sein Kollege nicht aussprechen müssen. Das liege auch daran, dass überwiegend die ältere Generation, welche ohnehin zu einer Risikogruppe gehöre, den Wochenmarkt besuchen würde. „Grundsätzlich kann man sagen: Je jünger die Leute, desto weniger herrscht Einsicht“, meint Oppermann und bezieht sich damit auf Kontrollen von sogenannten Autofreunden an Tankstellen. Dort müssten die Beamten schon einmal auf die Hygiene- und Abstandsregeln hinweisen.

„Besonders freut mich, dass es auch an Bushaltestelle besser geworden ist“, sagt Ordnungsamtsleiter Uwe Back. „Wenn ich dort mal eine von 100 Personen ohne Maske sehe, dann ist das schon eine Seltenheit.“

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