Jugendhilfe-Einrichtung präsentiert Konzept für Wohngruppe in Hassel

Junges Leben in alter Sparkasse

Im „Haus zur Zukunft“ ziehen bald die ersten Bewohner ein. - Foto: Marion Thiermann

Hassel - Von Marion Thiermann. Bei einem Tag der offenen Tür stellte die „Jugend Aktionen zur Zukunft“ (Jazz) aus Drakenburg am Sonntag sich und ihre neuen Räume in der ehemaligen Sparkasse in Hassel vor, die gerade zur Wohngruppe „Haus zur Zukunft“ umfunktioniert wird. Eingeladen waren insbesondere die Hasseler Bürger. Sie konnten mit ihren künftigen neuen Nachbarn ins Gespräch kommen und sich in lockerer Atmosphäre bei alkoholfreien Getränken und Bratwurst die umgestalteten Räume ansehen.

Dazu gab es ein kleines Rahmenprogramm: Kinder konnten sich schminken lassen und an einem Ballonwettbewerb teilnehmen.

Mitte Juni, wenn die letzten Renovierungsarbeiten abgeschlossen sind, ziehen die ersten vier Bewohner im Erdgeschoss des Gebäudes an der Hauptstraße ein. Platz für weitere vier Personen ist im Obergeschoss, das derzeit noch vermietet ist.

Gedacht ist die Wohngruppe für Mädchen und Jungen zwischen 8 und 21 Jahren, die aufgrund unterschiedlicher Problemsituationen nicht in ihren Familien leben können. Sie ziehen auf freiwilliger Basis und mit Einverständnis der Eltern und des Jugendamts ein. Möglich ist auch eine zeitlich begrenzte Inobhutnahme. Jeder Bewohner hat ein eigenes Zimmer mit Fernseh- und Internetanschluss. Zur Grundausstattung zählen Bett, Schreibtisch und Schränke. Eine individuelle Gestaltung mit Postern, Fotos oder sonstiger Dekoration ist den Kindern freigestellt.

Je zwei Bewohner teilen sich ein Bad. Die Küche sowie den offenen Wohn- und Essbereich nutzen sie gemeinsam.

Betreut werden sie rund um die Uhr von einem festen Team aus fünf bis sechs Betreuern, darunter Erzieher, Sozialarbeiter und Psychologen, die sich je nach Problematik individuell auf die Bewohner einlassen.

Ziel des Jugendhilfeträgers Jazz ist immer die Rückführung der Kinder in ihre Herkunftsfamilien. Außerdem sollen die jungen Menschen so gefördert werden, dass sie als junge Erwachsene möglichst eigenständig und selbstbestimmt ihr Leben gestalten können. In Hassel bekommen sie die Möglichkeit, ihre Persönlichkeit zu entfalten und Entwicklungsrückstände aufzuholen.

Das Wohnen soll einen familiären Charakter haben, dementsprechend ist auch der Tagesablauf wie in einer Familie gestaltet. Nach einem gemeinsamen Frühstück gehen die Kids in die örtlichen Schulen (mit denen die Betreuer in Austausch stehen) beziehungsweise in einen Ausbildungsbetrieb. Nach dem Mittagessen ist Zeit fürs Lernen, für Freizeit oder für Angebote, die das Betreuerteam organisiert. Hausaufgaben können individuell oder mit Betreuung gemacht werden.

Nach dem ebenfalls gemeinsamen Abendbrot können die Bewohner ihren Hobbys nachgehen und Sport treiben. Jazz plant zudem Angebote wie Spiele- oder Themenabende. In den Ferien soll es auch erlebnispädagogische Freizeiten geben.

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