Fernübertragung des 12-Kanal EKG in kardiologischen Fachabteilung vom Rettungswagen aus verbessert Diagnostik des Herzinfarktes

Johanniter setzen neue Technologien zum Kampf gegen den plötzlichen Herztod ein

Dank der neuen Überwachungsmonitoren können die Johanniter künftig die EKG-Bilder vom Rettungswagen an die aufnehmenden Kliniken übermitteln, Rettungsassistent Oliver Klausen (v. l.), Notärztin Michaela Klausen und Sanitäterin Noreen Barg demonstrieren die Übertragung eines Zwölf-Kanal EKGs mit Hilfe eines Smartphones.

Landesbergen/Hoya - Von Marc Lüpkemann. Bisher treffen die EKG-Bilder auch erst zusammen mit dem Notfallpatienten in den Zielkliniken ein. Dies wird sich nun ändern, denn die heimischen Johanniter führen die Telemedizin im Landkreis Nienburg ein.

Bereits vor Eintreffen des Patienten im Krankenhaus können Dank der neuen Technik vom Notfallort 12-Kanal EKG-Bilder direkt an die spezialisierten Fachabteilungen der Kliniken übertragen werden.

Profitieren sollen hiervon vor allem die Notfallpatienten. Drei von derzeit insgesamt vier Rettungswagen der Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG) in Landesbergen und Hoya sind bereits mit den hierzu erforderlichen neuen innovativen EKG-Monitoreinheiten vom Typ Philips MRX ausgerüstet. Mittels eines Smartphones ist damit möglich, innerhalb von nur drei Minuten das Elektrokardiogramm des Patienten an die auf Versorgung solcher Krankheitsbilder spezialisierten Kliniken zu übertragen. Insbesondere Infarktpatienten oder auch Patienten mit unspezifischen Herzrhythmusstörungen sollen hiervon profitieren, denn somit ist es auch für den Notarzt möglich, seine Therapie schon lange vor Eintreffen in der Klinik mit den weiterbehandelnden Kollegen abzustimmen sowie auch in Zweifelsfällen den schnellen Rat der Experten einzuholen.

„Mit der von den Johannitern neu eingesetzten Technik können wir Kardiologen den Notarzt vor Ort mit unserem Rat unterstützen und im Krankenhaus die optimalen Abläufe planen. Ich sehe in der Vorabübermittelung der EKG-Ergebnisse in unsere Kardiologische Abteilung eine deutliche Verbesserung in der Behandlung dieser schwer kranken Patienten und begrüße die Umsetzung dieses Projektes“, erläutert Dr. Leo Priebe, Oberarzt für Kardiologie an den Helios Kliniken Mittelweser. Pro Jahr werden hier rund 350 Herzinfarktpatienten behandelt. Rund um die Uhr steht ein Expertenteam bereit, um bei Bedarf mittels Herzkatheter schnellstmöglich ein verschlossenes Gefäß wieder zu eröffnen und somit die lebenswichtige Durchblutung des Herzmuskels wieder zu gewährleisten. Bei jährlich etwa 280 Herzinfarktpatienten kommt der Herzkatheter sofort zum Einsatz.

„Neben einer speziellen Software zur Erkennung von Herzinfarkten, bieten die Geräte zudem Intensivüberwachungsoptionen wie Kapnographie, Pulsoxymetrie und nichtinvasive Blutdruckmessung an“, ergänzt Ortsverbandsärztin Michaela Klausen abschließend.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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