Ein ökologischer Handabdruck

JBG Hoya legt Schulwald an: Rund 800 Schüler beteiligen sich an Pflanzaktion

Stolz präsentiert die Klasse 5c ihren gerade gepflanzten Baum: Neben Buchen, Linden und Esskastanien setzen die Schüler unter anderem auch typische Sträucher wie Weiß- und Schwarzdorn, Hartriegel und Ilex in den Boden.
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Stolz präsentiert die Klasse 5c ihren gerade gepflanzten Baum: Neben Buchen, Linden und Esskastanien setzen die Schüler unter anderem auch typische Sträucher wie Weiß- und Schwarzdorn, Hartriegel und Ilex in den Boden.

Hoya – Rund 800 Schüler des Johann-Beckmann-Gymnasiums marschierten jetzt von Hoya nach Heesen, um dort 5 000 Bäume und Sträucher des künftigen Schulwaldes zu pflanzen. 

Rund 800 Schüler des Johann-Beckmann-Gymnasiums (JBG) Hoya haben sich in den vergangenen beiden Tagen nach und nach zu Fuß auf den Weg von der Schule nach Heesen gemacht, um dort in unmittelbarer Nachbarschaft des Naturschutzgebietes Hägerdorn etwa 5 000 Bäume und Sträucher des künftigen Schulwaldes zu pflanzen. Eigentlich hatte die Pflanzaktion von „Beckmanns Holle“ – der Name geht auf einen Vorschlag der Schüler zurück und weist auf den Namensgeber ihrer Schule sowie die niederdeutsche Bezeichnung für ein kleineres Waldgebiet oder Gehölz hin – bereits vor einem Jahr durchgeführt werden sollen, musste aber pandemiebedingt erst einmal zurückgestellt werden.

Doch jetzt war es endlich so weit und ausgerüstet mit Spaten und viel guter Laune machten sie sich daran, im künftigen Laub-Mischwald Eichen, Buchen, Linden und Esskastanien nach einem festgelegten Plan in den Lehmboden zu setzen. Die angrenzende Streuobstwiese wurde mit Äpfel-, Birnen-, Kirsch- und Pflaumenbäumen bestückt und der künftige Waldrand mit typischen Sträuchern wie Weiß- und Schwarzdorn, Hartriegel und Ilex eingefasst.

Unterstützt wurden sie bei dieser durchaus anstrengenden, gleichwohl aber mit viel Einsatzwillen ausgeführten Arbeit von ihren Lehrkräften sowie Helfern und der projektbegleitenden Stiftung Zukunft Wald beziehungsweise den Niedersächsischen Landesforsten. Die Setzlinge stammen aus der Baumschule Krebs in Hoyerhagen.

Bei dem Projekt handelt es sich um eine Gemeinschaftsaktion der Gemeinde Hilgermissen und des JBG, für das es einen pädagogischen Meilenstein bedeutet. Möglich wurde es, nachdem die Kommune im Zusammenhang mit Ausgleichsmaßnahmen für das Gewerbegebiet „Langer Kamp“ zwei insgesamt knapp 1,7 Hektar große, zur Aufforstung vorgesehene Flächen gekauft hatte. Die Idee, dort, in nicht allzu weiter Entfernung vom JBG, einen Schulwald anzulegen, hatte Dr. Arne Röhrs, Lehrer am JBG. In der Folge zeichnete er maßgeblich für dessen Planung und Umsetzung verantwortlich. Mit Fug und Recht kann „Beckmanns Holle“ daher auch als sein „Kind“ bezeichnet werden.

Unterstützung holte sich Arne Röhrs bei der 2011 von den Niedersächsischen Landesforsten ins Leben gerufenen Stiftung Zukunft Wald in Braunschweig, die über die Erfahrung von mittlerweile 60 angelegten Schulwäldern verfügt. Dass Stiftungsgründer Franz Hüsing gemeinsam mit Elisabeth Dannenberg und Charlotte Baumann eigens aus Braunschweig angereist sind, unterstrich ihre Wertschätzung des Vorhabens, das aufgrund seiner Größe, Lage und Gesamtkonzeption eine herausragende und wegweisende Stellung unter den niedersächsischen Schulwäldern einnehmen wird. Wie Elisabeth Dannenberg betont, ist die jetzige Pflanzaktion die erste seit der Corona-Pandemie.

Da die Gemeinde Hilgermissen, die im Übrigen auch die Kosten des Projekts trägt, dem JBG die Fläche zunächst für mindestens 30 Jahre zur Verfügung stellt, ergeben sich nach Worten von Schulleiter Lutz Bittner Synergieeffekte, die für alle Beteiligten eine ausgesprochene „Win-win-Situation“ darstellen. Auf dem Schulgelände konnte zuletzt nur noch wenig praktischer Ökologie-Unterricht durchgeführt werden, umso glücklicher sei man über die sich nunmehr bietenden Möglichkeiten.

Wie Denise Siemers von der das Projekt ebenfalls begleitenden Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises sagte, sieht sich ihre Behörde auch im Auftrag, die zunehmend wichtiger werdende Umweltbildung und Waldpädagogik nach Kräften zu fördern. „Mir ist wichtig, hier über die im Unterricht erlernte Theorie zu einer aktiven praktischen Handlung zu gelangen und nicht nur den in letzter Zeit viel zitierten ökologischen Fußabdruck, sondern vielmehr einen ökologischen Handabdruck zu hinterlassen“, fügte Arne Röhrs hinzu.

Dass die heutige Schülergeneration deutlich für ökologische Fragen sensibilisiert ist, zeigen in jüngster Zeit nicht nur freitägliche Demonstrationen. Es kam daher auch nicht von ungefähr, dass die an der Pflanzaktion teilnehmende Zwölftklässlerin Sharin nach getaner Arbeit feststellte: „Es ist wichtig, dass nicht immer nur geredet, sondern auch gehandelt wird.“ Ihre Mitschülerin Deike pflichtete ihr bei: „Ich bin mir sicher, hier einen wichtigen Beitrag für den Umwelt- und Klimaschutz geleistet zu haben. Und Spaß gemacht es auch noch“.

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