50 Jahre Lauftreff in Schweringen / Alles begann mit Heinz Heigl

Der Sonntag startet mit einer Runde durch den Wald

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Die Anfänge im Jahr 1965: Die ersten Mitglieder des Lauftreffs in Schweringen.

Schweringen - Wie viele Kilometer sie in ihrem Leben schon gelaufen sind, das können Hermann Ellerbusch und Claus Lauenstein nicht mehr sagen. Kein Wunder, die beiden Schweringer sind nicht nur begeisterte Sportler, Mitglieder im örtlichen Sportverein MTV und Marathonteilnehmer, sondern auch regelmäßige Gäste beim Schweringer Lauftreff. Lauenstein kümmert sich seit längerem um die Belange der Gruppe, die in diesem Jahr 50-jähriges Bestehen feiert.

Etwa 45 Aktive sind es insgesamt, die sonntags um 10 Uhr im Schweringer Wald gemeinsam ihre Runden drehen. 20 bis 30 Läufer seien jedes Mal dabei, erzählt Claus Lauenstein und fügt augenzwinkernd hinzu „Das hängt immer auch ein bisschen vom Wetter ab“.

Über 70 Marathonläufer hat die Gruppe in den vergangenen 50 Jahren hervorgebracht. Manche der Teilnehmer waren von Anfang an große Lauffans, andere suchten eine neue sportliche Betätigung, nachdem sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Handball oder Fußball spielen konnten. Klar seien sie stolz auf jeden aus der Gruppe, der die Marathonstrecke bewältigen könne, sagen Ellerbusch und Lauenstein, aber wer es am Sonntagmorgen bedächtiger angehen wolle, der werde auch nicht schief angeschaut. „Die klassische Strecke im Wald ist zehn Kilometer lang, es gibt aber auch Möglichkeiten, abzukürzen und zwei, vier oder sieben Kilometer zu laufen“, sagt Lauenstein. „Und joggen muss bei uns auch niemand. Wir haben auch viele Mitstreiter mit Walking-Stöcken.“

Den Anfang nahm alles vor 50 Jahren mit der Freundschaft der zwei verdienten MTV-Mitglieder Ehler Stöver und Hermann Stelter zu dem berühmten Sporttrainer Heinz Heigl. Das ermöglichte den MTV-Sportlern in den 1960er-Jahren ein Privattraining beim Begründer der Methode Heigl. Zum Abschluss der Übungen am Sonntagmorgen gab es stets einen Zwei-Kilometer-Lauf. „Und dieser Lauf wurde dann irgendwann immer länger“, erzählen beide Männer. „1972 nannten wir vier Kilometer unsere große Runde, heute sind es zehn Kilometer“, erinnert sich Hermann Ellerbusch.

Die Heigl-Übungen sind jetzt sonntags nicht mehr die Hauptsache, aber sie sind immer noch Bestandteil der Treffen. „Wir wärmen uns vorher beim Heigln eine Viertelstunde lang auf“, erzählt Claus Lauenstein. Sie seien keine Profis, aber sie hätten über die Jahre viele Erfahrungen gesammelt und verhielten sich rücksichtsvoll gegenüber ihren Körpern, um so lange wie möglich Spaß an Sport und Bewegung haben zu können.

In New York, London, Paris und sogar Moskau sind viele Schweringer bei Marathons bereits angetreten, dazu kommen fast jedes Jahr verschiedene Läufe in ganz Deutschland. In der Heimat organisierten sie zweimal gemeinsam mit dem TuS Hoya einen Benefizlauf für die Kinderkrebshilfe aus Bremen. 30000 Mark kamen damals für den guten Zweck zusammen – und ein einzigartiges Erlebnis für die Läufer gab es obendrauf: „Beim zweiten Mal endete die Strecke im Weserstadion“, erinnert sich Claus Lauenstein. „Wir kamen in der Halbzeitpause eines Fußballspiels an, was für eine Kulisse.“

Die begeisterten Schweringer Läufer machen zwar weder im Sommer noch im Winter Ferien, doch sie nehmen auch Sportler auf, die – gelockt von Frühlingssonne und milden Temperaturen – ihre Kondition wieder auf Vordermann bringen wollen. „Wir unterstützen Neulinge oder Wiedereinsteiger gerne“, sagen Ellerbusch und Lauenstein. „Man muss nichts mitbringen, muss nicht Mitglied in unserem Sportverein sein und man muss auch keine besondere Ausrüstung haben“, betonen die beiden Männer. Einzig gutes Schuhwerk, das beim Laufen auf Asphalt ausreichend abfedere und den Fuß beim Abrollen unterstütze, sei wichtig, um lange Spaß am Laufen zu haben.

ike

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