Irgendwo zwischen Klassik, Jazz, Gipsy und modernem Pop: „UWAGA!“ mischt Mozart mit Fantasie

Diese Combo sprengt jede Genregrenze

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„UWAGA!“ und Gastmusiker Christoph Hillmann (links) begeisterten mehr als 100 Gäste.

Bücken - Von Dagmar Voss. Ein lauer Sommerabend und ein fantastisches Live-Konzert in einem idyllischen Garten, dazu ein Glas Rotwein und rundherum nette Menschen – das ist kaum zu überbieten. So geschehen am Freitagabend bei der Kleinkunstdiele Bücken. Das Ensemble „UWAGA!“ unterbrach seinen Weg zum Musikfestival Schleswig-Holstein und spielte für mehr als 100 Zuhörer.

Mit ihrem nagelneuen Programm, quasi einer Weltpremiere, begeisterten die vier Herren sowie Gast-Percussionist Christoph Hillmann ihr Publikum. Zu den Stücken gab es humorvolle Ankündigungen; vorwiegend, um zu verdeutlichen, dass das Quartett Mozart und dessen Kompositionen fantasievoll bearbeitet hatte. Zu hören war eine Melange aus Mozartschen Klängen und „UWAGA!“-eigenen Rhythmen. Dabei spiegelte das akustische Crossover-Repertoire die unterschiedlichen Schwerpunkte der vier Musiker wider, die über die Jahre einen sehr eigenen Sound irgendwo zwischen Klassik, Jazz, Gipsy und modernem Pop entwickelt haben.

Die Bandmitglieder: ein virtuoser klassischer Violinist mit Vorliebe für osteuropäische Gipsy-Musik (Christoph König), ein Jazzgeiger mit Punkrock-Erfahrung (Maurice Maurer), ein meisterhaft improvisierender Akkordeonist mit Balkan-Sound im Blut (Miroslav Nisic) und ein Bassist, der in Symphonieorchestern ebenso zu Hause ist wie in Jazzcombos und Funkbands (Matthias Hacker). Mit viel Virtuosität sprengte die 2007 gegründete Combo jede nur erdenkliche Genregrenze. Hinzu gesellte sich Hillmann mit genialer Percussion, mit allerbesten Einsätzen und gekonnten Soli.

Ob das Stück „Mozartovitch“, für das manche Akkorde auf der Reise des Komponisten Richtung Serbien die Donau entlang entstanden sein sollen, oder die herrlich jazzige „Nachtmusiktowitch“ – die Zuhörer jubelten. „Damals wollte das keiner hören, sowas mit zwei Geigen, Kontrabass, Drums und Akkordeon“, erklärte König augenzwinkernd. „Aber wir opfern uns heute Abend dafür.“

Nur ein Stück – so wurde es angekündigt – stammte nicht von Mozart, sondern aus der Feder des Bassisten: „Ephemias Tanz“, bester Balkan-Sound, angereichert mit diversen brillanten Soli.

Zuhörer Horst Hahlbohm war begeistert: „Das machen sie richtig gut, kriegen die Rhythmuswechsel sauber hin, und vor allem der Percussionist spielt präzise, filigran mit außergewöhnlich akzentuierten Intonationen.“ Hahlbohm sprach sicher allen Anwesenden aus der Seele. Die von der lauschigen Atmosphäre angetanen Gäste erklatschten sich nach gut zwei Stunden eine Zugabe.

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