Infoabend in Hoyerhagen gut besucht

Rege Diskussion um Windräder

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Vertreter von Gemeinde und „Westwind“ informieren die rund 50 Besucher.

Hoyerhagen - Von Michael Wendt. Elf Windräder will „Westwind“ 2016 in Hoyerhagen aufstellen. Am Dienstagabend informierte die Kirchdorfer Firma die Bevölkerung im Dorfgemeinschaftshaus über das Projekt. Dazu eingeladen hatte die Gemeinde. „Es geht hier heute nicht darum, ob die Windräder aufgestellt werden, sondern um das Wie“, sagte Gemeindedirektor Detlef Meyer einleitend – und lag damit ziemlich falsch. Einige der gut 50 Anwesenden sind mit dem neuen Windpark an der Grenze zu Martfeld (wo direkt nebenan bereits einer steht) nämlich gar nicht einverstanden.

So entwickelte sich eine rege, nicht immer sachliche Diskussion. Fragen wie „Können wir uns noch dagegen wehren?“, „Wieso sind wir nicht gefragt worden?“ und „Will der Rat in eine konkrete Bauleitplanung einsteigen und mit den Bürgern reden?“ prägten die erste Hälfte der Veranstaltung. Früh versuchte Detlef Meyer, die erhitzten Gemüter einiger, längst nicht aller Besucher zu beruhigen.

Das in diesem Jahr in Kraft getretene Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises sieht den Bereich, in dem die Anlagen aufgestellt werden sollen, als Vorranggebiet für Windenergie. Das RROP ist seit 2008 entwickelt, öffentlich diskutiert und mehrfach ausgelegt worden. „Daran müssen wir uns halten“, sagte Meyer.

Schließlich sprang ihm sein Stellvertreter als Gemeindedirektor, Peter Bruns, zur Seite: „Das Beteiligungsverfahren zum RROP ist abgeschlossen, so hart das auch klingt. Heute haben wir die Bevölkerung eingeladen, um das Projekt vorzustellen.“

Und das taten die Vertreter von „Westwind“ dann auch. Die Firma will den Windpark zunächst selbst betreiben, und nach einem Jahr  bei einzelnen Anlagen eine Bürgerbeteiligung anbieten.

Für die durch die Windräder und die Zufahrtswege versiegelte Bodenfläche werden im Umkreis des Windparks rund 17 bis 20 Hektar Ausgleichsflächen geschaffen und extensiv bewirtschaftet. Für die Veränderung des Landschaftsbilds durch die Windräder muss „Westwind“ rund 1,1 Millionen Euro Ausgleichszahlungen an den Kreis leisten. Das Geld ist für den Naturschutz einzusetzen. „Ziel sind Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen hier vor Ort zu finanzieren“, sagte Detlef Meyer.

Ob alle beantragten elf Windräder gebaut werden, entscheidet letztlich der Kreis als Genehmigungsbehörde. Derzeit beobachten Experten einen Rotmilan, der im geplanten Gebiet gesichtet wurde. Je nachdem, wo dieser besonders schützenswerte Vogel brütet, können mögliche Anlagenstandorte verloren gehen.

Hier finden Sie eine Übersichtskarte mit allen geplanten Windenergieanlagen.

www.w-wind.de

Zahlen zum Windpark

Abstand zu Häusern:mindestens 670 Meter.

Anlagen: „Enercon E-115“

Leistung: je 3 MW

Nabenhöhe: 149 m

Höhe Blattspitze: 206 m (die benachbarten, bestehenden Anlagen haben eine Blattspitzhöhe von 150 Metern).

Bauantrag: gestellt, liegt wohl im Herbst in den Rathäusern Hoya und Bruchhausen-Vilsen zur Stellungnahme aus.

Baubeginn: Frühjahr 2016

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