Geißblatthof in Warpe

In der Zeit der Corona-Krise mehr Tiere vermittelt als vorher

Ein netter Kumpel und mit Artgenossen verträglich: Linda Christof sucht noch nach aktiven Menschen, die den gut sechs Jahre alten Mischling Mr. Reese aufnehmen wollen.
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Ein netter Kumpel und mit Artgenossen verträglich: Linda Christof sucht noch nach aktiven Menschen, die den gut sechs Jahre alten Mischling Mr. Reese aufnehmen wollen.

Warpe – Trotz Corona ist die Arbeit auf dem Tierschutzhof Geißblatt in Warpe nicht weniger geworden – im Gegenteil. Tierarztbesuche oder die Aufnahme von Vierbeinern gehören dort auch weiter zum Tagesablauf der Mitarbeiter.

„Das Tierheim unter Trägerschaft des Vereins Tier- und Umweltschutzhof Geißblatt ist durch die Krise weniger negativ tangiert. Aber im Pensionsbetrieb fallen durch die gesetzlichen Beschränkungen wichtige Einnahmen weg“, erzählt Linda Christof, die beide Bereiche des Geißblatthofs gemeinsam mit ihrem Mann Bernd und weiteren Angestellten betreibt.

Sie hätten sogar mehr Tiere vermittelt, weil die Menschen durch Maßnahmen wie Homeoffice und Kurzarbeit mehr Zeit hätten. „Die Entscheidung fürs Tier fiel bei diesen Menschen aber nicht unüberlegt. In der Regel war die Anschaffung eines Haustieres ohnehin geplant und wurde durch die Krise nur vorgezogen.“ Dass sich darunter Interessenten kurzentschlossen ein Haustier anschaffen wollten, nur weil gerade die Zeit dafür da sei, diesen Eindruck habe sie bislang noch nicht gehabt. „Das merkt man in einem Vermittlungstelefonat schnell.“

Indirekt habe das Virus auf die Vermittlung sogar positive Auswirkungen: Beispielsweise auf die mit Problemen behafteten Fellnasen, deren Vermittlung nicht gerade ein Leichtes sei. „Dadurch, dass im Tierheimbereich der Besucherverkehr nur noch sehr eingeschränkt möglich ist und der Verkehr der Gassigeher gänzlich eingestellt ist, hat unser gesamtes Team mehr Zeit, um intensiv mit den Tieren zu arbeiten“, sagt Linda Christof. Insbesondere den etwas spezielleren Hunden komme das zugute. „Wir konnten gleich mehrere dieser Tiere vermitteln.“

Derzeit bietet der Geißblatthof je 25 Hunden und Katzen, 45 Ziegen und Schafen, einem Pferd und zwei Schweinen ein vorübergehendes Zuhause. Die Vermittlung verläuft zurzeit allerdings unter besonderen Regeln. So müssen vorab Einzeltermine vereinbart werden und es werde versucht, schon am Telefon zu erkunden, ob eines der Tiere vom Geißblatthof überhaupt für die jeweiligen Interessenten infrage kommt.

Kommt es zu einem Besuch besteht im Innenbereich überwiegend Maskenpflicht. „Im Katzenzimmer, sofern ein Interessent sich alleine darin aufhält, darf die Maske aber abgenommen werden“, sagt Linda Christof. Schutzmaßnahmen, wie das Team in zwei Schichten arbeiten zu lassen, wurden nicht eingeführt. „Wir haben zu Beginn der Krise über die Möglichkeit nachgedacht und uns dann dagegen entschieden. Im Fall der Fälle, der hoffentlich nicht eintreten wird, würden wir uns als Familie in häusliche Quarantäne begeben und so auch weiterhin die Versorgung der Tiere sichern.“ Ein Tierheim könne man schließlich nicht einfach schließen.

Linda Christof nennt eine weitere Veränderung in Folge der Pandemie: „Wir haben vermehrt Anrufe von Tierfreunden, die helfen oder mit den Hunden spazieren gehen möchten.“ Die Menschen hätten mehr Zeit und wollten diese sinnvoll nutzen. Aber leider müssten sie allen absagen, um die menschlichen Kontakte so gering wie möglich zu halten. „Auch unsere etablierten Gassigeher können zurzeit nicht kommen“, sagt sie. Trotzdem kämen die Hunde regelmäßig an die Luft, da sich das Geißblatt-Team nun verstärkt um diese Aufgabe kümmert.

Es werde überlegt, das Gassigehen in einigen Wochen wieder zu erlauben, aber erst einmal wolle Linda Christof die weiteren Entwicklungen in der kommenden Zeit abwarten.

Von Christel Niemann

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