Mobiles Team verabreicht rund 450 Impfungen

Booster bei Impfaktion in Hassel besonders beliebt

Sie versorgen die Wartenden mit Tee und Kaffee (von links): Jasmin Rokitta und Sylvia Lange.
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Sie versorgen die Wartenden mit Tee und Kaffee (von links): Jasmin Rokitta und Sylvia Lange.

Hassel – Dass tatsächlich so viele Menschen das offene Impfangebot des Landkreises in Hassel annehmen würden, damit rechneten die Zuständigen im Vorfeld nicht wirklich. Schließlich gebe es ja bereits ausreichend Möglichkeiten, sagte Heike Jaeschke, zuständig für die Planung der mobilen Impfteams im Landkreis, in einem vorherigen Interview. Doch bereits um 7.

50 Uhr pilgerten Impfwillige gestern zum Dorfgemeinschaftshaus, um zu den ersten zu gehören, die dort den Piks erhalten würden. Zahlreiche sollten ihnen im Laufe des Tages noch folgen. Schlussendlich bekam in Hassel jeder, der wollte, eine Impfung, sodass das mobile Impfteam insgesamt um die 450 Dosen verabreichte.

Pünktlich um 10 Uhr öffneten sich die Türen. Zu dem Zeitpunkt war die Menschenschlange schon mächtig gewachsen: Vom Eingang bis zum hinteren Parkplatz des DGH bis hin zum großen Sportplatz reihten sich die Bürger ordnungsgemäß und mit ausreichend Abstand hintereinander ein. Das Warten versüßten ihnen Sylvia Lange und Jasmin Rokitta, die mit dem Ausschenken von kostenlosem Kaffee und Tee das allgemeine Wohlbefinden sichtlich steigerten.

Aufgrund des hohen Andrangs war auch die örtliche Feuerwehr mit drei Kräften im Einsatz, um ein mögliches Verkehrschaos zu verhindern. „Zu Anfang war der Ansturm immens, sodass wir die Fahrzeuge neben der Parkmöglichkeit hinter dem DGH an die Straße ,An der Bult‘ schicken mussten“, sagte der stellvertretende Ortsbrandmeister, Markus Frantz. Doch alle hätten sich brav an die Anweisungen gehalten, sodass keinerlei Probleme entstanden seien.

Neben der Feuerwehr und dem für die Durchführung der Impfaktion vom Landkreis beauftragten Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) packten auch zahlreiche Ratsmitglieder der Gemeinde Hassel, die sich dafür in zwei Schichten eingeteilt hatten, mit an. Beispielsweise unterstützten sie bei der Organisation im Inneren des Dorfgemeinschaftshauses, versorgten die Wartenden mit Getränken oder halfen beim Ausfüllen der Dokumente. „Dem ein oder anderen fällt das schwer“, sagte Bürgermeister Heiko Lange, der die Impfwilligen nach der Anmeldung an einen Tisch führte und ihnen dort bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite stand. Neben älteren Menschen hatte er dort auch mit Jugendlichen im Alter von zwölf bis 18 Jahren zu tun. Darüber hinaus kamen viele Berufstätige während der Arbeitszeit und in Dienstkleidung vorbei, um sich den schützenden Piks abzuholen.

Anschließend ging es für alle nacheinander in den Saal des DGH, wo man kurz auf einem Stuhl Platz nehmen konnte, bis das ehemalige Ratsmitglied Jens Braun einen hinter die Aufstellwände des Arbeiter-Samariter-Bunds rief. In privater Atmosphäre hatten die Impfwilligen dort die Möglichkeit, mit einem der Ärzte zu sprechen und ihren Piks zu erhalten. „So muss man sich nicht vor allen Leute nackig machen, auch wenn es sich nur um einen Stich in den Arm handelt“, erklärte Heiko Lange, warum man den Bereich mit einem Sichtschutz abgetrennt hatte.

War das geschafft, gab es noch den entsprechenden Stempel in den gelben Impfausweis und es ging dank des Einbahnstraßensystems durch den hinteren Saaleingang wieder nach draußen.

Kurzes Päuschen bevor es richtig los geht: Sind alle Dokumente ausgefüllt, können die Bürger hinter der Stellwand mit einem Arzt sprechen und bekommen dort den Piks.

Auf diese Weise seien gegen 12 Uhr bereits 150 Menschen geimpft worden, sagte Patrick Frauenreuther vom ASB. Knapp 400 Dosen des Impfstoffes von Moderna, mehr als 300 von Biontech und rund 50 von der Firma Johnson & Johnson hatte das mobile Team am gestrigen Tag im Gepäck. „Jeder bekommt seine Impfung, wir schicken keinen ungeimpft nach Hause. Wenn es knapp werden sollte, können wir den Landkreis informieren, der uns kurzfristig weitere Dosen zur Verfügung stellt“, versicherte Frauenreuther gestern Mittag. Dies sei schlussendlich aber nicht notwendig gewesen, denn es blieben sogar noch Dosen übrig. „Wir waren auf mehr vorbereitet“, sagte er.

Den größten Anteil aller Impfungen hätten gestern die Booster-Impfungen ausgemacht. Zweit-Impfungen seien nur gering nachgefragt worden und das Team habe auch nur eine einzige Erst-Impfung vergeben. Zudem sei der Impfstoff der Firma Johnson & Johnson gar nicht zum Einsatz gekommen. „Von Johnson & Johnson haben wir bereits im Vorfeld nur eine geringe Anzahl an Dosen eingeplant, da der Vektor-Impfstoff nicht mehr für die große Masse empfohlen wird, sondern nur noch für Menschen ab 60 Jahren. Demnach gibt es nur noch wenige Einzelfälle, die darauf beharren und das wird vorab auch noch einmal konkret mit dem Arzt abgestimmt“, erklärte Frauenreuther.

Lange Schlange vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Hassel: Bereits um 7.50 Uhr haben sich die ersten Impfwilligen dort positioniert.

Ebenso wie die anderen Zuständigen wusste auch er im Vorfeld nicht, wie das Angebot in Hassel schlussendlich angenommen werden würde. „Ich hatte vergangene Woche noch mit Herrn Lange telefoniert und meinte: ,Entweder stehen wir uns bei der Aktion die Beine in den Bauch oder wir müssen auf einen Ansturm reagieren‘.“ Letzterer Fall sei eingetreten, worüber er sichtlich erfreut war. „Es ist schön, dass das Angebot in Hassel so gut angenommen wird und wir etwas zu tun haben“, so Frauenreuther. Letztendlich sei die Aktion reibungslos verlaufen und es sei zu keinerlei Zwischenfällen gekommen, sodass das Team dem Zeitplan entsprechend gegen 16 Uhr die letzten Impfungen vergeben konnte.

Darüber freute sich auch Bürgermeister Heiko Lange, der noch einmal betonte, wie dankbar er dafür sei, dass der Landkreis in Hassel ein Angebot organisiert hatte. „Wir haben unser Ziel mit den 450 verabreichten Dosen erreicht. Alle Beteiligten haben den ganzen Tag über voll durchgezogen und keiner musste weggeschickt werden“, lautete sein Fazit.

Trotz langen Schlange stehens schienen auch die Impfwilligen zufrieden zu sein, denn deren Feedback fiel durchweg positiv aus. Hartmut Schröder aus Hassel habe zwar insgesamt zwei Stunden warten müssen, sei nun jedoch glücklich, seine Booster-Impfung erhalten zu haben. „Da ich von hier komme, war das Impfangebot vor Ort für mich sehr vorteilhaft und auch die Organisation lief reibungslos“, sagte er auf Nachfrage. Im Vergleich zu seinem ersten Impftermin in Nienburg, bei dem er knapp viereinhalb Stunden hatte warten müssen, sei es in Hassel „recht zügig“ gegangen.

Ebenso erfreut, zeigte sich der Hoyaer Kai Huhne, der sich bereits bei der kürzlichen Aktion in der Grafenstadt habe boostern wollen, aufgrund der damals gültigen Vorgaben der Ständigen Impfkommission zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht an der Reihe war. „Ich fand es super, dass man hier auch noch Kaffee bekommen hat und die Wartezeit damit etwas überbrücken konnte“, lautete seine Meinung.

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