Ein Piks gegen das Coronavirus

Offenes Impfangebot am 3. Januar in Hassel

Zuerst DGH, dann Testzentrum und bald Impfstelle: Das Dorfgemeinschaftshaus in Hassel bietet nach Meinungen des Landkreises und des Bürgermeisters optimale Voraussetzungen für den Einsatz eines mobilen Impfteams.
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Zuerst DGH, dann Testzentrum und bald Impfstelle: Das Dorfgemeinschaftshaus in Hassel bietet nach Meinungen des Landkreises und des Bürgermeisters optimale Voraussetzungen für den Einsatz eines mobilen Impfteams.

Hassel – Um mehr Menschen den schützenden Piks zu ermöglichen, setzt der Landkreis auf dezentrale Impfangebote. Eines davon findet am 3. Januar in Hassel statt.

Wer sich gegen das Coronavirus impfen lassen möchte, hat bereits seit längerer Zeit in der „kleinen Impfstelle“ (Verdener Straße 16 bis 18) in Nienburg regelmäßig die Chance dazu. Um noch mehr Menschen den schützenden Piks zu ermöglichen, setzt der Landkreis zusätzlich auf dezentrale Impfangebote. So waren beispielsweise schon das Feuerwehrhaus sowie die Bundesschule des Technischen Hilfswerks in Hoya Anlaufpunkte für Impfwillige.

Jetzt kündigt die Verwaltung einen weiteren offenen Termin in der Region an: Am Montag, 3. Januar, bietet ein mobiles Team in der Zeit von 10 bis 16 Uhr seine Dienste im Dorfgemeinschaftshaus (DGH) in Hassel, Am Sportzentrum 4, an.

Bereits Anfang September hatte Bürgermeister Heiko Lange beim Landkreis nach einer Möglichkeit gefragt, den Nordkreis weiter mit Impfangeboten abzudecken. Die Voraussetzungen in Hassel seien aufgrund der vorherigen Zertifizierung des DGH als Testzentrum durch das Gesundheitsamt bereits geschaffen. „Hier gibt es ein ,Rundumsorglos-Paket‘ mit Parkplätzen, Toiletten und ausreichend Platz“, findet er. Dem stimmte anschließend auch der Landkreis zu, sodass sich dort am 3. Januar ein mobiles Impfteam einrichten kann. „Solche Angebote muss es einfach geben, die sind wichtig, um die Pandemie endlich in den Griff zu kriegen“, meint der Bürgermeister. Passives Nichtstun helfe nicht weiter, stattdessen müsse man aktiv eingreifen und solche Möglichkeiten schaffen, ist er überzeugt.

Wer sich in Hassel den schützenden Piks gegen das Virus abholen möchte, kann dies ohne jegliche Voranmeldung tun. Das Team verabreicht dann sowohl Erstimpfungen als auch Zweitimpfungen und die sogenannten Booster-Impfungen. „Es stehen die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna sowie der Impfstoff von Johnson & Johnson zur Verfügung“, kündigt Heike Jaeschke, die sich um die Einsatzplanung der mobilen Teams im Landkreis sowie die Impfstoffverwaltung kümmert, an. Diese würden entsprechend der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) verabreicht werden: Nur Personen ab einem Alter von 30 Jahren erhalten den Piks mit Moderna. Eine Auffrischungsimpfung ist nach den neusten Vorgaben nun bereits nach drei statt nach fünf Monate nach der Grundimmunisierung mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech oder Moderna) oder dem Impfstoff von Astra Zeneca möglich. Wer bisher einmalig das Vakzin von Johnson & Johnson erhalten hat, muss eine Impfpause von mindestens vier Wochen einhalten. „Insgesamt kalkulieren wir am 3. Januar mit rund 450 bis 500 Dosen“, gibt Jaescke einen Überblick über die zur Verfügung stehende Anzahl.

Mit einem riesigen Ansturm auf das DGH, wie es unter anderem in Hoya am Feuerwehrhaus der Fall war, rechnet sie jedoch nicht. „Es gibt mittlerweile ausreichend Angebote“, begründet sie ihre Annahme. Jedoch habe das Robert-Koch-Institut (RKI) kürzlich die Wartezeit in Bezug auf die Verabreichung der Booster-Impfungen auf drei Monate verkürzt, „diesbezüglich könnte es wahrscheinlich auch in Hassel mehr Zulauf geben.“ Aus diesem Grund und wegen der Altersvorgabe vermutet Jaeschke, dass das Vakzin Moderna dementsprechend öfter gespritzt werde, als beispielsweise Biontech. Den Johnson & Johnson-Impfstoff habe das Team hauptsächlich für all diejenigen im Gepäck, die sich für eine schnelle Erstimpfung entscheiden würden.

Auch wenn es entgegen der Erwartungen in Hassel zu einem größeren Ansturm und dementsprechend längeren Wartezeiten kommt, müsse sich niemand Sorgen machen, kurzfristig keinen Piks mehr zu erhalten. „Die ,kleine Impfstelle‘ in Nienburg bietet weiterhin regelmäßig Termine an. Zudem schließen wir nicht aus, dass wir den Standort in Hassel noch ein weiteres Mal für ein solches Angebot nutzen werden“, meint sie. Darüber hinaus sollen zukünftig Busse zum Einsatz kommen, sodass der gesamte Nord- und Südkreis mit ausreichend Impfangeboten abgedeckt sei.

Wenn es in der Vergangenheit einmal zu längeren Warteschlangen kam, habe das Team Zahlen an die Anstehenden verteilt, sodass sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder kommen konnten, sagt Jaeschke. Dies werde jedoch immer individuell und je nach Zulauf umgesetzt.

Bürgermeister Heiko Lange hat sich für einen möglichen Ansturm bereits gewappnet. „Ich habe vorsichtshalber schon einmal bei der Feuerwehr gefragt, ob sie den Verkehr leiten könnte, falls doch mehr Menschen kommen sollten als erwartet.“ Zudem plant er, die Wartenden bei den aktuell eisigen Temperaturen mit einem Heißgetränk zu überraschen. Ob das tatsächlich klappt, sei aber noch nicht klar, „wünschenswert wäre es aber“, so Lange.

Aber warum entschied sich der Landkreis bei dem offenen Angebot ausgerechnet für einen Montag? „Dass haben wir bewusst so gemacht, da zu der Zeit noch Schulferien sind und viele wahrscheinlich noch Urlaub haben. Diejenigen haben dann eine gute Möglichkeit, den Termin wahrzunehmen“, erklärt Jaescke die Hintergründe des Entschlusses. Auch Bürgermeister Heiko Lange hält die Wahl des Tages für vorteilhaft: „Es können sich schließlich alle ab dem Alter von zwölf Jahren impfen lassen. Eine Chance, besonders für Schüler.“

Der Landkreis weist vorab darauf hin, dass aus Gründen des Eigenschutzes aber auch zum Schutz der Mitmenschen die Bürger beim offenen Impfen in Hassel eine FFP2-Maske zu tragen haben. Darüber hinaus sollen sie die Anamnese- und Einverständniserklärungen ausgefüllt zum Impftermin mitbringen, sodass vor Ort ein zügiger und reibungsloser Ablauf gewährleistet ist und die Wartezeiten gering gehalten werden können. Weiterhin sind der Personalausweis und der Impfpass bereitzuhalten. Nähere Infos sowie die Anamnese- und Einverständniserklärungen sind auf der Internetseite des Robert-Koch-Intituts unter www.rki.de zu finden und können dort heruntergeladen werden.

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