Sohn Jan übernimmt

Wilhelm Schumacher hört nach 33 Jahren als Bücker Ortsbrandmeister auf

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Wilhelm Schumacher war 33 Jahre lang der Ortsbrandmeister der Feuerwehr Bücken. Nun gibt er sein Amt an seinen Sohn Jan ab. 

Bücken - Von Anne Schmidtke. Nach 33 Jahren ist Schluss. Am 1. Januar gibt Wilhelm Schumacher den Posten des Bücker Ortsbrandmeisters an seinen Sohn Jan ab. „Das Amt hat mir immer viel Spaß gemacht“, sagt der 63-Jährige. Er hat die Bücker Feuerwehr genauso lange geleitet wie deren Gründer Hauptmann Carl. Dieser war von 1877 bis 1910 Ortsbrandmeister.

Schumacher gehört der Bücker Wehr seit dem 27. Mai 1969 an. Einige Erlebnisse, die er als junger Feuerwehrmann hatte, sind Wilhelm Schumacher besonders in Erinnerung geblieben, zum Beispiel der Großbrand bei der Hoyaer Firma Europakarton (heute Smurfit Kappa) im August 1975 und ein tödlicher Verkehrsunfall im Juli 1979. „Damals kollidierte ein Personenwagen mit einem Panzer“, sagt Schumacher. Der mit drei jungen Menschen besetzte Opel Manta war abends auf der Landesstraße 351 zwischen Schweringen und Sebbenhausen unterwegs. Der Fahrer überholte ein vor ihm fahrendes Auto und übersah dabei den ihm entgegenkommenden Panzer vom Typ „Marder“, der wahrscheinlich nur mit Tarnbeleuchtung unterwegs war.

„Seit diesem schweren Unfall betreibt die Feuerwehr Bücken die technische Unfallrettung westlich der Weser“, sagt Schumacher, der 1977 zum Gruppenführer und 1979 zum Atemschutzwart in der Freiwilligen Feuerwehr Bücken gewählt wurde. Von 1977 bis 1990 bekleidete er das Amt des Truppführers in der Kreisbereitschaft im Landkreis Nienburg. Ab 1978 unterstützte er zudem die Truppmannausbildung (früher Grundlehrgang) der Samtgemeindefeuerwehr. 1980 wurde Wilhelm Schumacher zum Samtgemeinde-Atemschutzwart, 1983 zum Bücker Ortsbrandmeister und 1998 zum Gefahrgutgruppenführer der Samtgemeinde Grafschaft Hoya gewählt. Seit 2001 heißt diese Gruppe Gefahrgutzug I Nord im Landkreis Nienburg. Wilhelm Schumacher war lange Zeit Zugführer. 2008 folgte dann die Wahl zum stellvertretenden Bereitschaftsführer der Kreisfeuerwehrbereitschaft Umwelt.

„Während meiner Amtszeit als Ortsbrandmeister sind wir im Schnitt pro Jahr 30 Mal ausgerückt“, sagt der 63-Jährige. Die Bücker Wehr fuhr zu Bränden, zum Auspumpen von Kellern, zu Verkehrsunfällen und zu vielen weiteren Einsätzen. „Wenn wir gerufen werden, hat irgendjemand ein Problem“, sagt Schumacher, der während seiner bisherigen Dienstzeit auf allen Führungsebenen sämtliche technische Lehrgänge in den niedersächsischen Akademien für Brand- und Katastrophenschutz in Loy und Celle absolviert hat. Doch nicht nur seine eigene Ausbildung lag Wilhelm Schumacher am Herzen, sondern auch die seiner Kameraden. „Man ist schließlich nur so gut wie das Team um einen herum“, weiß der eingefleischte Feuerwehrmann. Derzeit gehören 63 aktive Mitglieder der Feuerwehr Bücken an.

Wilhelm Schumacher freut sich sehr, wenn er und seine Kameraden Menschen in Not helfen können. „Besonders schön ist es natürlich, wenn man zum Beispiel von Verunfallten nach dem Unglück ein positives Feedback bekommt“, sagt Schumacher. „Wenn man von ihnen hört, dass es ihnen wieder gut geht, dass die Einsatzkräfte alles richtig gemacht haben.“

Stolz auf den Nachwuchs

Er ist stolz darauf, dass während seiner Zeit als Ortsbrandmeister die Jugendfeuerwehr (1990) und die Kinderfeuerwehr (2012) gegründet wurden. 2005 ging ein weiterer Traum von Wilhelm Schumacher in Erfüllung: Der Anbau am Feuerwehrgerätehaus/Dorfgemeinschaftshaus in Bücken wurde eingeweiht.

Für die Zukunft wünscht sich der 63-Jährige, dass die Rahmenbedingungen für die Feuerwehrleute verbessert werden. „In einigen Ländern gibt es zum Beispiel bereits eine Rente für ehrenamtliche Feuerwehrleute“, sagt Schumacher. Das wünsche er sich auch für die Brandbekämpfer in Niedersachsen. Das würde den Gemeinden zwar Geld kosten, aber so könne man die Mitglieder langfristig an die Feuerwehr binden.

Ferner sollten die Kooperationen zwischen den einzelnen Ortswehren vorangetrieben werden. „Wir arbeiten bereits hervorragend mit Duddenhausen zusammen.“ Zudem sollte laut Schumacher die Zusammenarbeit der Feuerwehr mit der Verwaltung vereinfacht werden. Er setzt sich zum Beispiel dafür ein, dass Formulare, die für die Arbeit der Feuerwehrleute wichtig sind, im Internet bereit gestellt werden und leicht zu finden sind.

Am Herzen liegt dem 63-Jährigen auch das Seminar für junge Fahranfänger, das die Feuerwehr zusammen mit der Polizei, der Martfelder Fahrschule Selent und der Verkehrswacht Nienburg seit einiger Zeit einmal im Jahr anbietet, damit junge Autofahrer ihr Fahrverhalten verbessern und reflektieren können.

„Ich bin nicht weg vom Fenster“, betont Wilhelm Schumacher, der im gesamten Kreisgebiet der dienstälteste Ortsbrandmeister war. Schließlich bleibe er immer noch Vorsitzender des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Bücken. Zudem wolle er weiterhin im aktiven Dienst mitwirken. „Solange ich fit bin, bin ich dabei“, sagt Schumacher, der seit Kurzem auch in der Politik tätig ist. Er hat sich bei der Kommunalwahl im September für die „Wählergemeinschaft Bücken und umzu“ aufstellen lassen und schaffte es prompt in den Bücker Rat. Nun sitzt der 63-Jährige auch im Bauausschuss. Zudem wolle er sich zukünftig mehr um Haus und Hof kümmern.

In den vergangenen Tagen hat er alles für die Übergabe mit seinen 38-jährigen Sohn Jan vorbereitet, der als Elektromeister beim Bauhof Hoya des Wasser- und Schifffahrtsamts arbeitet. „Jan soll einen sauberen Stall übernehmen.“

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