Die Immen leben in einer Traube und kümmern sich um die Königin

Honigbienen gönnen sich im Winter Ruhe

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Hans Papprott hält 32 Bienenvölker.

Dedendorf - Von Anne Schmidtke. „Die Honigbiene hält keinen Winterschlaf, sie sitzt stattdessen in der sogenannten Wintertraube“, erklärt Hans Papprott aus Dedendorf. Er ist seit 42 Jahren Imker und besitzt insgesamt 32 Völker. Jetzt im Winter ist auch seinen Bienen kalt, aber sie haben eine wirkungsvolle Technik, die hilft.

Die Tiere haben sich im Herbst, als die Temperatur auf zehn bis sechs Grad Celsius herabsank, in ihren Stöcken zu kugelförmigen Verbunden zusammengefunden. In der Mitte lebt jeweils eine Königin, auch Weisel genannt. „Innerhalb der Traube herrschen etwa 36 Grad Celsius, im äußeren Bereich etwa 20 Grad“, erklärt Papprott. Sollte die Temperatur im Inneren auf unter 14 Grad fallen, sorgten die Bienen durch ständige Bewegung dafür, dass es wieder wärmer wird. „Die Temperatur in den Randbereichen darf nicht weniger als sieben Grad Celsius betragen – Bienen die längerer Zeit dieser Kühle ausgesetzt sind, sterben. Um dies zu vermeiden, findet ein ständiger Austausch der Tiere von Außen nach Innen statt.“

Laut Papprott ist die Honigbiene die einzige von mehr als 500 in Deutschland vorkommenden Bienenarten, die überwintert. „Normalerweise leben im Stock neben der Königin, die Arbeiterinnen und die Drohnen (männliche Bienen) – mit Ausnahme von August bis März. Denn im Herbst schmeißen die Arbeiterinnen die Drohnen aus ihrem Zuhause, da diese nur unnötige Esser sind. Die Drohnen verhungern dann, da sie nicht für sich selbst sorgen können“, berichtet Papprott.

Im Winter wärmen die Arbeiterinnen sich gegenseitig in der Traube und pflegen die Weisel, die im Frühjahr mit Anstieg der Temperaturen beginnt, Eier (Stifte) zu legen.

Wenn die Königin das Ei mit Spermien aus ihrem Vorrat befruchtet, entwickelt sich daraus eine weibliche Biene. Die Samenflüssigkeit sammelt die Weisel während ihrer Hochzeitsflüge, die im Juni stattfinden. Sie paart sich in der Regel mit mehreren Drohnen, die nicht aus ihrem Volk stammen. Ihr Bestand an Spermien, den sie in der Samenblase aufbewahrt, reicht etwa vier Jahre aus.

Aus einem unbefruchteten Ei wächst eine männliche Larve heran. „Der Drohn ist nur dafür da, eine Königin zu begatten. Nach dem Sex stirbt er“, sagt Papprott. Kommt es nicht zur Paarung, kann er 30 bis 40 Tage alt werden.

Arbeiterinnen leben in der Vegetationszeit höchstens 45 Tage. Im Winter haben sie eine deutlich höhere Lebenserwartung: Sie liegt bei etwa sechs Monaten. „Die Winterbienen werden deutlich älter. Schließlich müssen sie sich nicht so abrackern, wie die Sommerbienen“, sagt Papprott. Die Königin sei das einzige Bienenwesen, das mehrere Jahre alt werden könne.

Zu den Aufgaben der Sommerbiene gehört es, die Brut aufzuziehen und den Stock zu reinigen. Bevor sie herumfliegen darf, um Nektar und Pollen zu sammeln, muss sie einige Zeit lang den Stock bewachen. „Von ihrem letzten Flug kehrt die Arbeiterin nicht zurück. Sie stirbt währenddessen“, erklärt Papprott.

Er ist vom Wesen der Bienen fasziniert. „Sie bestäuben die Pflanzen. Ohne sie würde die Natur zurückgehen und infolgedessen würde der Mensch aufhören zu leben“, sagt Papprott. Er sei aus Liebe zur Natur Imker geworden – und weil sein Bruder ihn überredet habe, Bienen zu halten. Bisher habe er die Entscheidung keinen Tag lang bereut, obwohl er schon oft gestochen wurde. „Es gibt Theorien, die besagen, dass das Gift der Bienen gegen Rheuma hilft. Da ich nicht unter der Krankheit leide, könnte das stimmen“, berichtet der 75-Jährige, der seit fast vier Jahrzehnten Mitglied im Imkerverein Hoya ist. „Wir haben Nachwuchsmangel und freuen uns vor allem über Jugendliche, die sich für dieses Hobby interessieren.“

Wer Papprott treffen möchte, hat immer donnerstags in Hoya und samstags in Nienburg Gelegenheit dazu. Dann steht er mit seinem Stand auf den beiden Wochenmärkten. „Ich habe meinen Raps-, Sommer-, Wald-, Akazien- und Linden-Wald-Honig schon an Brasilianer und Hawaiianer verkauft. Urlauber nehmen das Produkt gerne als Andenken oder Geschenk mit nach Hause“, berichtet Papprott.

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