Ein Jahr Südafrika

Niklas Winkelmann: „Ich freue mich absolut auf das, was kommt“

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Niklas Winkelmann möchte den Kindern in Südafrika gerne das Tennisspielen beibringen. Der 18-Jährige hat selbst viel Erfahrung in der Sportart. 

Duddenhausen - Von Anne Schmidtke. Viele junge Leute haben den Wunsch, für ein Jahr ins Ausland zu gehen. Niklas Winkelmann aus Duddenhausen erfüllt sich diesen Traum. Er fliegt am 17. August für zwölf Monate nach Südafrika. Er wird dort in der staatlichen „Nobutho Combined School“ in Berlin im Eastern Cape (Ostkap) arbeiten.

Der 18-Jährige, der vor ein paar Wochen das Abitur am Marion-Dönhoff-Gymnasium in Nienburg ablegte, weiß, worauf er sich einlässt. Denn der engagierte Jugendliche war bereits 2013 mit sechs Mitschülern und zwei Lehrern für drei Wochen in Südafrika. „Dort haben wir uns in der Region KwaZulu Natal und in Johannesburg verschiedene soziale Projekte für Waisen und Straßenkinder angesehen, die das Nienburger Gymnasium finanziell unterstützt“, sagt Niklas. Er sei von der Vielfalt des schwarzen Kontinents und den Menschen beeindruckt gewesen. Damals entschied er, nach dem Abitur wieder dort hinzureisen.

„Im Herbst 2015 habe ich daher angefangen, mich bei verschiedenen Organisationen zu bewerben“, sagt Niklas. Er habe mehrere Zusagen erhalten. Seine Wahl fiel auf den Freiwilligendienst „Weltwärts“ des Allgemeinen Sport-Clubs (ASC) Göttingen.

18-Jähriger unterstützt Unterricht in Afrika

„Ich werde an der afrikanischen Schule vormittags den Sportunterricht unterstützen“, sagt Niklas. Sport stehe normalerweise nicht auf dem südafrikanischen Lehrplan. „Somit kann durch meine Hilfe ein größeres Bewegungsangebot geschaffen werden.“ Nachmittags könne er dann eigene Projekte, die ihm am Herzen liegen, umsetzen. „Mein Vorgänger Lukas Kalkhoff trainiert zum Beispiel Fußballmannschaften, die ich übernehmen werde“, berichtet Niklas. Ferner wolle er Tenniskurse anbieten. Er sei davon überzeugt, dass sportliche Betätigung für Kinder und Jugendliche essenziell wichtig sei und dass man diese fördern sollte. „Sport vermittelt Werte wie Fairness und Teamgeist sowie das Vertrauen in sich und andere“, weiß Niklas aus eigener Erfahrung.

Er selbst spielte lange Zeit im TSV Wietzen Fußball. In den vergangenen Jahren hat er sich dann zunehmend auf das Tennisspielen im selben Verein konzentriert. „Die Bewegung und das Teamplay waren für mich immer ein wichtiger Ausgleich zur Schule“, sagt der 18-Jährige.

Engagement in Kirchengemeinde

Neben dem Sport engagiert sich der Duddenhauser in der Kirchengemeinde Wietzen. Dort betreut er eine Kinder- und Jugendgruppe, die sich wöchentlich trifft und ein Mal im Jahr ein Zeltlager organisiert. Die ehrenamtliche Tätigkeit in der Kirche unterbricht er nun, um sich in Südafrika zu engagieren.

Um die Verständigung macht sich der 18-Jährige keine Sorgen. „Entweder reden wir Englisch oder, wenn das nicht klappt, mit Händen und Füßen.“ Die Volkssprache in Berlin ist Xhosa. Sie gehört zu einer der insgesamt elf Amtssprachen in Südafrika.

Noch 33 andere Freiwillige aus Niedersachsen 

„Noch ist mir nicht mulmig. Ich freue mich absolut auf das, was kommt“, sagt Niklas. Er und die insgesamt 33 anderen Freiwilligen aus Niedersachsen, die der ASC Göttingen im August nach Südafrika schickt, sind gut vorbereitet. Sie besuchten im März ein viertägiges Seminar in Göttingen, bei dem sie sich unter anderem kennenlernten. Darauf folgt vom 10. bis zum 17. Juli ein achttägiges Seminar in Clausthal-Zellerfeld im Harz. „Dort wird auch unser Mentor, der uns in Afrika betreut, dabei sein“, berichtet Niklas, der sich auf das Treffen freut. Jeweils mindestens zu zweit sind die deutschen Helfer an verschiedenen Schulen im Eastern Cape eingesetzt.

Niklas kommt zusammen mit Anna Leu, die in der Nähe von Bremen wohnt, an die „Nobutho Combined School“. Diese besuchen etwa 130 Schüler der Klassen eins bis neun. Die beiden Projektpartner wohnen zusammen mit vier anderen Freiwilligen des ASC in einem Haus in Berlin.

Spenden erbeten

Da das Auslandsjahr nicht günstig ist und der ASC Göttingen und der deutsche Staat nicht für alle Kosten aufkommen, bittet Niklas die Leser der Kreiszeitung um Geldspenden. „Meinen Eigenanteil von 2 000 Euro habe ich bereits zusammen“, sagt der Duddenhauser. Das Geld habe er größtenteils von Familienmitgliedern und Freunden zum 18. Geburtstag geschenkt bekommen. „Das Geld, was ich jetzt noch erhalte, fließt in die Projekte, die ich nachmittags weiterführen oder neu umsetzen werde, also in die Fußballmannschaft oder das Tennisteam“, betont Niklas. Er könne davon zum Beispiel Trikots für das Fußballteam kaufen oder Fahrten bezahlen, damit die Mannschaft auch mal Spiele gegen andere Teams bestreiten kann.

Wer Niklas unterstützen möchte, kann einen beliebigen Betrag auf folgendes Konto (bitte den Verwendungszweck beachten) überweisen:

Kontoinhaber: ASC Göttingen

IBAN: DE10 2605  0001 0000  1110 62

BIC: NOLADE21GOE

Kreditinstitut:

Sparkasse Göttingen

Verwendungszweck:

Spende weltwärts, Einwerber: Winkelmann, Niklas

Informationen zu „Weltwärts“:

Der ASC Göttingen organisiert seit 2008 den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst „Weltwärts“ in Kooperation mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Junge Menschen im Alter zwischen 18 und 28 Jahren helfen dabei in Partnerorganisationen in Südafrika, Namibia, Tansania, Sambia und Uganda. Ziel des Programms ist es, zur Völkerverständigung beizutragen und im sozialen Bereich Menschen zu unterstützen. „Weltwärts“ wird zu 75 Prozent durch öffentliche Mittel des Bunds finanziert. 2 000 Euro muss der Teilnehmer selbst durch Spenden beisteuern. Den Rest übernimmt die Entsendeorganisation, also der ASC Göttingen.

Ein „Weltwärts“-Jahr kostet etwa 20 000 Euro.

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