Sieben Sterbebegleiter erhalten ihre Zertifikate 

Vom Wünschen und Loslassen

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Mit einfühlsamen Liedern und exzellenter Begleitung am Kontrabass und an der Gitarre untermalte Christina Blankenburg die Versammlung.

Hoya - Von Horst Friedrichs. Der „Zug des Lebens“ birgt ein großes Mysterium: Seine Passagiere wissen nicht, wann sie endgültig aussteigen werden. Ein Video, das diese Metapher mit Wort und Bild beschreibt, sahen die Teilnehmer einer Versammlung des Hospizvereins „Dasein“ Hoya jetzt im evangelisch-lutherischen Gemeindezentrum der Grafenstadt.

Ein Fazit des per Projektion Geschilderten konnten die Anwesenden auch aus einem Übungsbeispiel ziehen, das ihnen Cornelia Faltermann, Ausbilderin von Sterbebegleitern, aus ihrer Lehrgangsarbeit schilderte: Ein Mensch sei gut beraten, wenn er sich seiner Wünsche beizeiten bewusst wird.

Anlass der Versammlung im Gemeindezentrum war die Aushändigung von Zertifikaten zur Beurkundung einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zum Sterbebegleiter. Die entsprechenden Qualifikationen erwarben sieben Mitglieder, die dem Hospizverein jetzt für seine Arbeit zur Verfügung stehen. „Wir sind ein kleiner Verein“, sagte die stellvertretende Vorsitzende Karen Siepen in ihrer Begrüßungsansprache. „Und wir waren in der Situation, mehr Menschen, die eine Sterbebegleitung wünschten, zu haben, als wir Sterbebegleiter hatten.“ Bisher habe es die Ausbildung für diese Befähigung nur in Bremen, Horn, Verden und Nienburg gegeben.

Ihre Zertifikate erhielten sieben neue Sterbebegleiter des Hospizvereins „Dasein“ Hoya im evangelischen Gemeindezentrum. Nach der Übergabe stellten sich die Beteiligten für ein Foto auf. Es zeigt (von links): die stellvertretende Vorsitzende Karen Siepen, die neuen Sterbebegleiter Ingo Dierking, Petra Saalmüller, Christa Nienierza, Sandra Neumann, Angelika Grau, Mona Evers und Franka Hannig sowie Ausbildungsleiterin Cornelia Faltermann und die Vorsitzende Edeltraut Güttler. 

„Deshalb sind wir ins kalte Wasser gesprungen und haben in Hoya einen eigenen Kurs gestartet“, berichtete Karen Siepen. „Dafür haben wir Cornelia Faltermann als Ausbildungsleiterin gewinnen können.“ Als praktisches Beispiel aus dem Kurs übergab Faltermann jedem Anwesenden einen Zettel und einen Stift. „Was möchten Sie in diesem Leben gerne noch erleben oder tun?“, lautete die Frage, deren Beantwortung jeder auf dem Zettel notieren und sich dann vorstellen sollte, dass dieser Wunsch morgen in Erfüllung gehen würde. Über daraus resultierende Fragen wie: „Was würde sich in ihrem Leben ändern?“, „Wie würden die Menschen in Ihrer Umgebung reagieren?“ und „Würden Sie selbst sich verändern“ zu reflektieren, eröffne die Möglichkeit, sich seiner Wünsche rechtzeitig bewusst zu werden.

Ihre Zertifikate als neue Sterbebegleiter des Hospizvereins Hoya erhielten: Ingo Dierking, Petra Saalmüller, Christa Nienierza, Sandra Neumann, Angelika Grau, Mona Evers und Franka Hannig.

Die Tagesordnung begleitete Hoyas Musikerin und Schäferin Christina Blankenburg mit einfühlsamen und zum Nachdenken anregenden Liedern zu Gitarre, Bass und Mundharmonika.

Cornelia Faltermann berichtete über die Ausbildung zum Sterbebegleiter und das Thema „Loslassen“ im Hospizverein: „Jeder arbeitet seinen Talenten und Fähigkeiten entsprechend mit den anderen zusammen.“

Mit einer gemütlichen Kaffeetafel klang die Veranstaltung im Gemeindezentrum aus.

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