Weder Kneipe noch Pizzeria

Neuer Pächter im ehemaligen Restaurant: So sieht Payman Alcheikhs Konzept aus

Payman Alcheikh hat für sein neues Lokal an der Langen Straße eine klare Vision vor Augen: Er wünscht sich etwas „Familiäres“.
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Payman Alcheikh hat für sein neues Lokal an der Langen Straße eine klare Vision vor Augen: Er wünscht sich etwas „Familiäres“.

Hoya – Seit 2020 tut sich was in dem ehemaligen griechisches Restaurant an der Langen Straße in Hoya. Im Interview verrät Pächter Payman Alcheikh, was er dort vor hat.

Zahlreiche Gastronomen versuchten sich bereits an der Langen Straße in Hoya. Das ehemalige griechische Restaurant hat schon viele von ihnen kennengelernt. Im Laufe der Jahre sah man auch immer mal Gäste draußen auf der Terrasse sitzen – so lange, bis der Pächter die Stadt wieder verließ.

Lange Zeit wagte es niemand, sich des ehemaligen Restaurants anzunehmen. Im vergangenen Jahr waren die Fenster plötzlich mit Zeitungspapier verhangen. Kein neugieriger Blick gelangte durch sie hindurch in das Innere. Doch für viele schien das ein Anzeichen zu sein: „Hier tut sich was“. Die Frage war nur, was? Die Gerüchteküche brodelte. Von einer Shishabar über eine Kneipe bis hin zu einer Pizzeria – die Vermutungen, was zukünftig aus dem Gebäude an der Langen Straßen werden sollte, überschlugen sich. Die Kreiszeitung hat Kontakt zu Pächter Payman Alcheikh aufgenommen und der stellt klar: „Es wird nichts davon.“

Ihm schwebt etwas anderes vor. Den Stress mit einem Lieferservice will er sich nicht machen, stattdessen setzt der 26-Jährige auf etwas „Familiäres“. Er will vor Ort sein, mit den Gästen reden, als Ansprechpartner stets für sie da sein. Das ist es nämlich, was seiner Meinung nach in Hoya fehlt. Seine Vision zielt somit auf eine Mischung aus Bar und Essen mit orientalischer Note ab. „Die Leute sollen sich gemütlich hinsetzen können. Ich möchte erreichen, dass sie als Gäste kommen und als Freunde gehen. Mir einfach Zeit für sie nehmen“, versucht er in Worte zu fassen, wie er sich die Atmosphäre in seinem Lokal zukünftig wünscht.

Um das zu erreichen, hat sich der Hoyaer einiges vorgenommen. Bereits 2020 wurde das komplette Gebäude entkernt. Die alte Küche sowie die Sanitäranlagen, die Fußböden, die Theke und die in die Jahre gekommene Inneneinrichtung landeten auf dem Müll. Aktuell hängen nur noch ein paar Kabel von der Decke, der Rest befindet sich im absoluten Rohbau. Ausschließlich ein Wandgemälde erinnert noch an die Zeiten, in denen Gästen noch griechische Spezialitäten serviert bekamen. „Ich will alles komplett neu machen“, verdeutlicht Payman Alcheikh und ist sich dabei dem Ausmaß der Arbeit, die noch vor ihm liegt, bewusst. Er hat für das Gebäude an der Langen Straße ein ganz klares Bild vor Augen.

Finanzielle Unterstützung erhält er dabei als Existenzgründer von der Stadt Hoya, auch der Gebäudeeigentümer beteiligt sich an den Kosten. Bei den Planungen helfen ihm Architektin Marianne Wehr aus Hoyerhagen und der Eigentümer des Objekts. „Wir stehen in einem stetigen Austausch und arbeiten sehr eng zusammen, wofür ich wirklich dankbar bin“, meint der neue Pächter. Auch seine künftige Nachbarin, die Inhaberin der Outfiteria, hat Payman Alcheikh mit ins Boot geholt. Denn mit dem Außenbereich des ehemaligen Restaurants hat er Großes vor: Die Terrasse soll vergrößert und komplett umgestaltet werden, wofür er die beiden Parkplätze im vorderen Bereich mit eingliedern möchte. Zudem soll eine Bepflanzung drumherum erfolgen.

Doch einen Partner an seiner Seite wollte der Hoyaer bei seinem Vorhaben nicht. „Das hier war immer mein Traum. Ich möchte, dass es mir gehört und die Entscheidungen selbst treffen“, begründet er seine Wahl, das Lokal ganz allein zu führen.

Im Inneren stehen ebenfalls Veränderungen an: Auch die Küche soll deutlich mehr Raum erhalten als zuvor. „Außerdem stelle ich mir dafür ein offenes Konzept vor. Die Gäste sollen einen Blick auf das Team in der Küche erhalten, wissen, was ihnen serviert wird“, kündigt der 26-Jährige an. Einzig die Theke soll in neuer Ausführung wieder an ihrem ursprünglichen Platz stehen. Mit Blick auf den Zeitplan sind für Oktober die nächsten Arbeiten angesetzt. „Eröffnet werden soll voraussichtlich im März oder April nächsten Jahres“, sagt er und bittet um Geduld.

Obwohl Payman Alcheikh eigentlich gelernter Papiertechnologe und Feinwerkmechaniker ist, weiß er in der Gastronomie, wie der Hase läuft. Seit dem er 18 Jahre alt ist, arbeitet er nebenbei in der Branche. „In Hoya habe ich bereits alle Pizzerien durch“, meint er. Aktuell unterstützt er neben seinem Job bei Smurfit Kappa das Familienunternehmen, die Pizzeria in Wietzen. Doch ein eigenes Lokal war schon immer sein Traum.

Knapp 15 Jahre lang lebte er schräg gegenüber des ehemaligen griechischen Restaurants, hatte das Gebäude stets im Blick. „Der Standort ist mitten in der Stadt einfach perfekt. Es hat bei mir diesbezüglich einfach ,klick‘ gemacht, und ich machte mir Gedanken, was man alles verändern könnte“, erzählt der neue Pächter von den Anfängen seiner Idee. Wer als Servicekraft oder als Koch Teil seiner Vision werden möchte, kann sich im Übrigen unter Telefon 0172/5263559 melden.

Angst davor, dass er sein Lokal an der Lange Straße nicht lange halten kann, hat Payman Alcheikh nicht. „Ich denke, gerade weil es früher hier nicht so gut lief, könnte es mit meinem neuen Konzept etwas werden. Ich weiß, dass ich zwar viel riskiere, aber ich glaube an mich und meine Stärken“, sagt er selbstbewusst.

Dennoch möchte er nicht länger auf zwei Hochzeiten tanzen, sondern sich voll und ganz auf sein neues Lokal konzentrieren. „In diesem Zusammenhang bedanke ich mich noch einmal recht herzlich bei Smurfit Kappa“, richtet der 26-Jährige direkt das Wort an seinen derzeitigen Arbeitgeber. Sowohl in der Papierfabrik als auch bei seinem Job in der Pizzeria in Wietzen und beim Fußball habe er stets 100 Prozent gegeben. Und das ist auch sein Mindestanspruch an sich selbst für sein zukünftiges Lokal an der Langen Straße in Hoya..

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