THW in Hoya bildet Verwaltungsfachangestellte aus / Bundesweiter Dienstleister

Paragrafen? Halb so wild!

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Ausbilderin Myriam-Yasmin Selter (r.) zeigt Raphaela Stampa, wie man ein Ausweisbild richtig befestigt.

Hoya - Von Andree Wächter. Das Technische Hilfswerk (THW) in Hoya bildet Verwaltungsfachangestellte aus. An der Bundesschule lernt Raphaela Stampa die Fachrichtung Bundesverwaltung. Im Rahmen unserer Serie „Zukünftige Fachkräfte gesucht“ stellen wir die Ausbildung vor. Sie beginnt immer nach den Sommerferien, am 1. August oder 1. September, und dauert drei Jahre. Bewerber benötigen mindestens einen guten Hauptschulabschluss.

„Ich war in der THW-Jugendgruppe und habe die Grundausbildung absolviert“, sagt Raphaela Stampa. Eine Mitgliedschaft im THW ist aber nicht erforderlich, um eine Ausbildung dort beginnen zu können. „Durch meine Arbeit im Ortsverband Hoya kannte ich die Strukturen“, sagt Raphaela Stampa. Rund die Hälfte der THW-Mitarbeiter engagiert sich auch ehrenamtlich.

Innerhalb der Ausbildung durchläuft die 23-Jährige verschiedene Bereiche, etwa die Poststelle oder das Personalwesen. Zu den Aufgaben in der Geschäftsstelle gehören zum Beispiel die Arbeitszeiterfassung, das Überweisen von Rechnungen oder das Ausstellen von Dienstausweisen.

Die Geschäftsstelle in Hoya ist bundesweiter Dienstleister für die Ehrenamtlichen im THW. Fahrkosten- oder Lohnkosten-Erstattungen für Arbeitgeber werden dort abgerechnet. Deshalb haben die Mitarbeiter viele Kundenkontakte.

Die Abläufe gehören für Raphaela Stampa mittlerweile zur Routine. Sie steht kurz vor der Beendigung ihrer Ausbildung.

Bevor die 23-Jährige beim THW begann, durchlief sie das Bewerbungsverfahren. Den ersten Schritt machte sie online. Auf www. bund.de sind alle Stellen ausgeschrieben. „Da kaum einer diese Seite kennt, schalten wir auch Anzeigen in Zeitungen“, sagt Bernd Witthuhn. Laut dem Leiter Zentrale Dienste folgen nach der Vorauswahl der Bewerber ein Eignungstest sowie ein Bewerbungsgespräch.

Die neuen Azubis nimmt Ausbilderin Myriam-Yasmin Selter an die Hand. Das praktische Handwerk lernen die Azubis in Hoya. Zum schulischen Blockunterricht fahren sie nach Hannover. Übergeordnete Lehrgänge absolvieren sie in Lübeck bei der Bundespolizei. Dort ist ein Schwerpunkt das Verwaltungsrecht auf Bundesebene.

Der Umgang mit Paragrafen und Vorschriften ist in der Theorie schlimmer als im täglichen Arbeiten, beruhigt Raphaela Stampa: „In der Praxis nimmt man die vielen Paragrafen nicht so wahr. Man führt sie einfach aus.“ Und Bernd Witthuhn ergänzt: „Es ist ein Ziel der Ausbildung, Gesetze und Vorschriften richtig anzuwenden.“

Nach der Ausbildung können die Verwaltungsfachangestellten in allen Bundesbehörden arbeiten. „Auch in der kommunalen Verwaltung könnte ich anfangen. Dazu müsste ich mir noch das dort nötige Fachwissen aneignen“, sagt Raphaela Stampa.

Gute Noten in der Abschlussprüfung werden belohnt: Bei einem Notendurchschnitt von 1,9 oder besser können Absolventen an einer Begabtenförderung teilnehmen.

Das THW versucht, allen Auszubildenden nach der Lehre einen befristeten Arbeitsvertrag anzubieten. Auch ohne einen super Notendurchschnitt ist ein Aufstieg innerhalb des mittleren Diensts möglich. Der „Angestelltenlehrgang II“ ist eine Möglichkeit. Über andere Fortbildungen kann man sich zum Ausbilder qualifizieren oder in den gehobenen Dienst aufsteigen.

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