Bassumer Kantorei überzeugt stimmgewaltig in der Wecholder St.-Marien-Kirche

Hörgenuss der besonderen Art

Die Kantorei Bassum musizierte in der Wecholder Kirche. Foto: Uwe Campe

Wechold - Von Uwe Campe. Nach 2015 gastierte die Bassumer Kantorei jetzt zum zweiten Mal in Wechold und bescherte den Besuchern einen Hörgenuss der besonderen Art. Chorleiterin und Kreiskantorin Réka-Zsuzsánna Fülop freute sich schon im Vorfeld auf die gute Akustik des Wecholder Gotteshauses St. Marien, das mit seinem großen und hohen Kirchenschiff einen hervorragenden Resonanzkörper abgebe und gerade für Konzerte dieser Art wie geschaffen sei. Ganz ähnlich äußerte sich Ehemann und Kreiskantor Ralf Wosch, der als Solist mit vier Stücken auf der fast 150 Jahre alten, vor einigen Jahren von Grund auf restaurierten Becker-Orgel glänzte.

Um sich richtig einzustimmen, war die in der Bassumer Stiftkirche beheimatete Kantorei schon am frühen Nachmittag mit 42 Sängern (34 Frauen und acht Männern) angereist. Das Konzert umfasste dann passend zur Passionszeit im Wesentlichen Lieder mit kirchlichen Inhalten und war in eine Andacht eingebettet. Den Auftakt machte das Lied „Schaff in mir, Gott, ein reines Herz“ des Barockkomponisten Johann Philipp Krieger (1649 - 1725). Es wurde als einziges Stück von der Orgel begleitet, alle weiteren Lieder wurden a-cappella vorgetragen. Wie die sehr engagierte Kreiskantorin betonte, ist gerade der A-cappella-Gesang in besonderer Weise geeignet, die musikalische Ausgestaltung deutlich zu machen und damit auch die Möglichkeiten eines größeren Chores in seiner ganzen Bandbreite auszureizen.

Nach einer Begrüßung durch Lektor Jürgen Stegmann wurde das Konzert mit den Gesängen „Pange Lingua“ (aus dem Lat.: Preise, Zunge …) des ungarischen Komponisten Zoltán Kodály (1882-1967) und „Inclina Domini“ (Nimm gnädig auf, o Herr …) des Niederländers Johannes Verhulst (1816 - 1891) fortgesetzt, denen drei Sätze aus der Orgelsonate in c-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 - 1847) folgten.

Wundervolle Klangteppiche breiteten sich bei der Motette „Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser“ des deutschen Kirchenmusikers Hugo Distler (1908 - 1942), dem Lied „Ave verum“ (Wahrer Leib, sei uns gegrüßet) des 1947 geborenen Ungarn Orbán György sowie dem Orgelstück „Passion“ von Max Gulbins (1862 - 1932) in der schlichten, aber altehrwürdigen Kirche aus.

Herausragende Hörerlebnisse bot der stimmgewaltige Chor danach mit zwei Liedern des 1944 geborenen walisischen Komponisten Karl Jenkins. Zunächst konnten Edith Pleyer, Daniele Preisigke, Meike Schäfer-Klink und Tanja Rusch jeweils als Solistinnen Kostproben ihres beträchtlichen Könnens in dem Lied „In paradisum“ liefern, bevor der gesamte Chor mit dem begeisternd jubelnden „Exultate, jubilate“ (Jauchzet, jubelt) sicherlich einen der Konzerthöhepunkte setzte.

Danach nahm der auch im Chor mitsingende Rolf Wosch noch einmal an der Orgel Platz, um mit den Kompositionen „Irish“ von Norman Warren (*1934) und „Toccata in Seven“ von John Rutter (*1945) sein Können eindrucksvoll unter Beweis zu stellen.

Den krönenden Abschluss fand dieses im besten Sinne des Wortes durch und durch „stimmige“ und bei den Besuchern einen nachhaltigen Eindruck hinterlassende Konzert in dem von Mendelssohn Bartholdy vertonten Goethe-Gedicht „Frühzeitiger Frühling“, dessen Textanfang „Tage der Wonne, kommt ihr so bald? Schenkt mir die Sonne, Hügel und Wald?“ nach Worten der Chorleiterin gerade auch in der Passionszeit für Aufbruch und Neubeginn steht.

Das Wecholder Publikum dankte Chor und Solisten nach fast eineinhalb Stunden purem Musikgenuss zu Recht mit einem langen, kräftigen und herzlichen Beifall, aber auch einem wohlgefüllten Spendenkorb.

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