Bagger legt Fundamente frei

Hinweise auf den Eingang zur Synagoge in Hoya gefunden

Drei Personen stehen vor einem Bauloch mit Resten eines Fundaments
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Paul-Christoph Preuß (von links) vom Heimatmuseum Hoya sowie Heike Huth und Elfriede Hornecker von der Interessengemeinschaft Synagoge besichtigen die Baustelle an der Deichstraße, auf der Reste der Synagoge entdeckt wurden.

Hoya – In Hoyas „Bermuda-Dreieck“ ist höchstwahrscheinlich nicht alles versunken. Fest Gemauertes der einstigen Synagoge kommt auf dem Grundstück mit dem geheimnisvollen Spitznamen zum Vorschein. „Mehr aber wohl nicht.“ Davon gehen die Mitglieder der Interessengemeinschaft Synagoge aus – obwohl, eine leise Hoffnung und gespannte Erwartungen gibt es dennoch:

Vielleicht finden sich tief im Erdreich an der Deichstraße ja doch aufschlussreiche Fundstücke, wenn die für Juni vorgesehenen archäologischen Ausgrabungen erst einmal begonnen haben.

Dort, wo einst die Hoyaer Synagoge den Brandstifterflammen des Nazi-Terrors zum Opfer fiel, ist immerhin schon Interessantes zum Vorschein gekommen. Bei ersten Probegrabungen in Verbindung mit den Abbrucharbeiten auf dem ehemaligen Tankstellengrundstück (wir berichteten) legten die Beteiligten Reste von Fundamenten und einer Sandsteinsäule frei. Und erste Erkenntnisse gibt es auch schon: Der Eingang der Synagoge könnte sich an der der Straße abgewandten Seite des Grundstücks befunden haben.

Diese Überlegungen stellten Elfriede Hornecker und Heike Huth von der Interessengemeinschaft an, als sie am Sonnabendvormittag gemeinsam mit Paul-Christoph Preuß vom Heimatmuseum einen Blick auf das Abbruchgelände in der Nachbarschaft des Lindenhofs warfen. Fundamentreste der Synagoge, so Elfriede Hornecker, seien bereits an verschiedenen Seiten des Grundstücks gefunden worden.

„Mit den Ausgrabungen auf dem Hoyaer Synagogengrundstück werden wir voraussichtlich in der zweiten Juniwoche beginnen“, kündigt Dr. Daniel Lau im Gespräch mit der Kreiszeitung an. „Vorher müssen die Kraftstofftanks entfernt und die Grube verfüllt werden. Erst dann können wir anfangen.“ Als Archäologe ist Dr. Lau der einzige fest angestellte Mitarbeiter der Kommunalarchäologie der Schaumburger Landschaft mit Sitz in Bückeburg. Bei Ausgrabungseinsätzen ist Dr. Lau auf projektbezogen finanzierte Mitarbeiter und zahlreiche ehrenamtliche Helfer angewiesen.

Solche Helfer sucht Daniel Lau auch für die Synagogen-Grabung in Hoya. Wer dabei mitmachen möchte, wird gebeten, sich bei ihm per E-Mail zu melden: Archaeologie@ SchaumburgerLandschaft.d.

Fundstücke, die bei den Grabungsarbeiten zutage gefördert werden, sollen später auch zu sehen sein: „Wir schlagen vor, etwaige Funde in den Schaufenstern des Treffpunkts Trefurt auszustellen“, sagt Heike Huth von der Interessengemeinschaft Synagoge. Museumsleiterin Ulrike Taenzer ist erfreut über dieses Angebot: „Es macht Sinn, die erhofften Fundstücke in den Trefurt-Schaufenstern zu zeigen.“

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