Mehrere Einrichtungen und Initiativen stellen sich interessierten Gästen in Hoya vor

Hilfe für Flüchtlinge: So sieht die Praxis aus

Familie Sediqi kommt aus Afghanistan und informierte die interessierten Besucher über ihre Situation. - Foto: Heide Wirtz-Naujoks

Hoya - Von Heide Wirtz-Naujoks. Aus Anlass des internationalen Flüchtlingstags, der diese Woche weltweit begangen wurde, hatte der Arbeitskreis „Brot & Salz“ jetzt verschiedene örtliche Initiativen in die Aula der Grundschule Hoya eingeladen, die ihre Arbeit in der Flüchtlingshilfe vorstellten. An zahlreichen Informationsständen konnten sich die Besucher über die verschiedenen Bereiche der Integrationsarbeit informieren.

Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer hob in seiner Begrüßungsansprache hervor, dass aus den vielen gemeinsamen Aktionen von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Helfern sowie Sozialverbänden inzwischen ein gut funktionierendes, starkes Netzwerk entstanden ist.

Die Aula bot mit ihrer Geräumigkeit den Beteiligten ein ideales Forum, um ihre Arbeit vorzustellen und Informationen auszutauschen.

Das Deutsche Rote Kreuz leistet Unterstützung mit einer Erstausstattung für Babys und versorgt die Flüchtlinge mit gut erhaltener Bekleidung.

Im vor Kurzem gegründeten Nähcafé „Nadel & Faden“ des Diakonischen Werks besteht die Möglichkeit, aus gespendeten Stoffen neue Kleidungsstücke zu fertigen.

Mirja Galla (links) und Nicole Schuster von der Polizei in Hoya informierten über den Verkehrsunterricht, den die Polizei für Flüchtlinge anbietet. - Foto: Heide Wirtz-Naujoks

Die Polizeistation Hoya stellte sich und ihre Flüchtlingshilfe vor. Die Polizistinnen Mirja Galla und Nicole Schuster sehen ihren Schwerpunkt in der Verkehrserziehung. Sie wollen den Flüchtlingen die Angst vor der Polizei nehmen und Vertrauen schaffen, indem sie Radfahr-Trainings anbieten. Denn die Familien nehmen oft aktiv am Straßenverkehr teil, ohne die Verkehrsregeln zu kennen. „Um Unfällen entgegenzuwirken, versuchen wir mithilfe des Radfahr-Trainings die Grundregeln des deutschen Straßenverkehrs zu vermitteln“, erklärt Mirja Galla. „Dabei geht es uns hauptsächlich um die Vermittlung der wichtigsten Verhaltensregeln.“

Darüber hinaus stellt die Polizei eine Broschüre zur Verfügung, die als Orientierungshilfe nützliche Tipps und Informationen für das Leben in Deutschland enthält.

Praktische Hilfe im Alltag leisten die vielen ehrenamtlichen Flüchtlingspaten. Renate Paul vom Unterstützerkreis „Brot & Salz“ betont: „Die Paten sind das Wichtigste, was die Flüchtlinge haben. Sie sind Vertrauenspersonen.“

In einem Foto-Film von Beate Waibel-Flanz, der während der Veranstaltung vorgeführt wurde, bekommen die Wünsche und Empfindungen der Flüchtlinge und ihrer Helfer ein Gesicht. Die Hoyerhägerin stellte in ihrem Projekt Porträts von 70 Menschen zusammen, die ein persönliches Statement abgegeben haben.

Ängste und Vorurteile sollen auf beiden Seiten abgebaut werden. Mike Fuchs vom Jugendzentrum „Conexxxx“ in Hoya hat ein Sensibilisierungsangebot für Schulklassen entwickelt, um diesen Prozess zu unterstützen.

Die Veranstaltung bot auch Flüchtlingen Gelegenheit, sich vorzustellen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten Fragen zu beantworten.

Das Ehepaar Vullmer aus Eystrup stellte anschaulich auf einer Landkarte die Stationen der beschwerlichen Fluchtwege zweier Familien aus Syrien und dem Irak dar.

Viele der zahlreichen Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, einige der Schutz suchenden Menschen und ihre Paten kennenzulernen und sich über die Flüchtlingssituation zu informieren. Der Kontakt zur ansässigen Bevölkerung und persönliche Begegnungen können vieles erleichtern. Ein ehrlicher Dialog und die Entwicklung von gegenseitiger Toleranz sind das erhoffte Resultat.

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