Ökologische Maßnahme an der Bünkemühle

In Helzendorf geht‘s bachaufwärts

Die Bauarbeiten an der Bünkemühle haben begonnen. Der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft als Trägerin der Maßnahme traf sich mit Projektleiter Joachim Delekat vom ArL (vorne, links), dem Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft Warpe, Hermann Heuermann, und Vertretern der teilnehmenden Behörden zum symbolischen Spatenstich. - Fotos: Vivian Krause

Helzendorf - Von Vivian Krause. Flussaufwärts geht es für Fische zum Ablaichen. Doch auch andere Lebewesen nehmen diesen Weg. In Helzendorf an der Bünkemühle bei Derbovens hindert sie daran vor allem ein 1,70 Meter hohes Hindernis, ein sogenannter Sohlabsturz, der an einen Wasserfall erinnert. Das soll sich jetzt ändern. Dafür werden die Gewässer Calle, Caller Dorfbach und Graue auf einer Strecke von rund einem Kilometer umgebaut.

Im Rahmen einer Maßnahme zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit soll den Bewohnern des Gewässers an der Bünkemühle der Weg flussaufwärts geebnet werden. Das ökologische Projekt ist Teil der Flurbereingung. Diese besteht nicht nur aus Wegebau, sondern auch aus ökologischen Maßnahmen, erklärte Hermann Heuermann, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Warpe, die Trägerin der Flurbereinigung ist. Die erste wird nun an der Bünkemühle umgesetzt, zwei weitere ähnliche Maßnahmen folgen an der Helzendorfer Mühle sowie an der Hohnhorster Mühle. Dort laufen die Ausschreibungen für die Arbeiten noch. An der Bünkemühle hat die Firma Mittelweser-Tiefbau aus Warpe Dienstag die Arbeiten mit einem symbolischen Spatenstich begonnen. Im Februar wurden bereits einige Bäume beseitigt. Jetzt geht es unter anderem an die Verbreiterung des Bachlaufs, mit dem Ziel das Hindernis zu umschiffen.

Veränderungen wieder geradegebogen

Der Hintergrund: Die Gewässer an den Mühlen wurden zur Nutzung der Wasserkraft von Menschen verändert. So wurde an der Bünkemühle die Kraft der Bäche Calle und Graue genutzt, in Warpe an der Helzendorfer Mühle das Wasser der Graue, und an der Hohnhorster Mühle die des Bücker Mühlbachs. Im Prinzip werden diese von Menschenhand vorgenommene Veränderungen wieder geradegebogen. Zum Wohle der Natur.

Das Projekt an der Bünkemühle ist keines von den Familie Derboven, die ihren Rinderzuchtbetrieb dort hat, unterstrich Joachim Delekat vom Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Leine-Weser in Sulingen, das für die Durchführung des Flurbereinigungsverfahrens zuständig ist. Die Eigentümer-Verhältnisse der betroffenen Flächen wurden vorab geklärt.

Finanziert wird die Maßnahme, die rund 330 .000 Euro kostet, im Rahmen der Flurbereinigung, durch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Nienburg sowie den Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband „Meerbach und Führse“.

Ziel: Durchgängigkeit der Gewässer

Grundlage für die Maßnahme ist der Gewässerentwicklungsplan für den Bückener Mühlenbach. Dieser verläuft auf einer Strecke von 14 Kilometern von Wietzen bis Bücken. Dort mündet der Bach in die Weser. Entlang dieser Strecke gibt es mehrere Zuflüsse – so auch die Graue. Ziel sei es, eine Durchgängigkeit der Gewässer zu erreichen, sagt Klaus Gänsslen, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Nienburg. Dafür werden nach und nach die kleineren Gewässer, die in den Bückener Mühlenbach münden, also auch die Graue, und damit einhergehend auch deren umgebende Gewässer, umgebaut.

Die Baustrecke an der Bünkemühle umfasst rund einen Kilometer. Der Verlauf der Gewässer ändert sich und somit gehört die für Lebewesen unüberwindbare Höhe von 1,70 Metern demnächst der Vergangenheit an. Die Störstelle (Bild unten links) wird sozusagen umflutet.

Der Caller Dorfbach und die Calle werden bei den Bauarbeiten zusammengeführt und tragen dann den Namen Calle; der Caller Dorfbach wird außerdem mit dem Bach Graue zusammengeführt und heißt dann Graue. So fließen die drei Gewässer dann als Graue in den Bückener Mühlenbach.

Dafür wird umgebaut, ausgebaut und verfüllt. Gewässer werden verlegt, Düker (Bild unten rechts) entfernt und insgesamt der Verlauf des Bachlaufs angepasst. Die Arbeiten sollen bis September dieses Jahres abgeschlossen sein.

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