„Heimsuchung“ entstand anlässlich des Tods ihrer Großmutter / Sonntag im Kino

Filmkünstlerin aus Magelsen stellt sich ihren Ängsten

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Die mittlerweile in Berlin lebende Filmemacherin Henrike Meyer ist während der Vorführung im Filmhof Hoya vor Ort und steht anschließend für Fragen zu Verfügung.

Auf Initiative des Kultursalons Hilgermissen zeigt das Hoyaer Kino am Sonntag, 7. Juni, einen Film der aus Magelsen stammenden Berliner Filmkünstlerin Henrike Meyer: „Heimsuchung“. Den Film hat Henrike Meyer (Jahrgang 1984) nach dem Tod ihrer Großmutter Lulu in Magelsen gedreht. Sie behandelt darin Themen wie Krankheit, Älterwerden und schließlich den Tod. Die Künstlerin ist während der Veranstaltung (siehe unten) anwesend und steht anschließend für Fragen zur Verfügung.

Für ihre Arbeiten an „Heimsuchung“ erhielt sie an der Universität der Künste in Berlin die Auszeichnung „Meisterschülerin“. Der Film feierte im November bei der Duisburger Filmwoche Premiere.

„Ausgangspunkt von ,Heimsuchung‘ ist die Erinnerung an die Zeit kurz vor und nach dem Tod meiner Großmutter“, sagt Henrike Meyer. „Sie war an Demenz erkrankt und wurde lange im Haus meiner Familie von meiner Mutter gepflegt.“ So sind der Umgang mit Krankheit, dem Älterwerden und dem Tod Kernpunkte in „Heimsuchung“.

In dem in Magelsen gedrehten Film geht es aber auch um Henrike Meyers eigene Angst. „Die Schwierigkeit des Sprechens über diese Themen war wie ein Knoten, ein Furchtzentrum, dem ich mich versucht habe, zu nähern. Wenn ich das Haus meiner Familie besuche, gehe ich an einen vertrauten Ort, dem ich aber entwachsen bin und der mir fast mythisch erscheint. Das Haus steckt voller Erinnerungen – ich begegne mir aus einer anderen Zeit und meiner alten Angst vor der Dunkelheit.“

Als sie für die Dreharbeiten nach Magelsen kam, wurde das Erbe ihrer Großmutter verteilt. „Wir waren da, um etwas aufzunehmen. Wie ein Medium, ein Speicher von Bildern, Dingen, die sichtbar werden, Geschichten, Gespräche über die vergangene Zeit und Veränderungen. Das Schlafzimmer meiner Großmutter soll gestrichen werden. Ich hatte das Gefühl, dass Spuren verschwinden – ich wollte filmen, um dies festzuhalten“, erzählt sie in einer schriftlichen Einleitung zum Film.

„Aus meiner Angst im Dunkeln ergibt sich, dass wir neben dem alltäglichen Leben meiner Familie auf dem Land, anfangen uns auf nächtliche Exkursionen zu begeben. Der dunkle Raum wird für uns zum Spielraum.

Es geht in ,Heimsuchung‘ nicht nur um Erinnerungen, die sich in Kontakt mit der Gegenwart aktualisieren, sondern auch um Vorstellungen – Orte der Sehnsucht, in die man sich vor der geordneten Welt fliehen kann.“

Weitere Informationen zu Henrike Meyer finden sich auf ihrer Homepage: www.henrikemeyer.de. Dort gibt es auch eine Vorschau von „Heimsuchung“ zu sehen.

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Ab 10 Uhr bietet der Filmhof am Sonntag im Rahmen der Reihe „Frühstückskino“ ein Büfett an (Kosten: 10 Euro pro Person, um Anmeldung unter Telefon 04251/2336 wird gebeten). Die Vorführung (rund eine Stunde) beginnt um 11 Uhr. Der Eintritt ist frei, der Kultursalon bittet um Spenden.

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