Heimatmuseum Hoya präsentiert neue Ausstellungen

Historie auf besondere Art in Szene gesetzt

Neue Einblicke gewährt die Original-Zellentür aus dem einstigen Kerker im Hoyaer Schloss, die jetzt im renovierten Heimatmuseum neu installiert wurde. Praktikantin Luca Schütze nutzte die Gelegenheit, durch jene Luke zu spähen, hinter der schon Mörder ihre letzten Stunden fristeten.
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Neue Einblicke gewährt die Original-Zellentür aus dem einstigen Kerker im Hoyaer Schloss, die jetzt im renovierten Heimatmuseum neu installiert wurde. Praktikantin Luca Schütze nutzte die Gelegenheit, durch jene Luke zu spähen, hinter der schon Mörder ihre letzten Stunden fristeten.

Nach mehr als einem Jahr Pause wagt das Heimatmuseum Hoya einen Neustart. Und der ist durchaus gelungen, wie ein Besuch im renovierten Haus zeigt.

Hoya – Neuer Superlative kann sich Hoya nun erfreuen: Stadt und Grafschaft entpuppen sich mehr und mehr als Eldorado für Archäologen, und: „Hoyas Heimatmuseum ist das schönste in meinem Bezirk“, sagte Dr. Daniel Lau, Kommunalarchäologe der Landkreise Nienburg und Schaumburg, während eines Pressegesprächs in den frisch renovierten Räumen des einstigen Von-Staffhorstschen Gutshauses in der Hoyaer Altstadt.

Dort, im mehr denn je schmucken Museum an der Kirchstraße, müssen für Besucher zwar immer noch Corona-Bedingungen angewendet werden. Doch die nun fertiggestellte neue Dauerausstellung und die Sonderausstellung „Forschungsfelder der Archäologie“ gelten als Voraussetzung für die erhoffte Wiedereröffnung. Mehr als ein Jahr lang war Hoyas Heimatmuseum mittlerweile geschlossen. Nun aber ist der internationale Museumstag am 16. Mai Anlass für einen in Aussicht genommenen Neubeginn.

„Zunächst strebt unser Museums-Team eine eingeschränkte Öffnung innerhalb der flexiblen Bürozeiten mit Voranmeldung an“, erklärte Museumsleiterin Ulrike Taenzer zu Beginn des Pressegesprächs. „Sobald wir das umsetzen können, geben wir es über unsere Website und die Presse bekannt.“ Wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Planungsunsicherheit, so Ulrike Taenzer weiter, solle nun kurzfristig die Planung und Umsetzung der politischen Vorgaben und Hygieneregeln folgen.

„Wir müssen uns an Regularien und vorhandene Kapazitäten anpassen“, betont die Museumsleiterin. „Unsere Museumsarbeit liegt in den Händen eines kleinen Teams, das in den vergangenen Monaten mit viel Engagement an den Ausstellungen gearbeitet hat, um die Voraussetzungen für die Wiedereröffnungen zu schaffen.“ Mit viel Kreativität und handwerklichem Geschick gestalteten die Mitglieder des Teams die Dauerausstellung neu und überaus einfallsreich.

„Von der Grafschaft Hoya bis zur Samtgemeinde Grafschaft Hoya“ heißt denn auch das Motto eines abwechslungsreich ausgestatteten neuen Dauerausstellungsbereichs, in dem etwa die alte Zellentür aus dem Schlosskerker einen ganz besonderen neuen Platz gefunden hat. Und dass Spaß auch sein kann, beweist ein farbenfroher Landsknecht-Pappkamerad, den Besucher mit ihrem eigenen Konterfei schmücken und ablichten lassen können. Ein weiterer Raum ist der Bedeutung der Weser für Hoya gewidmet.

Den archäologischen Teil der neuen Ausstellung im Heimatmuseum steuerte die seit inzwischen zwölf Jahren bestehende Kommunalarchäologie der Schaumburger Landschaft bei, zuständig für die Landkreise Nienburg und Schaumburg. Archäologe Dr. Daniel Lau ist deren einziger fest angestellter Mitarbeiter. Am Pressegespräch zur Museums-Wiedereröffnung nahm er gemeinsam mit Praktikantin Luca Schütze teil.

Ausgrabungsfunde aus Hoya bilden einen bedeutenden Teil der Sonderausstellung. So sind etwa die Austernschalen und andere Kleinteile, vorwiegend keramischer Art, aus den Schlosshof-Grabungen zu sehen. Fotos und Dokumente schildern Ausgrabungen und Hintergründe zur Bockwindmühle aus dem 17. Jahrhundert, deren Fundamente auf dem ehemaligen Krankenhausgrundstück anlässlich der Bauarbeiten zur neuen Rettungswache des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) entdeckt wurden. In einer speziellen Vitrine werden überdies Fundstücke aus Handel und Handwerk nach Grabungen auf den Grundstücken Deichstraße Nummer 50 und Deichstraße Nummer 23 gezeigt.

Ebenfalls an der Deichstraße, so Dr. Daniel Lau, gibt es aktuelle Funde: Auf dem als „Bermuda-Dreieck“ bekannten Grundstück seien die Fundamente der 1833 erbauten Synagoge entdeckt worden. Nachdem dort die Tanks einer ehemaligen Tankstelle entfernt worden seien, sollen weitere Ausgrabungen folgen. Dr. Daniel Lau: „Die Grafenstadt Hoya ist, archäologisch gesehen, ein lohnendes Objekt, das bei weitem noch nicht vollständig erschlossen ist.“

Von Horst Friedrichs

Der „Pappkamerad“ aus der Grafenzeit soll Besuchern für spaßige Porträtfotos zur Verfügung stehen. Museumsleiterin Ulrike Taenzer macht vor, wie es geht.

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